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Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Wochen rund um Bürgerenergie, Photovoltaik und aktuelle Gesetzgebung – kompakt und auf den Punkt.

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Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht

Der Irankrieg entlarvt den Irrweg – Warum nur Erneuerbare echte Energiesicherheit bieten

Ölpreis über 100 Dollar, blockierte Seewege, explodierende Gaspreise – der Irankrieg zeigt erneut: Wer auf fossile Energie setzt, macht sich erpressbar. Warum die Energiepolitik der Bundesregierung ein Irrweg ist und nur Erneuerbare echte Unabhängigkeit bieten.

Es ist März 2026, und Deutschland steckt erneut in einer Energiekrise. Seit Ende Februar bombardieren die USA und Israel den Iran, der mit Vergeltungsschlägen gegen die gesamte Golfregion antwortet. Die Straße von Hormus – durch die rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls fließt – ist faktisch blockiert. Der Ölpreis ist auf über 100 Dollar pro Barrel geschossen, die europäischen Gasmärkte verzeichnen die größten Tagessprünge seit Jahren. Für die deutsche Wirtschaft ist das der nächste Schock, kaum vier Jahre nach der russischen Gaskrise.

Und mitten in dieser Krise wird überdeutlich: Die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche führt Deutschland nicht aus der Abhängigkeit heraus – sie zementiert sie.

Gas statt Sonne

Reiche setzt auf den massiven Neubau von Gaskraftwerken und hat Ausschreibungen für 12 Gigawatt neue Kapazität angekündigt – Gaskraftwerke zuerst. Gleichzeitig plant ihr Ministerium, die Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen bis 25 Kilowatt komplett zu streichen. Privatpersonen und Bürgerenergiegemeinschaften sollen ihren Solarstrom künftig selbst an der Börse vermarkten – ein Modell, das für die meisten schlicht nicht umsetzbar ist.

Der Bundesverband Solarwirtschaft nennt das einen Frontalangriff auf die Energiewende. Hunderte Unternehmen haben innerhalb eines Tages einen Appell gegen diese Politik unterzeichnet. Selbst der Koalitionspartner SPD kritisiert den Kurs scharf.

Dieselbe Lektion, zum dritten Mal

Das Muster ist erschreckend vertraut: 2022 zeigte der Ukrainekrieg, wie fatal die Abhängigkeit von russischem Gas war. Jetzt wiederholt sich die Geschichte mit anderen Akteuren. Die Straße von Hormus ist die Achillesferse der globalen Energieversorgung – und wer in dieser Lage auf Gaskraftwerke setzt und gleichzeitig die Bürgersolarenergie abwürgt, hat die Lektion nicht gelernt.

Sonne und Wind müssen nicht importiert werden. Sie fließen nicht durch Meerengen, die ein Regime blockieren kann. Sie werden nicht von Pipelinesprengungen unterbrochen. Über 100 Gigawatt PV-Leistung sind in Deutschland bereits installiert, Erneuerbare liefern fast 60 Prozent unseres Stroms. Das ist eine Erfolgsgeschichte – die Reiche nun gefährdet.

Die Rechnung geht nicht auf

Reiche argumentiert mit den Kosten: 22 Milliarden Euro habe die EEG-Förderung 2024 gekostet. Das klingt viel – bis man es den rund 81 Milliarden Euro gegenüberstellt, die Deutschland jährlich für fossile Energieimporte ausgibt. Jede Krise treibt diese Summe weiter in die Höhe. Die Einspeisevergütung hingegen sinkt mit jeder Anlagengeneration und sichert 20 Jahre verlässlichen Strom – ohne Preisschocks, ohne geopolitische Erpressbarkeit.

Besonders fatal: Ohne Einspeisevergütung lohnt sich eine Solaranlage nur noch für Haushalte, die fast ihren gesamten Strom selbst verbrauchen – also für Besitzer großer Häuser mit Wärmepumpe, Speicher und E-Auto. Die Energiewende wird zum Projekt für Wohlhabende. Alle anderen bekommen die Botschaft: Mitmachen lohnt sich nicht mehr.

