Energiewende im XXL-Format: Grüne besuchen Solarpark Büttelborn
Wie sieht die Energiewende aus, wenn sie nicht in Kilowatt, sondern in Megawatt gedacht wird? Davon machte sich die Kreistagsfraktion DIE GRÜNEN Groß-Gerau jetzt beim Besuch des Solarparks Büttelborn-Worfelden am 7. August 2026 ein Bild. Mit dabei war unter anderem Ann Katrin Korb, Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion.
Und der Blick aus der Luft macht die Dimensionen besonders deutlich: Wo sich vor wenigen Monaten noch weitgehend freie Flächen erstreckten, ziehen sich heute lange Modulreihen durch die Landschaft. Insgesamt entsteht hier ein Solarpark mit einer Leistung von rund 80 MWp – das zurzeit größten Photovoltaikprojekte Hessens.
Beim Rundgang ging es deshalb nicht nur um Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien, sondern ganz konkret darum, wie ein Energieprojekt dieser Größenordnung gebaut, ins Stromnetz integriert und zugleich möglichst umweltverträglich umgesetzt werden kann.
50.000 Module stehen bereits
Erst im Februar wurde mit dem Rammen der Unterkonstruktionen begonnen. Inzwischen ist rund die Hälfte der Bauarbeiten geschafft: Etwa 50.000 der insgesamt rund 120.000 Solarmodule sind bereits montiert.
Eine Besonderheit steckt dabei zum Teil unsichtbar im Boden. Für die Unterkonstruktion werden zinkfreie Rammprofile aus Kunststoff eingesetzt. Auf die üblichen verzinkten Stahlprofile wurde aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes verzichtet. Denn reichen verzinkte Stahlprofile in grundwasserführende Bodenschichten, können sich durch Korrosion Zink-Ionen lösen. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung zeigt sich: Umweltverträglichkeit entscheidet sich auch an Details, die man später überhaupt nicht mehr sieht.
Auch unter der Erde entstehen beeindruckende Dimensionen. 60 Kilometer Kabel sind bereits verlegt, weitere 54 Kilometer folgen noch. Der erzeugte Solarstrom wird schließlich über eine 110-kV-Anbindung an das Netz von Westnetz übergeben.
Im Herbst folgen weitere zentrale Komponenten: die Transformatoren und der geplante Batteriespeicher. Gerade die Kombination aus großer Solarstromerzeugung, leistungsfähigem Netzanschluss und Speicher macht deutlich, wie das Stromsystem der Zukunft aussehen kann.
Ein Teil des Großprojekts wird zum Bürgerprojekt
Für die Sonneninitiative hat Büttelborn noch eine weitere Besonderheit. Bis zu 10 MWp des insgesamt rund 80 MWp großen Solarparks werden über die Sonneninitiative als Bürgersonnenkraftwerk angeboten.
Damit können Bürgerinnen und Bürger nicht nur beobachten, wie eines der größten Solarprojekte Hessens entsteht, sondern selbst Eigentümer einer Photovoltaikanlage innerhalb dieses Kraftwerks werden.
Genau darin liegt eine Stärke des Projekts, die auch beim Besuch der Kreistagsfraktion deutlich wurde: Energiewende braucht große Anlagen, Netze und Speicher – aber ebenso Menschen, die sie unterstützen und an ihr teilhaben können.
Genau solche Menschen gibt es in Büttelborn, besonders in der Politik. Planung und Genehmigung wurden rekordverdächtig schnell und reibungslos von allen Gremien verabschiedet. Da können sich andere Behörden gerne eine Scheibe von abschneiden.
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