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Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Wochen rund um Bürgerenergie, Photovoltaik und aktuelle Gesetzgebung – kompakt und auf den Punkt.

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Christian Quast 2 Min. Lesezeit Investment & Rendite Steuern

31.5.: Steuertag war gestern – Gestaltungstag ist heute

Die Abgabefrist für die Steuererklärung hat sich verschoben. Für viele ist das nur ein Detail – für andere eine echte Chance.

Früher war der 31. Mai ein fester Termin im Kalender: Steuererklärung fertig, Thema erledigt. Heute liegt die Frist deutlich später, sie wurde schon Ende der 10er Jahre auf den 31.7. gelegt.

Was wie eine reine Formalität wirkt, verändert in Wahrheit den Blick auf das Thema Steuern.

Denn wer sich erst mit der Abgabe beschäftigt, wenn alle Zahlen feststehen, kann nichts mehr gestalten. Die eigentlichen Spielräume müssen vorher angegangen werden.

Das wird besonders deutlich in Jahren mit außergewöhnlichen Einkünften. Ein typisches Beispiel ist eine Abfindung. Sie fällt meist in einem einzigen Jahr an – und trifft dort auf die volle steuerliche Progression. Selbst mit der bekannten Fünftelregelung bleibt die Belastung oft hoch.

Genau hier entscheidet sich, ob Steuern einfach hingenommen oder aktiv gestaltet werden.

Ein zentrales Instrument ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g EStG. Er ermöglicht es, geplante Investitionen – etwa in eine Photovoltaikanlage – steuerlich vorzuziehen. Bis zu 50 % der voraussichtlichen Kosten können bereits im Vorfeld gewinnmindernd berücksichtigt werden.

Der Effekt ist gerade in Jahren mit hohem Einkommen besonders stark:
Die steuerliche Bemessungsgrundlage sinkt genau dort, wo der Steuersatz am höchsten ist.

Das macht den Unterschied. Während eine Abfindung die Progression „nach oben zieht“, wirkt der IAB gezielt in die andere Richtung. Aus einer hohen Steuerlast kann so eine deutlich ausgewogenere Situation entstehen – verbunden mit einer realen Investition in eine langfristige Ertragsquelle.

Entscheidend ist das Timing. Der IAB entfaltet seine Wirkung nur in dem Jahr, in dem er gebildet wird. Wer frühzeitig plant, kann gezielt gegensteuern. Wer erst zur Abgabe handelt, hat diese Möglichkeit meist bereits verpasst.

Unser Fazit:
Die verschobene Abgabefrist ist mehr als eine organisatorische Änderung. Sie schafft Raum für bessere Entscheidungen. Und gerade in besonderen Einkommenssituationen zeigt sich, wie viel Potenzial in einer vorausschauenden Gestaltung steckt.

Jan Simon 3 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Politik & Recht

Sonne und Wind schicken keine Krisenrechnung

Die aktuellen Krisen zeigen erneut, wie verwundbar fossile Energie ist: Wenn Öl- und Gaspreise steigen, merken das viele Menschen direkt an der Tankstelle oder bei den Heizkosten. Gleichzeitig bleibt Strom vergleichsweise stabiler – auch, weil erneuerbare Energien längst einen wichtigen Beitrag leisten. Wer auf E-Auto, Wärmepumpe und Solarstrom gesetzt hat, spürt jetzt den Vorteil.

Wenn internationale Konflikte eskalieren, dauert es oft nicht lange, bis die Folgen an der Tankstelle sichtbar werden. Benzin, Diesel, Heizöl und Gas reagieren empfindlich auf politische Unsicherheit, Lieferkettenprobleme und steigende Weltmarktpreise. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Energie wird plötzlich wieder teurer – ohne dass sie selbst darauf Einfluss hätten.

Genau darin liegt das Grundproblem fossiler Energien. Öl und Gas müssen importiert, transportiert und auf internationalen Märkten eingekauft werden. Wer davon abhängig ist, ist auch abhängig von Krisen, Spekulation und geopolitischen Interessen. Jede neue Unsicherheit kann sich direkt in höheren Preisen niederschlagen.

Beim Strom zeigt sich ein anderes Bild. Natürlich ist auch der Strommarkt nicht vollständig unabhängig von fossilen Energien. Noch immer können Gas- und Kohlekraftwerke in bestimmten Stunden den Preis beeinflussen. Doch je mehr Strom aus Sonne und Wind erzeugt wird, desto geringer wird diese Abhängigkeit. Erneuerbare Energien brauchen keinen Brennstoff, der täglich neu eingekauft werden muss. Die Sonne schickt keine Rechnung, der Wind verlangt keinen Risikoaufschlag.

Gerade jetzt wird sichtbar, welchen praktischen Nutzen die Energiewende hat. Sie ist nicht nur Klimaschutz, sondern auch Schutz vor fossilen Preisschocks. Jede Kilowattstunde Solarstrom ersetzt Energie, die sonst aus Kohle, Gas oder Öl stammen müsste. Und jede Anlage auf einem Dach, an einer Fassade oder auf einer geeigneten Fläche macht uns ein Stück unabhängiger.