Es gibt nur einen Weg

Der Irankrieg ist der dritte Weckruf innerhalb weniger Jahre. Es gibt keine sichere fossile Lieferkette, keine stabile Gaspipeline, kein verlässliches LNG-Terminal, das vor den Auswirkungen eines Krieges geschützt wäre. Der einzige Weg in eine tatsächlich sichere Energieversorgung führt über den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien – gerade auch der dezentralen Bürgerenergie, die Reiche mit ihrer EEG-Reform zu ersticken droht.

Was Deutschland jetzt braucht, ist nicht weniger Förderung für Solar, sondern mehr: mehr Dachanlagen, mehr Bürgersonnenkraftwerke, mehr Speicher, mehr Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ihre eigene Energieunabhängigkeit. Katherina Reiches Kurs – Gas statt Sonne, Großkonzerne statt Bürgerenergie – ist ein Irrweg. Die aktuelle Krise beweist es.

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Jan Simon 1 Min. Lesezeit Technik & Wissen Vereinsarbeit

Sonneninitiative besucht die Light + Building 2026

Die Light + Building 2026 in Frankfurt zählt zu den weltweit wichtigsten Fachmessen für Gebäudetechnik, Elektrotechnik und Energieinfrastruktur. Für die Sonneninitiative waren Jan Simon und Victor Wolf vor Ort, um sich über aktuelle Entwicklungen rund um Energieeffizienz, Gebäudeautomation und intelligente Stromnutzung zu informieren.

Besonders spannend für den Verein sind dabei Lösungen zur besseren Integration von Photovoltaik, Energiemanagement und Elektromobilität in Gebäuden, da diese Themen auch für zukünftige Bürgerenergieprojekte immer wichtiger werden.

Ein besonderer Bezug zur Messe besteht auch dadurch, dass die Sonneninitiative Bürgersonnenkraftwerke auf dem Parkhaus der Messe sowie auf der Messehalle 10 betreibt. Die Anlagen erzeugen klimafreundlichen Solarstrom direkt am Messegelände und zeigen, welches Potenzial große Dachflächen für die Energiewende haben.

Der Besuch der Messe bot daher nicht nur einen Überblick über neue technische Entwicklungen, sondern auch zahlreiche Impulse für zukünftige Projekte der Bürgerenergie.

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Jan Simon 2 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht

Reiche macht ernst – Jetzt noch in sichere Projekte investieren

Die energiepolitischen Signale aus Berlin sind eindeutig: Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine grundlegende Neuordnung der Förderarchitektur für neue Photovoltaikanlagen. Nach den derzeit kursierenden Eckpunkten könnte die feste EEG-Einspeisevergütung für bestimmte Neuanlagen perspektivisch entfallen. Das wäre ein Paradigmenwechsel in der Solarpolitik. Die gute Nachricht vorweg: Der Verein ist auf diese Entwicklung vorbereitet.

Für Investoren ist dabei entscheidend, sauber zu unterscheiden. Bestehende Anlagen genießen Bestandsschutz. Photovoltaikanlagen, die bereits in Betrieb sind oder ihren gesetzlichen Vergütungsanspruch erworben haben, behalten nach aktuellem Stand ihre zugesagten Konditionen. Laufende EEG-Vergütungen sind rechtlich abgesichert.

Für bestehende PV-Anlagen besteht daher kein Handlungsbedarf.

Anders stellt sich die Lage für neue Projekte dar.

Systemwechsel bei Neuanlagen

Sollten die geleakten Pläne umgesetzt werden, würde sich das Investitionsumfeld für bestimmte künftige Anlagen spürbar verändern:

  • Keine staatlich garantierte 20-jährige Vergütung mehr

  • Größere Abhängigkeit von Strommarktpreisen

  • Pflicht zur Direktvermarktung

  • Höhere technische und administrative Anforderungen

Die bisherige EEG-Vergütung war weniger eine Subvention als vielmehr ein Instrument der Investitionssicherheit. Planbare Cashflows ermöglichten stabile Finanzierungsmodelle, insbesondere für Bürgerenergieprojekte, kommunale Dächer und mittelständische Unternehmen.

Eine stärkere Marktorientierung bedeutet nicht automatisch geringere Wirtschaftlichkeit – sie bedeutet jedoch eine veränderte Risikostruktur.

