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Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Wochen rund um Bürgerenergie, Photovoltaik und aktuelle Gesetzgebung – kompakt und auf den Punkt.

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Christian Quast 2 Min. Lesezeit Neu: Der SI-Abschreiberechner für Sie

Neu: Der SI-Abschreiberechner für Sie

Der kostenlose SI-Abschreiberechner – ein Werkzeug für alle, die Investitionen nicht nur schätzen, sondern auch rechnen: Er vergleicht IAB, Sonder-AfA sowie lineare und degressive Abschreibung. Centgenau, mit unterjähriger Anschaffung und automatischem Übergang von der degressiven zur linearen AfA.

Welchen Vorteil bringt der IAB wirklich? Wann schlägt die degressive AfA die lineare? Und wie wirken beide zusammen mit der Sonderabschreibung? Die Auswirkungen verschiedener Abschreibevarianten über mehrere Jahre hinweg sauber zu berechnen, ist alles andere als trivial. … „War“, denn das ändert sich heute für Sie!

Sie möchten wissen, ob Sie zusätzlich zum IAB noch Sonderabschreibungen vornehmen sollten? Sie interessiert, wann die Steuereffekte genau auftreten? Sie möchten mit einer Investition ihr zu versteuerndes Einkommen glätten? Sie müssen den Buchwert zu Beginn des fünften Jahres für ihre Bank wissen?

Der SI-Abschreiberechner berechnet verschiedene Abschreibungsvarianten auf Heller und Pfennig. Auch Sonderfälle, beispielsweise eine unterjährige Anschaffung, werden automatisch berücksichtigt. Unterschiedliche Gestaltungsvarianten lassen sich innerhalb weniger Sekunden vergleichen.

Der SI-Abschreiberechner ist ein geschütztes Excel-Spreadsheet. Eingaben können nur in bestimmten Feldern vorgenommen werden. Gleichzeitig bleiben sämtliche Formeln sichtbar, sodass der Rechenweg vollständig nachvollziehbar ist.

Der SI-Abschreiberechner bildet die aktuelle Gesetzeslage bis Ende 2027 ab. Er eignet sich für alle beweglichen Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von 5 bis 40 Jahren. Entwickelt wurde der Rechner ursprünglich für die Wirtschaftlichkeitsberechnung größerer Energieprojekte. Inzwischen hat er sich als universelles Werkzeug für nahezu jede betriebliche Investition bewährt. Die Exceldatei ist klitzeklein, makrofrei und virengeprüft.

Wir stellen Ihnen den SI-Abschreiberechner kostenlos zur Verfügung.

Wenn Sie ihn nutzen möchte, sendet Sie uns einfach eine kurze E-Mail an info@sonneninitiative.de mit dem Betreff „SI-Abschreiberechner“. Wir senden Ihnen den SI-Abschreiberechner innerhalb von 1-2 Werktagen zu.

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht Technik & Wissen

Bundesweite Solarpflicht kommt ab 2027

Bundesweite Solarpflicht kommt ab 2027! Viele Gebäudeeigentümer fragen sich jetzt, ob ihre Dächer betroffen sind – und was technisch und wirtschaftlich überhaupt möglich ist. Genau dafür entwickelt die Sonneninitiative seit über 20 Jahren Solar- und Nutzungskonzepte für Gebäude.

Mit dem geplanten § 106 des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) wird Solarenergie erstmals bundesweit zum Standard für viele Gebäude. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Gebäude künftig so geplant werden sollen, dass „das Potenzial zur Erzeugung von Solarenergie optimiert wird“.

Konkret bedeutet das nach aktuellem Entwurfsstand:
Ab dem 1. Januar 2027 sollen neue Nichtwohngebäude mit mehr als 250 m² Nutzfläche verpflichtend mit Photovoltaik oder Solarthermie ausgestattet werden. Betroffen wären also insbesondere Gewerbe- und Industriegebäude sowie öffentliche Bauten.

Ab 2028 sollen zusätzlich bestehende Gewerbegebäude ab 500 m² Nutzfläche sowie öffentliche Gebäude ab 2.000 m² bei grundlegenden Dachsanierungen einbezogen werden. Die Schwelle für öffentliche Gebäude soll 2029 weiter auf 750 m² sinken.

Nicht betroffen wären voraussichtlich weiterhin:

  • technisch ungeeignete Dächer,

  • stark verschattete Flächen,

  • oder wirtschaftlich unzumutbare Sonderfälle.

Künftig könnte bei vielen Neubauten und Dachsanierungen automatisch die Frage gestellt werden: Warum bleibt das Dach eigentlich ungenutzt? Und wer dann keinen Ausnahmetatbestand nachweisen kann, kriegt Ärger.

Gebäudeeigentümer bietet die Sonneninitiative an: Wir prüfen mit einer Machbarkeitsstudie, was bei Ihnen geht und was nicht geht. Und begründen dies ausführlich in Form einer wissenschaftlichen Expertise. Dies kann dann als Nachweis gem. § 106 GModG dienen. Sollte als Ergebnis herauskommen, dass eine Anlage Sinn macht, setzen wir diese gerne für Sie um – auch ohne Kosten für den Gebäudeeigentümer.

Für den Verein ist diese Entwicklung wenig überraschend, denn dieses Marktsegment bearbeitet er bereits seit 2003: Große PV-Anlagen auf öffentlichen und gewerblichen Gebäuden.

Was damals oft noch als „alternative Energieversorgung“ galt, entwickelt sich nun Schritt für Schritt zum neuen baulichen Standard. Unterstützt wird diese Entwicklung zusätzlich durch die europäische Gebäuderichtlinie EPBD, die den Ausbau von Solarenergie auf Gebäuden europaweit deutlich beschleunigen soll.

 

Und natürlich gilt:
Nicht betroffen wären auch die vielen hundert Dächer, auf denen längst Bürgersonnenkraftwerke liegen!😉

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Wasserkraft mit Zukunft: Hainmühle an der Ohm feierlich eingeweiht

Wasserkraft mit Zukunft: Hainmühle an der Ohm feierlich eingeweiht

An der Hainmühle bei Betziesdorf wurde ein modernes Wasserkraftwerk offiziell eingeweiht. Mit regionalem Engagement, moderner Kaplan-Technik und aufwendigem Gewässerschutz entsteht an der Ohm künftig sauberer Strom für rund 115 Haushalte – ein gelungenes Beispiel dafür, wie Energiewende vor Ort funktionieren kann.

Historischer Standort neu belebt

An der Hainmühle bei Betziesdorf wurde jetzt ein modernes Wasserkraftwerk offiziell eingeweiht. Entwickelt wurde das Projekt von Dr. Ronald Steinhoff – einem langjährigen Freund der Sonneninitiative, Partner im Landesverband Erneuerbare Energien Hessen (LEEH) und engagierten Verfechter regionaler Energielösungen.

Die Hainmühle an der Ohm blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Bereits seit dem Mittelalter wurde die Wasserkraft an diesem Standort genutzt. Nun wurde die historische Nutzung mit moderner Technik und hohen ökologischen Standards in die Zukunft geführt.

Regionale Energie aus der Ohm

Herzstück der neuen Anlage ist eine moderne vertikale Kaplan-Turbine. Sie nutzt die Strömungsenergie der Ohm besonders effizient und soll künftig rund 500.000 Kilowattstunden regenerativen Strom pro Jahr erzeugen – genug für etwa 115 Haushalte. Die elektrische Leistung der Anlage liegt bei rund 75 Kilowatt.

Gerade solche Projekte zeigen, wie Energiewende vor Ort gelingen kann: regional, dezentral und mit Menschen aus der Region. Statt anonymer Großstrukturen entsteht hier eine Energieversorgung, die sichtbar mit der Landschaft, der Geschichte und den Menschen verbunden bleibt.

Moderne Technik und Gewässerschutz

Besonderes Augenmerk wurde auf den Gewässerschutz gelegt. Parallel zum neuen Kraftwerk entstand eine moderne Fischaufstiegsanlage in Form eines Schlitzpasses. Ergänzt wird diese durch einen Fischabstieg mit Horizontalrechen und Leitströmung, damit Fische sicher am Kraftwerk vorbeigeführt werden können.

Damit erfüllt die Anlage die heutigen Anforderungen an die ökologische Durchgängigkeit der Gewässer und zeigt, dass sich regenerative Energieerzeugung und Naturschutz nicht ausschließen müssen.