Warum das aktuelle Zeitfenster relevant ist

Solange die bestehende EEG-Systematik gilt, profitieren neue Projekte noch von:

  • gesetzlich definierter Vergütung

  • langfristiger Planungssicherheit

  • klar kalkulierbaren Amortisationszeiträumen

  • stabiler Renditebasis

Für Investoren entsteht damit ein klar umrissenes Zeitfenster, in dem Projekte unter bekannten und verlässlichen Rahmenbedingungen realisiert werden können.

Strategische Ausrichtung: Hoher Eigenverbrauch als Absicherung

Die aktuelle politische Entwicklung bestätigt eine strategische Entscheidung, die der Verein bereits in den vergangenen Jahren konsequent verfolgt hat.

Schon früh war absehbar, dass die klassische Einspeisevergütung perspektivisch an Bedeutung verlieren würde. Deshalb liegt der Fokus bei neuen Projekten zunehmend auf:

  • Standorten mit hohem Eigenverbrauch

  • kommunalen und gewerblichen Abnehmern mit stabilem Lastprofil

  • langfristigen Stromlieferverträgen

  • Kombinationen aus Direktverbrauch und Einspeisung

Ein hoher Eigenverbrauchsanteil reduziert die Abhängigkeit von Fördermechanismen und stärkt die wirtschaftliche Robustheit einer Anlage – unabhängig von regulatorischen Änderungen.

Gerade für investierende Bürgerinnen und Bürger bedeutet das:
Projekte, die auf reale Stromnachfrage im Gebäude basieren, verfügen über eine zusätzliche Ertragssäule neben der gesetzlichen Vergütung.

 Einordnung für Investoren

  1. Bestehende Anlagen sind abgesichert.

  2. Neue Anlagen könnten künftig stärker marktabhängig sein.

  3. Projekte mit hohem Eigenverbrauch sind strukturell widerstandsfähiger.

  4. Investitionen unter aktuellen EEG-Bedingungen bieten maximale Planungssicherheit.

Fazit

Die Energiewende tritt in eine neue Phase ein. Politisch zeichnet sich ein Übergang von einem förderbasierten zu einem stärker marktorientierten System ab.

Für Investoren bedeutet das keine Unsicherheit für bestehende Engagements – wohl aber strategische Entscheidungen für zukünftige Investitionen.

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Jan Simon 2 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Energiewende & Klima

Faktencheck Erneuerbare 2025: Wind und Solar an der Spitze

2025 war ein Jahr der Erneuerbaren in Deutschland – und zwar nicht nur in der Rolle der „starken Säule“, sondern erstmals an der gemeinsamen Spitze der Stromerzeugung.

Erneuerbare Energien stabil auf hohem Niveau

Erneuerbare Energien deckten im Jahr 2025 55,9 % des deutschen Strommixes, der tatsächlich ins öffentliche Netz eingespeist wurde und so in den Haushalten und Unternehmen ankommt. Damit blieb der Anteil gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert auf hohem Niveau.

Wind und Sonne erstmals gemeinsam an der Spitze

Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Stromerzeugung standen Windkraft und Photovoltaik gemeinsam an der Spitze:

  • Windkraft war 2025 der stärkste einzelne Stromerzeuger im öffentlichen Netz.

  • Photovoltaik folgte unmittelbar dahinter und steigerte ihren Stromoutput im Jahresvergleich um etwa 21 %.

Damit überholte die Solarenergie zum ersten Mal die Stromproduktion aus Braunkohle – ein markantes Zeichen des Strukturwandels im Energiesystem.

Fossile Erzeugung stagniert

Während erneuerbare Stromerzeugung stabil blieb, stagnierte der Anteil fossiler Energien im Netz:
Der Rückgang der Braunkohle wurde durch höhere Erdgaserzeugung kompensiert, sodass fossile Quellen insgesamt kein nennenswertes Wachstum oder Schrumpfen im Gesamtmix zeigten.

Was bedeutet das für die Energiewende?

1. Strukturwandel wird messbar:
Die Zeiten, in denen fossile Kraftwerke dominieren, sind vorbei – auch wenn sie weiterhin einen Teil des Mix ausmachen.

2. Solar besitzt neue Gewichtung:
Photovoltaik ist nicht nur stark gewachsen, sie zählt nun zur Spitze der Stromerzeugung – gemeinsam mit der Windenergie.

3. Erneuerbare sind tragfähig:
Mit mehr als der Hälfte des Strommixes tragen Wind und Sonne entscheidend zur Versorgungssicherheit bei – trotz schwankender Wetterlagen und politischer Debatten.

Fazit

Das Stromjahr 2025 zeigt: Wind und Solar tragen mehr Verantwortung als je zuvor – und sie liefern.
Für Investoren, Projektentwickler und Energieakteure bedeutet das: Die Transformation hin zu einer erneuerbaren Stromwirtschaft ist nicht nur Wunschdenken, sondern Realität auf Basis harter Zahlen.

Quelle:

https://www.ise.fraunhofer.de/en/press-media/press-releases/2026/german-public-electricity-generation-in-2025-wind-and-solar-power-take-the-lead.html

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Jan Simon 2 Min. Lesezeit Investment & Rendite Technik & Wissen Energiewende & Klima

Jahreserträge 2025: Deutliche Erholung nach schwachem Vorjahr

Das Sonnenjahr 2025 brachte für Sonnenfreunde eine erfreuliche Trendwende: Mit spezifischen Erträgen zwischen 948 und knapp 1.000 kWh pro Kilowatt Peak lagen die Ergebnisse deutlich über dem schwachen Vorjahr.

Nach dem enttäuschenden Jahr 2024, das von einem verregneten und kalten ersten Halbjahr geprägt war, zeigt sich 2025 von einer deutlich freundlicheren Seite. Die drei exemplarisch ausgewerteten Bürgersonnenkraftwerke erreichten im Jahresverlauf spezifische Erträge von 948 bis 999 kWh/kWp – ein Plus von rund 13 bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders erfreulich entwickelten sich die Sommermonate: Im Mai wurden wieder Werte von 133 bis 143 kWh/kWp erreicht, im Juni 133 bis 140 kWh/kWp. Damit liegen die Erträge wieder im langjährigen Durchschnitt und deutlich über den schwachen Vorjahreswerten von nur 105 bis 120 kWh/kWp.

Auch das vierte Quartal überraschte positiv: Der November brachte mit 24 bis 30 kWh/kWp überdurchschnittliche Erträge, und selbst der Dezember lag mit 13 bis 23 kWh/kWp über den Erwartungen. Diese Werte zeigen, dass auch in den dunklen Monaten die Solaranlagen zuverlässig ihren Beitrag leisten.

Die Bürgersonnenkraftwerke mit Stromverkauf vor Ort profitieren weiterhin doppelt: Neben den höheren Sonnenerträgen sorgen die stabilen Strompreisvereinbarungen für planbare Einnahmen. Die Kombination aus guter Sonneneinstrahlung und wirtschaftlich attraktiven Rahmenbedingungen macht das Jahr 2025 zu einem der erfolgreicheren Jahre für unsere Teilnehmer.

Der Vergleich über die vergangenen vier Jahre zeigt: Trotz jährlicher Schwankungen durch Wettereinflüsse bleiben Bürgersonnenkraftwerke eine verlässliche und rentable Investition in die Energiewende. Die durchschnittlichen Jahreserträge von rund 900 bis 1.000 kWh/kWp bestätigen die solide Planung unserer Anlagen.

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Christian Quast 2 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Kommunale Zusammenarbeit Politik & Recht

Wiedersehen mit Wirkung – Auftakt zur Fortschreibung des Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzepts FrankfurtRheinMain

Am 9. Februar 2026 startete in der Evangelischen Akademie am Römerberg der Beteiligungsprozess zur Fortschreibung des Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzepts. Geladen hatte der Regionalverband FrankfurtRheinMain – und alle sind gekommen.

Klimaschutzmanager und Vertreter der Kommunen und Kreise, der LandesEnergieAgentur, des Landesverband Erneuerbare Energie Hessen e.V., des Klimareferats Frankfurt, der Kommunalpolitik der über 80 Mitgliedskommunen, mithin, das Who-is-Who der Klimaakteuere der 2,4-Mio.-Metropolregion.

Neben Fachvorträgen und Strategiedebatten prägte vor allem eines den Nachmittag: das persönliche Wiedersehen vieler Weggefährtinnen und Weggefährten der regionalen Energiewende. Zahlreiche Akteure kennen sich seit Jahren – manche seit den ersten Klimaschutzrunden vor über einem Jahrzehnt. Entsprechend groß war die Freude, alte Kontakte aufzufrischen, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen anzustoßen.