Bürgerschaftliches Engagement als Schlüssel

Für die Sonneninitiative war die Einweihung auch deshalb ein besonderes Event, weil das Projekt beispielhaft für die Energiewende steht, die nicht von Konzernen oder staatlichen Programmen getragen wird. Es sind engagierte Menschen vor Ort, die Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und langfristig investieren.

Die Hainmühle zeigt eindrucksvoll, dass regionale Initiativen auch bei anspruchsvollen Projekten Verantwortung übernehmen können – technisch, wirtschaftlich und ökologisch. Gerade in Zeiten großer energiepolitischer Herausforderungen sind solche Projekte wichtige Zeichen dafür, dass die Energiewende nicht irgendwo stattfindet, sondern direkt vor unserer Haustür.

Jan Simon 3 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Technik & Wissen Energiewende & Klima

Strom nutzen, wenn die Sonne scheint und der Wind weht

Die Energy-Charts des Fraunhofer ISE zeigen, wann besonders viel erneuerbarer Strom im Netz ist. Wer Stromverbrauch flexibel steuert, kann Solar- und Windstrom besser nutzen – etwa mit Wärmepumpen, Speichern oder Ladeinfrastruktur. Das macht die Energiewende effizienter und bringt den Nutzen erneuerbarer Energien direkt in Gebäude und Alltag.

Die Energiewende verändert nicht nur die Art, wie Strom erzeugt wird. Sie verändert auch die Frage, wann wir Strom am besten verbrauchen.

Früher kam Strom überwiegend aus großen Kraftwerken, die möglichst gleichmäßig liefen. Heute wächst der Anteil von Solar- und Windstrom stetig. Das ist gut für Klima, Unabhängigkeit und langfristig stabile Energiepreise. Gleichzeitig schwankt die Erzeugung stärker: Mittags liefern Photovoltaikanlagen besonders viel Strom, an windreichen Tagen tragen Windkraftanlagen große Teile zur Versorgung bei.

Genau hier setzt die Stromampel der Energy-Charts des Fraunhofer ISE an. Sie zeigt, zu welchen Zeiten besonders viel erneuerbarer Strom im Netz verfügbar ist. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird damit sichtbar: Es gibt Zeiten, in denen Strom besonders klimafreundlich genutzt werden kann. Die Energy-Charts stellen solche Daten öffentlich bereit und bieten neben Stromerzeugung auch Informationen zu Börsenstrompreisen, Emissionen und weiteren Energiedaten.

Das ist mehr als eine Spielerei. Wer flexible Verbraucher hat, kann seinen Stromverbrauch gezielt verschieben. Waschmaschine, Spülmaschine, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder E-Auto müssen nicht immer sofort laufen. Oft reicht es, sie dann einzuschalten, wenn viel erneuerbarer Strom vorhanden ist.

Besonders deutlich wird das beim Laden von Elektroautos. Ein Auto steht häufig viele Stunden am Tag oder über Nacht. Es muss nicht in jeder Minute mit voller Leistung laden. Wird der Ladevorgang in Zeiten mit hohem Solar- oder Windstromanteil verschoben, wird das Stromnetz entlastet und erneuerbare Energie besser genutzt. Ähnliches gilt für Wärmepumpen und Speicher: Sie können helfen, Strom dann aufzunehmen, wenn er reichlich vorhanden ist.

Für Gebäude mit eigener Photovoltaikanlage ist dieser Gedanke schon heute Alltag. Je mehr Solarstrom direkt vor Ort verbraucht wird, desto wirtschaftlicher arbeitet die Anlage. Batteriespeicher können diesen Effekt verstärken, indem sie Sonnenstrom vom Tag in den Abend verschieben. Ladeinfrastruktur für E-Autos eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, den Eigenverbrauch weiter zu erhöhen.

Die Stromampel macht damit sichtbar, was für die Energiewende immer wichtiger wird: Nicht nur die Erzeugung muss erneuerbar werden, auch der Verbrauch muss flexibler werden. Jede Kilowattstunde, die gezielt zu Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung genutzt wird, hilft dabei, fossile Kraftwerke zu verdrängen und das Stromsystem effizienter zu machen.

Die gute Nachricht: Viele Lösungen dafür sind längst verfügbar. Intelligente Wallboxen, Wärmepumpensteuerungen, Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme können den Verbrauch automatisch anpassen. Was früher nur ein Thema für Netzbetreiber und Energieversorger war, kommt damit direkt in Haushalten, Unternehmen und kommunalen Gebäuden an.

Die Energiewende besteht also nicht nur aus neuen Solar- und Windkraftanlagen. Sie besteht auch aus einem neuen Bewusstsein: Strom ist dann besonders wertvoll, wenn er sauber erzeugt wird. Und je besser wir unseren Verbrauch daran anpassen, desto mehr erneuerbare Energie können wir nutzen.

Jan Simon 1 Min. Lesezeit Politik & Recht Technik & Wissen

Warnung vor gefälschten Schreiben an Photovoltaik-Anlagenbetreiber

Die Bundesnetzagentur warnt vor gefälschten Schreiben, die derzeit offenbar an Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen verschickt werden. Darin wird unter anderem auf angebliche Pflichtverstöße bei der Registrierung im Marktstammdatenregister hingewiesen und eine Zahlung verlangt.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur handelt es sich dabei nicht um offizielle Schreiben der Behörde. Anlagenbetreiber sollten kein Geld überweisen, keine persönlichen Daten weitergeben und im Zweifel die Angaben direkt prüfen. Betroffene können sich außerdem an die örtliche Polizei wenden und Strafanzeige stellen.

Mehr Informationen finden Sie hier:

https://www.pv-magazine.de/2026/05/18/bundesnetzagentur-warnt-photovoltaik-anlagenbetreiber-vor-gefaelschten-schreiben-samt-zahlungsaufforderung/

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Veranstaltung Vereinsarbeit Bürgersonnenkraftwerk

Einweihung des Bürgersonnenkraftwerks Frankfurt-Leibnizschule

An der Leibnizschule in Frankfurt wurde das neue Bürgersonnenkraftwerk feierlich eingeweiht. Mit dabei waren die Schülervertretung, Lehrkräfte und Schulleitung, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Frankfurt, Mitarbeitende der Sonneninitiative sowie die Teilnehmenden, die das Projekt durch ihre Investition möglich gemacht haben.

Schulleiter Benjamin Metz begrüßte die Anwesenden und betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es sei, aktiv etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu gestalten. Erneuerbare Energien seien dafür ein zentraler Baustein.

Einen besonderen Beitrag leisteten zwei Schüler der 9. Klasse: In einem gelungenen Referat stellten sie die Entwicklung der Photovoltaik von ihren Anfängen bis heute vor. Dabei gingen sie sowohl auf die physikalischen Grundlagen als auch auf die gesellschaftliche Bedeutung und die Auswirkungen auf Natur und Umwelt ein.

Anschließend stellte Volker Klös, Geschäftsführer der Sonneninitiative, das Bürgersonnenkraftwerk vor. Er zeigte sich besonders erfreut über die große Anteilnahme vor Ort und darüber, dass das Projekt an der Leibnizschule auf so viel Interesse stößt.

Auch Jan Jacob Hofmann, ehemaliger Schüler der Leibnizschule und einer der Investoren des Bürgersonnenkraftwerks, richtete einige Worte an die Schulgemeinschaft. Ihm sei es ein persönliches Anliegen gewesen, seiner alten Schule etwas zurückzugeben. Gleichzeitig machte er deutlich, dass zwar niemand allein die Welt retten könne, aber jeder Mensch einen kleinen Beitrag leisten könne.

Für die Stadt Frankfurt sprach Anton Mandl vom Amt für Bau und Immobilien Frankfurt zu den Gästen. Er stellte heraus, wie viel Kommunikation und Abstimmung notwendig ist, um ein solches Projekt erfolgreich umzusetzen. Umso größer sei die Freude, wenn daraus sinnvolle Projekte mit echtem Mehrwert und sichtbarem Klimaschutz entstehen.

Im Anschluss wurden gemeinsame Fotos gemacht und die neue Photovoltaikanlage besichtigt. Ein ausdrücklicher Dank gilt Betül Virit, Lehrerin an der Leibnizschule und Organisatorin der Veranstaltung, die die Einweihung mit großem Engagement vorbereitet und begleitet hat.

Das Bürgersonnenkraftwerk an der Leibnizschule zeigt eindrucksvoll, wie Klimaschutz, Bildung und Bürgerbeteiligung zusammenwirken können.