Der Zeitpunkt für die Fortschreibung ist bewusst gewählt, wie Projektleiter Michael Voll erläuterte: Während Klimaschutz immer mehr in den Hintergrund rücke und kurzfristige Interessen dominierten, setze die Region FrankfurtRheinMain ein anderes Signal: langfristig denken, faktenbasiert handeln und gemeinsam Verantwortung tragen. Denn genau darin liegt die Stärke regionaler Zusammenarbeit – nah an den Menschen, gemeinschaftlich, pragmatisch und umsetzungsorientiert.

Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, betonte in seinem Grußwort die Dringlichkeit entschlossenen Handelns angesichts Klimakrise und steigendem Energiebedarf. In der Keynote stellte Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Transformationsforscher und langjähriger Leiter des Wuppertal Instituts, Klimaschutz als strategische Gemeinschaftsaufgabe in den Mittelpunkt.

Praxisbeispiele aus Kommunen und Regionen zeigten anschließend, wie interkommunale Kooperation, Energiemanagement und erneuerbare Projekte konkret gelingen können. Durch das Programm führte Dr. Kirsten Schröder-Goga, Abteilungsleiterin Klima, Energie und Nachhaltigkeit beim Regionalverband FrankfurtRheinMain, die den Fachbereich des Beteiligungsprozesses koordiniert.

Dass die Region dabei auf gewachsene Strukturen aufbauen kann, wurde mehrfach deutlich. Initiativen wie das Sonnenfest in Rüsselsheim oder frühere Kampagnen zum PV-Ausbau haben schon vor Jahren Menschen, Kommunen und Projekte zusammengebracht und der Energiewende vor Ort ein Gesicht gegeben.

Auch für den Verein war die Veranstaltung vertrautes Terrain. Bereits bei früheren Konzeptphasen aktiv eingebunden, bringt der Verein seine Erfahrungen aus Bürgerenergie- und Solarprojekten nun erneut in den Prozess ein. „Ich freue mich, dass der Regionalverband ein Gegengewicht zur allgemeinen Abkehr von der Klimaverantwortung bildet“, sagt Christian Quast vom Verein. „Gerne stellen wir unsere ganz praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung von Energieprojekten den Mitgliedskommunen zur Verfügung“.

Der Auftakt machte deutlich: Die Energiewende entsteht nicht nur durch Strategien auf dem Papier, sondern vor allem durch Menschen, die gemeinsam anpacken und Energieprojekte umsetzen – gerade dann, wenn der Gegenwind stärker wird.

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Jan Simon 2 Min. Lesezeit Pressemitteilung Vereinsarbeit

Willkommen auf unserer neuen Website

Nach einem halben Jahr intensiver Entwicklungsarbeit können wir heute stolz unseren komplett neuen Internetauftritt präsentieren. Jede Seite, jedes Menü, jeder Text wurde überarbeitet, neu gedacht und auf die Bedürfnisse unserer Besucher zugeschnitten.

Warum der Aufwand?

Unsere alte Website war in die Jahre gekommen. Die Energiewende entwickelt sich rasant weiter – und wir mit ihr. Neue Angebote für Kommunen, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, immer mehr Projekte in immer mehr Regionen: All das brauchte ein neues digitales Zuhause. Eines, das nicht nur informiert, sondern auch begeistert und den Einstieg so einfach wie möglich macht.

Was Sie erwartet

Die neue Seite führt Sie in wenigen Klicks zu den Informationen, die für Sie relevant sind. Unser Wegweiser auf der Startseite fragt: Wie können wir helfen? Privatperson, Kommune oder Unternehmen – für jeden gibt es einen eigenen Bereich mit passgenauen Informationen.

Besonders am Herzen liegt uns die neue Projektübersicht: Hier sehen Sie alle unsere Bürgersonnenkraftwerke auf einen Blick, können nach Standorten filtern und erfahren Details zu Leistung, Betriebsmodell und Beteiligungsmöglichkeiten. Ergänzt wird das durch unseren Baustellenbereich, der zeigt, wo gerade die nächsten Anlagen entstehen.

Im Artikelbereich finden Sie ab sofort regelmäßig Neuigkeiten zur Energiepolitik, technisches Wissen und Berichte aus unserer Vereinsarbeit.