Verknüpftes Projekt

Frankfurt

Leibnizschule

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Christian Quast 2 Min. Lesezeit Investment & Rendite Steuern

31.5.: Steuertag war gestern – Gestaltungstag ist heute

Die Abgabefrist für die Steuererklärung hat sich verschoben. Für viele ist das nur ein Detail – für andere eine echte Chance.

Früher war der 31. Mai ein fester Termin im Kalender: Steuererklärung fertig, Thema erledigt. Heute liegt die Frist deutlich später, sie wurde schon Ende der 10er Jahre auf den 31.7. gelegt.

Was wie eine reine Formalität wirkt, verändert in Wahrheit den Blick auf das Thema Steuern.

Denn wer sich erst mit der Abgabe beschäftigt, wenn alle Zahlen feststehen, kann nichts mehr gestalten. Die eigentlichen Spielräume müssen vorher angegangen werden.

Das wird besonders deutlich in Jahren mit außergewöhnlichen Einkünften. Ein typisches Beispiel ist eine Abfindung. Sie fällt meist in einem einzigen Jahr an – und trifft dort auf die volle steuerliche Progression. Selbst mit der bekannten Fünftelregelung bleibt die Belastung oft hoch.

Genau hier entscheidet sich, ob Steuern einfach hingenommen oder aktiv gestaltet werden.

Ein zentrales Instrument ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g EStG. Er ermöglicht es, geplante Investitionen – etwa in eine Photovoltaikanlage – steuerlich vorzuziehen. Bis zu 50 % der voraussichtlichen Kosten können bereits im Vorfeld gewinnmindernd berücksichtigt werden.

Der Effekt ist gerade in Jahren mit hohem Einkommen besonders stark:
Die steuerliche Bemessungsgrundlage sinkt genau dort, wo der Steuersatz am höchsten ist.

Das macht den Unterschied. Während eine Abfindung die Progression „nach oben zieht“, wirkt der IAB gezielt in die andere Richtung. Aus einer hohen Steuerlast kann so eine deutlich ausgewogenere Situation entstehen – verbunden mit einer realen Investition in eine langfristige Ertragsquelle.

Entscheidend ist das Timing. Der IAB entfaltet seine Wirkung nur in dem Jahr, in dem er gebildet wird. Wer frühzeitig plant, kann gezielt gegensteuern. Wer erst zur Abgabe handelt, hat diese Möglichkeit meist bereits verpasst.

Unser Fazit:
Die verschobene Abgabefrist ist mehr als eine organisatorische Änderung. Sie schafft Raum für bessere Entscheidungen. Und gerade in besonderen Einkommenssituationen zeigt sich, wie viel Potenzial in einer vorausschauenden Gestaltung steckt.

Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Politik & Recht

Sonne und Wind schicken keine Krisenrechnung

Die aktuellen Krisen zeigen erneut, wie verwundbar fossile Energie ist: Wenn Öl- und Gaspreise steigen, merken das viele Menschen direkt an der Tankstelle oder bei den Heizkosten. Gleichzeitig bleibt Strom vergleichsweise stabiler – auch, weil erneuerbare Energien längst einen wichtigen Beitrag leisten. Wer auf E-Auto, Wärmepumpe und Solarstrom gesetzt hat, spürt jetzt den Vorteil.

Wenn internationale Konflikte eskalieren, dauert es oft nicht lange, bis die Folgen an der Tankstelle sichtbar werden. Benzin, Diesel, Heizöl und Gas reagieren empfindlich auf politische Unsicherheit, Lieferkettenprobleme und steigende Weltmarktpreise. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Energie wird plötzlich wieder teurer – ohne dass sie selbst darauf Einfluss hätten.

Genau darin liegt das Grundproblem fossiler Energien. Öl und Gas müssen importiert, transportiert und auf internationalen Märkten eingekauft werden. Wer davon abhängig ist, ist auch abhängig von Krisen, Spekulation und geopolitischen Interessen. Jede neue Unsicherheit kann sich direkt in höheren Preisen niederschlagen.

Beim Strom zeigt sich ein anderes Bild. Natürlich ist auch der Strommarkt nicht vollständig unabhängig von fossilen Energien. Noch immer können Gas- und Kohlekraftwerke in bestimmten Stunden den Preis beeinflussen. Doch je mehr Strom aus Sonne und Wind erzeugt wird, desto geringer wird diese Abhängigkeit. Erneuerbare Energien brauchen keinen Brennstoff, der täglich neu eingekauft werden muss. Die Sonne schickt keine Rechnung, der Wind verlangt keinen Risikoaufschlag.

Gerade jetzt wird sichtbar, welchen praktischen Nutzen die Energiewende hat. Sie ist nicht nur Klimaschutz, sondern auch Schutz vor fossilen Preisschocks. Jede Kilowattstunde Solarstrom ersetzt Energie, die sonst aus Kohle, Gas oder Öl stammen müsste. Und jede Anlage auf einem Dach, an einer Fassade oder auf einer geeigneten Fläche macht uns ein Stück unabhängiger.

Besonders deutlich wird das bei Menschen, die bereits umgestiegen sind. Wer heute mit dem E-Auto fährt, mit einer Wärmepumpe heizt und Strom aus erneuerbaren Energien nutzt, ist von den aktuellen Preissprüngen bei Öl, Benzin, Diesel und Gas deutlich weniger betroffen. Die Tankstelle und der Heizöltank bestimmen nicht mehr die eigene Kostenrechnung. Natürlich ist auch Strom nicht kostenlos. Aber Strom aus Sonne und Wind ist wesentlich berechenbarer als fossile Energie, deren Preis von Krisenregionen, Förderländern und internationalen Märkten abhängt.

Umso fragwürdiger ist es, wenn die Politik in solchen Situationen erneut fossile Energien subventioniert. Ein Tankrabatt mag kurzfristig entlasten, vor allem Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind. Doch er löst das eigentliche Problem nicht. Im Gegenteil: Er hält die Abhängigkeit von Benzin und Diesel künstlich am Leben und kostet zugleich Steuergeld. Bürgerinnen und Bürger zahlen damit doppelt: erst über den Staatshaushalt für die Entlastung an der Zapfsäule – und später weiter über hohe Energiekosten, weil sich an der fossilen Abhängigkeit nichts ändert.

Eine nachhaltige Antwort auf steigende Energiepreise kann deshalb nicht darin bestehen, fossile Energien immer wieder billiger zu machen. Die bessere Antwort ist, weniger fossile Energie zu brauchen. Das gelingt durch mehr erneuerbaren Strom, durch effiziente Wärmepumpen, durch Elektromobilität und durch regionale Energieprojekte, an denen Bürgerinnen und Bürger selbst beteiligt sind.

Genau hier setzen Bürgersonnenkraftwerke an. Sie erzeugen Strom dort, wo er gebraucht wird: auf kommunalen Gebäuden, Unternehmen, Wohnhäusern und geeigneten Flächen. Die Investition kommt aus der Bürgerschaft, der Nutzen bleibt vor Ort. Kommunen, Betriebe und Mieterinnen und Mieter können langfristig von sauberem und kalkulierbarem Strom profitieren. Gleichzeitig fließt weniger Geld in fossile Importe und mehr Wertschöpfung bleibt in der Region.

Jedes Bürgersonnenkraftwerk ist deshalb mehr als eine Photovoltaikanlage. Es ist ein Stück Unabhängigkeit. Es schützt das Klima, senkt langfristig Energiekosten und macht deutlich: Wir sind den fossilen Märkten nicht hilflos ausgeliefert. Wir können Energie selbst erzeugen – sauber, regional und krisenfester.

Die nächste Energiekrise kommt bestimmt, solange wir an Öl und Gas hängen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wie hoch der nächste Tankrabatt ausfallen muss. Die entscheidende Frage ist, wie schnell wir dafür sorgen, dass wir ihn nicht mehr brauchen.

Jan Simon 4 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Politik & Recht

Steuergeld gegen Windräder

In den USA werden Unternehmen dafür entschädigt, geplante Offshore-Windparks aufzugeben und stattdessen in fossile Energieprojekte zu investieren. Am Ende zahlen die Menschen doppelt: erst über öffentliche Gelder – und später über höhere Energiekosten.