22 Jahre Erfahrung – jetzt zeitgemäß präsentiert

Seit unserer Gründung 2003 haben wir über 400 Bürgersonnenkraftwerke realisiert. Mehr als 2.000 Menschen sind daran beteiligt und produzieren gemeinsam sauberen Strom.

Wir danken allen, die an diesem Relaunch mitgewirkt haben – und laden Sie herzlich ein: Schauen Sie sich um, entdecken Sie unsere Projekte und werden Sie Teil der Energiewende.

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Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Technik & Wissen

Der globale Siegeszug der Solarenergie

Trotz aller Unkenrufe: Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien erreicht immer neue Rekordwerte. 2025 haben Sonne und Wind die Kohle als größte Stromquelle weltweit überholt.

Wer nur den deutschen Diskussionen folgt, könnte meinen, die Energiewende stecke in der Krise. Doch ein Blick auf die globalen Zahlen zeigt das Gegenteil: Die erneuerbaren Energien befinden sich auf einem beispiellosen Siegeszug – und die Photovoltaik ist der Motor dieser Entwicklung.

Die Zahlen sprechen für sich

2024 wurden weltweit rund 600 Gigawatt neue Solarleistung installiert – ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die global installierte Photovoltaikleistung überschritt damit die Marke von 2,2 Terawatt. Zum Vergleich: Es dauerte 68 Jahre, um das erste Terawatt zu erreichen. Für das zweite Terawatt brauchte die Welt nur noch zwei Jahre.
Im ersten Halbjahr 2025 wurde erstmals weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Kohle – ein historischer Wendepunkt. Der Anteil der Erneuerbaren an der globalen Stromerzeugung stieg auf über 34 Prozent.

China als Treiber – aber nicht allein
China installierte 2024 allein 329 Gigawatt neue Solarleistung – mehr als die Hälfte des weltweiten Zubaus. Damit hat das Land als erstes überhaupt die Marke von einem Terawatt installierter Photovoltaik überschritten. Doch auch andere Länder legen rasant zu: Indien verdoppelte seinen Zubau auf über 30 Gigawatt, Pakistan erreichte 17 Gigawatt, und selbst in Südafrika lösen private Solaranlagen die Stromausfälle, die das marode Kohlestromnetz nicht verhindern konnte.

Deutschland: Vorreiter von gestern, solider Ausbau heute
Deutschland war 2010 noch Weltmeister bei der installierten Solarleistung – fast die Hälfte aller Anlagen weltweit stand hierzulande. Nach dem Markteinbruch ab 2012 hat sich der Ausbau wieder erholt: 2025 wurden über 16 Gigawatt neu installiert, die Gesamtleistung liegt bei über 106 Gigawatt. Photovoltaik lieferte 2025 rund 18 Prozent des deutschen Stroms und überholte damit erstmals Braunkohle und Erdgas.

Warum der Trend unumkehrbar ist
Die Erneuerbaren wachsen nicht trotz, sondern wegen der Wirtschaftlichkeit. Solarstrom ist in vielen Regionen der Welt bereits die günstigste Form der Stromerzeugung. 2024 flossen über 90 Prozent aller weltweiten Investitionen in neue Stromerzeugung in erneuerbare Energien. Fossile und atomare Kraftwerke spielen beim Neubau praktisch keine Rolle mehr.

Für die Sonneninitiative bestätigt diese Entwicklung den eingeschlagenen Weg: Bürgersonnenkraftwerke ermöglichen es jedem, Teil dieser globalen Energiewende zu werden – lokal, wirtschaftlich sinnvoll und gut fürs Klima.

Quellen:

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Jan Simon 1 Min. Lesezeit Politik & Recht Veranstaltung Vereinsarbeit Energiewende & Klima

Bürgersonnenkraftwerke im Fokus: Verein erneut auf Parteitag der Grünen vertreten

Die Sonneninitiative war mit einem Infostand auf dem Landesparteitag der hessischen Grünen in Marburg vertreten. Im Mittelpunkt: die kommunale Energiewende mit Bürgerbeteiligung.