In den USA erreicht der politische Kampf gegen erneuerbare Energien eine neue Stufe. Die Regierung hat Vereinbarungen mit den Unternehmen Bluepoint Wind und Golden State Wind geschlossen. Beide Unternehmen sollen ihre Offshore-Wind-Leases aufgeben. Gleichzeitig sollen verbundene Unternehmen in sogenannte „konventionelle Energieprojekte“ investieren – also in klassische Energieinfrastruktur statt in Windkraft.

Das bestätigt nicht nur die Presse, sondern auch das US-Innenministerium selbst. In seiner Mitteilung spricht das Ministerium davon, dass Bluepoint Wind und Golden State Wind ihre Offshore-Wind-Leases freiwillig beenden und dass verbundene Unternehmen Investitionen in konventionelle Energieprojekte tätigen sollen.

Nach Angaben von Reuters geht es dabei um insgesamt 885 Millionen US-Dollar: 765 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Bluepoint Wind und 120 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Golden State Wind. Auch Associated Press berichtet, dass die Unternehmen im Gegenzug ihre Offshore-Windprojekte aufgeben und keine neuen Offshore-Windprojekte in den USA verfolgen sollen.

Das ist bemerkenswert. Denn wenn Windkraft tatsächlich so chancenlos und unwirtschaftlich wäre, wie ihre Gegner seit Jahren behaupten, müsste man sie nicht mit politischen Deals aus dem Markt drängen. Dann würden solche Projekte von allein scheitern. Stattdessen wird aktiv nachgeholfen: Geld und Investitionen fließen nicht in den Ausbau sauberer Energie, sondern in deren Verhinderung.

Es handelt sich dabei offenbar nicht um einen Einzelfall. Bereits im März 2026 hatte TotalEnergies einen ähnlichen Deal mit dem US-Innenministerium bestätigt. Das Unternehmen beendet seine US-Offshore-Windprojekte. Im Gegenzug sollen gezahlte Lease-Gebühren erstattet werden, während TotalEnergies einen entsprechenden Betrag in US-Gas-, Öl- und LNG-Projekte investiert.

Besonders absurd ist dabei, wer am Ende die Rechnung zahlt: die Bürgerinnen und Bürger. Öffentliche Einnahmen, die eigentlich für den Staat und damit für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen könnten, werden eingesetzt, um den Ausstieg aus sauberen Energieprojekten zu ermöglichen. Gleichzeitig bleiben fossile Strukturen länger erhalten – mit all den bekannten Folgen: größere Abhängigkeit, stärkere Preisschwankungen und langfristig höhere Energiekosten.

Die Menschen zahlen damit doppelt. Zuerst über öffentliche Mittel, wenn der Rückzug aus Windenergieprojekten politisch ermöglicht wird. Und später noch einmal über ihre Strom-, Heiz- und Mobilitätskosten, weil günstige erneuerbare Energie fehlt und fossile Abhängigkeiten künstlich verlängert werden. Aus öffentlichem Geld wird so eine Unterstützung für Unternehmen, die der Allgemeinheit anschließend wieder Rechnungen stellen.

Der Vorgang zeigt, worum es in der energiepolitischen Auseinandersetzung wirklich geht. Es geht nicht nur um Kosten, Versorgungssicherheit oder Technologieoffenheit. Es geht auch um alte Geschäftsmodelle, politische Macht und die Frage, wer künftig an Energie verdient.

Wind- und Solarenergie setzen sich nicht deshalb durch, weil sie ideologisch gewollt sind. Sie setzen sich durch, weil sie immer häufiger die wirtschaftlich sinnvollere Lösung sind: dezentral, sauber, langfristig kalkulierbar und unabhängig von fossilen Preisschwankungen.

Gerade deshalb werden sie so heftig bekämpft. Wenn der Staat politische und finanzielle Anreize schafft, um erneuerbare Energieprojekte zu stoppen und Investitionen zurück in fossile Strukturen zu lenken, ist das kein Zeichen der Schwäche der Erneuerbaren. Es ist ein Zeichen ihrer Stärke.

Die Zukunft liegt nicht darin, alte fossile Strukturen künstlich zu verlängern. Die Zukunft liegt in sauberer, bezahlbarer und unabhängiger Energie – aus Sonne, Wind und Bürgerbeteiligung.