Auf Einladung der hessischen Grünen war die Sonneninitiative e.V. am 24. Januar 2026 mit einem Infostand auf dem Landesparteitag in Marburg vertreten. Im Lokschuppen nutzten Jan Simon und Jannis Lange vom Verein die Gelegenheit, den zahlreichen kommunalpolitisch aktiven Mitgliedern das Konzept der Bürgersonnenkraftwerke näherzubringen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die kommunale Energiewende gemeinsam mit den Bürgern gelingen kann. Der gut besuchte Stand zog viele Interessierte an – darunter auch die Landtagsabgeordnete Kaja Klinkel und der Bundestagsabgeordnete Boris Mijatović.

Der Verein bedankt sich für die Einladung und die vielen anregenden Gespräche. Selbstverständlich ist die Sonneninitiative jederzeit bereit, auch Parteiveranstaltungen anderer Parteien zu begleiten.

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Jan Simon 2 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Technik & Wissen Politik & Recht

Energy Sharing: Die Zukunft der Solarstromvermarktung

Negative Strompreise, volle Netze, kein Abnehmer – mit Energy Sharing könnte Solarstrom ganz einfach zum Nachbarn fließen. Dafür braucht es jedoch Smart Meter und eine neue Sicht auf die Netzinfrastruktur.

Im Jahr 2025 gab es in Deutschland 574 Stunden mit negativen Strompreisen an der Börse. An manchen Sommertagen fielen bis zu 90 Prozent des erzeugten Solarstroms in diese Phasen. Für Anlagenbetreiber bedeutet das: Der Strom ist zwar vorhanden, lässt sich aber nicht wirtschaftlich vermarkten. Eine naheliegende Lösung ist Energy Sharing.

Die Idee ist einfach: Anstatt den Strom über die Börse zu verschleudern, fließt er direkt zum Nachbarn, ins Gewerbe nebenan oder zur Kommune. Dabei wird das öffentliche Netz nur als Transportweg genutzt, nicht als Handelsplatz. So profitieren Erzeuger und Verbraucher gleichermaßen, und die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Damit Energy Sharing funktioniert, sind allerdings zwei Voraussetzungen nötig: Zum einen müssen Smart Meter den Stromfluss in Echtzeit erfassen können und zum anderen muss das öffentliche Netz in gutem Zustand sein. Die Finanzierung dieser Infrastruktur sollte gesamtgesellschaftlich erfolgen, so wie es bei Straßen, Brücken oder dem Schienennetz der Fall ist. Denn ein leistungsfähiges Stromnetz ist die Grundlage für eine dezentrale Energiewende.

Neue Ausrichtungen werden rentabel

Durch Energy Sharing und den steigenden Eigenverbrauch vor Ort verändern sich auch die Anforderungen an die Anlagenplanung. Die klassische Südausrichtung auf dem Dach ist nicht mehr automatisch die beste Wahl. Fassadenanlagen nach Südost und Südwest, Solarzäune oder Ost-West-Dächer liefern Strom dann, wenn er gebraucht wird: morgens und abends, wenn die Mittagsspitze längst vorbei ist.

Ein Beispiel ist die Photovoltaik-Fassade am Marburger Bahnhofsplatz, ein Bürgersonnenkraftwerk des Vereins. Die 55-kWp-Anlage mit maßgefertigten, gebogenen Glas-Glas-Modulen umhüllt die Südost- und Südwestfassade des Radiologischen Zentrums. Im Winter war sie die ertragsstärkste Anlage des Vereins, denn während flache Dachanlagen bei tiefstehender Sonne kaum noch Ertrag bringen, fängt die steile Fassade die Strahlung optimal ein. Der erzeugte Strom versorgt direkt die stromhungrigen MRT- und CT-Geräte im Gebäude.

Speicher als Ergänzung

Natürlich spielt auch der Batteriespeicher eine wichtige Rolle. Er puffert Erzeugungsspitzen und macht den Solarstrom auch dann verfügbar, wenn die Sonne nicht scheint. In Kombination mit Energy Sharing entsteht so ein lokales Energiesystem, das weitgehend unabhängig von Börsenpreisen funktioniert.
Die Sonneninitiative setzt deshalb konsequent auf Anlagen mit hohem Eigenverbrauch, sei es auf Supermärkten, in Gewerbegebieten oder als Mieterstrom in Wohnquartieren. Energy Sharing könnte dieses Modell auf die nächste Stufe heben und Solarstrom für alle direkt aus der Nachbarschaft ermöglichen.

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