Quellen:

- US Department of the Interior: „Interior Announces Two Historic Agreements to Promote Affordable, Reliable Energy“
https://www.doi.gov/pressreleases/interior-announces-two-historic-agreements-promote-affordable-reliable-energy

- Reuters: „US to end more offshore wind leases in exchange for fossil fuel investments“
https://www.reuters.com/business/energy/us-reaches-deal-end-two-more-offshore-wind-leases-2026-04-27/

- Associated Press: „Trump administration to pay 2 more companies to walk away from US offshore wind leases“
https://apnews.com/article/02a1fa04b750809bbe035a70256c734d

- TotalEnergies: „United States: TotalEnergies Signs Agreements with U.S. Department of Interior to End its U.S. Offshore Wind Projects“
https://totalenergies.com/news/press-releases/united-states-totalenergies-signs-agreements-us-department-interior-end-its-us

- Reuters: „TotalEnergies abandons US offshore wind, will invest $1 billion in oil and gas“
https://www.reuters.com/business/energy/ceraweek-us-totalenergies-shift-1-billion-wind-oil-gas-2026-03-23/

- taz: „US-Regierung bezahlt Unternehmen fürs Canceln von Windparks“
https://taz.de/US-Regierung-bezahlt-Unternehmen-fuers-Canceln-von-Windparks/!6174615/

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht Veranstaltung

Fachplanertag Erneuerbare Energien: Viel Konsens – und ein genauer Blick aufs Detail

Nach längerer Pause hat die Ingenieurkammer Hessen den Fachplanertag Erneuerbare Energien wiederbelebt – und damit einen wichtigen Treffpunkt für die Branche zurück auf die Bühne gebracht. In der Kongresshalle Gießen kamen Planer, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.

Die Richtung war dabei schnell klar: Erneuerbare Energien sind längst nicht mehr nur ein Baustein der Energiewende, sondern eine tragende Säule für Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Entsprechend deutlich fielen auch die Beiträge aus Politik und Fachwelt aus.

Zwischen Finanzierung, Technik und neuen Geschäftsmodellen

In den Fachvorträgen spannte sich der Bogen von der Projektfinanzierung über neue Simulationsansätze in der Geothermie bis hin zu Fragen der Sektorenkopplung und Versorgungssicherheit. Immer wieder wurde deutlich: Die Technologien sind vorhanden – entscheidend ist, wie sie wirtschaftlich und systemisch sinnvoll zusammengebracht werden.

Ein Schwerpunkt lag auf neuen Formen der Stromnutzung und -vermarktung. Direktlieferungen, dezentrale Strukturen und flexible Systeme gewinnen an Bedeutung – nicht nur technisch, sondern vor allem wirtschaftlich.

Vom Dach zum Geschäftsmodell

Im Beitrag von Christian Quast „Vom Dach zum Geschäftsmodell“ ging es um die Frage, warum gerade große PV-Aufdachanlagen so oft an scheinbar kleinen Punkten scheitern – oder eben erfolgreich werden.

Die zentrale Erkenntnis:
Es ist nicht die Technik, die über den Erfolg entscheidet.

Vielmehr greifen drei Ebenen ineinander:

  • Netz

  • Recht

  • Wirtschaftlichkeit

Schon kleinste Abweichungen – etwa bei Anlagengrößen, Messkonzepten oder Vermarktungswegen – können erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben. Gleichzeitig eröffnen sich durch Modelle wie dem Stromverkauf vor Ort oder der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung neue Chancen, die gezielt genutzt werden müssen.

Austausch auf Augenhöhe

Neben den Vorträgen war es vor allem der persönliche Austausch, der den Fachplanertag geprägt hat. Hier wurde deutlich, dass viele Akteure vor ähnlichen Herausforderungen stehen: komplexe Rahmenbedingungen, steigende Anforderungen – aber auch ein wachsendes Instrumentarium an Lösungen.

Unser Eindruck

Der Fachplanertag hat gezeigt, dass die Branche fachlich weit ist – und gleichzeitig sensibler denn je für die entscheidenden Stellschrauben geworden ist.

Gerade bei größeren Projekten wird klar:
Erfolg entsteht nicht durch Größe allein, sondern durch das Zusammenspiel vieler Details.

Und genau hier liegt auch die tägliche Arbeit des Vereins: Projekte so zu entwickeln, dass Technik, Recht und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen – und am Ende ein lukratives Geschäftsmodell entsteht.

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