Besonders deutlich wird das bei Menschen, die bereits umgestiegen sind. Wer heute mit dem E-Auto fährt, mit einer Wärmepumpe heizt und Strom aus erneuerbaren Energien nutzt, ist von den aktuellen Preissprüngen bei Öl, Benzin, Diesel und Gas deutlich weniger betroffen. Die Tankstelle und der Heizöltank bestimmen nicht mehr die eigene Kostenrechnung. Natürlich ist auch Strom nicht kostenlos. Aber Strom aus Sonne und Wind ist wesentlich berechenbarer als fossile Energie, deren Preis von Krisenregionen, Förderländern und internationalen Märkten abhängt.

Umso fragwürdiger ist es, wenn die Politik in solchen Situationen erneut fossile Energien subventioniert. Ein Tankrabatt mag kurzfristig entlasten, vor allem Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind. Doch er löst das eigentliche Problem nicht. Im Gegenteil: Er hält die Abhängigkeit von Benzin und Diesel künstlich am Leben und kostet zugleich Steuergeld. Bürgerinnen und Bürger zahlen damit doppelt: erst über den Staatshaushalt für die Entlastung an der Zapfsäule – und später weiter über hohe Energiekosten, weil sich an der fossilen Abhängigkeit nichts ändert.

Eine nachhaltige Antwort auf steigende Energiepreise kann deshalb nicht darin bestehen, fossile Energien immer wieder billiger zu machen. Die bessere Antwort ist, weniger fossile Energie zu brauchen. Das gelingt durch mehr erneuerbaren Strom, durch effiziente Wärmepumpen, durch Elektromobilität und durch regionale Energieprojekte, an denen Bürgerinnen und Bürger selbst beteiligt sind.

Genau hier setzen Bürgersonnenkraftwerke an. Sie erzeugen Strom dort, wo er gebraucht wird: auf kommunalen Gebäuden, Unternehmen, Wohnhäusern und geeigneten Flächen. Die Investition kommt aus der Bürgerschaft, der Nutzen bleibt vor Ort. Kommunen, Betriebe und Mieterinnen und Mieter können langfristig von sauberem und kalkulierbarem Strom profitieren. Gleichzeitig fließt weniger Geld in fossile Importe und mehr Wertschöpfung bleibt in der Region.

Jedes Bürgersonnenkraftwerk ist deshalb mehr als eine Photovoltaikanlage. Es ist ein Stück Unabhängigkeit. Es schützt das Klima, senkt langfristig Energiekosten und macht deutlich: Wir sind den fossilen Märkten nicht hilflos ausgeliefert. Wir können Energie selbst erzeugen – sauber, regional und krisenfester.

Die nächste Energiekrise kommt bestimmt, solange wir an Öl und Gas hängen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wie hoch der nächste Tankrabatt ausfallen muss. Die entscheidende Frage ist, wie schnell wir dafür sorgen, dass wir ihn nicht mehr brauchen.

Jan Simon 4 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Politik & Recht

Steuergeld gegen Windräder

In den USA werden Unternehmen dafür entschädigt, geplante Offshore-Windparks aufzugeben und stattdessen in fossile Energieprojekte zu investieren. Am Ende zahlen die Menschen doppelt: erst über öffentliche Gelder – und später über höhere Energiekosten.

In den USA erreicht der politische Kampf gegen erneuerbare Energien eine neue Stufe. Die Regierung hat Vereinbarungen mit den Unternehmen Bluepoint Wind und Golden State Wind geschlossen. Beide Unternehmen sollen ihre Offshore-Wind-Leases aufgeben. Gleichzeitig sollen verbundene Unternehmen in sogenannte „konventionelle Energieprojekte“ investieren – also in klassische Energieinfrastruktur statt in Windkraft.

Das bestätigt nicht nur die Presse, sondern auch das US-Innenministerium selbst. In seiner Mitteilung spricht das Ministerium davon, dass Bluepoint Wind und Golden State Wind ihre Offshore-Wind-Leases freiwillig beenden und dass verbundene Unternehmen Investitionen in konventionelle Energieprojekte tätigen sollen.

Nach Angaben von Reuters geht es dabei um insgesamt 885 Millionen US-Dollar: 765 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Bluepoint Wind und 120 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Golden State Wind. Auch Associated Press berichtet, dass die Unternehmen im Gegenzug ihre Offshore-Windprojekte aufgeben und keine neuen Offshore-Windprojekte in den USA verfolgen sollen.

Das ist bemerkenswert. Denn wenn Windkraft tatsächlich so chancenlos und unwirtschaftlich wäre, wie ihre Gegner seit Jahren behaupten, müsste man sie nicht mit politischen Deals aus dem Markt drängen. Dann würden solche Projekte von allein scheitern. Stattdessen wird aktiv nachgeholfen: Geld und Investitionen fließen nicht in den Ausbau sauberer Energie, sondern in deren Verhinderung.

Es handelt sich dabei offenbar nicht um einen Einzelfall. Bereits im März 2026 hatte TotalEnergies einen ähnlichen Deal mit dem US-Innenministerium bestätigt. Das Unternehmen beendet seine US-Offshore-Windprojekte. Im Gegenzug sollen gezahlte Lease-Gebühren erstattet werden, während TotalEnergies einen entsprechenden Betrag in US-Gas-, Öl- und LNG-Projekte investiert.

Besonders absurd ist dabei, wer am Ende die Rechnung zahlt: die Bürgerinnen und Bürger. Öffentliche Einnahmen, die eigentlich für den Staat und damit für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen könnten, werden eingesetzt, um den Ausstieg aus sauberen Energieprojekten zu ermöglichen. Gleichzeitig bleiben fossile Strukturen länger erhalten – mit all den bekannten Folgen: größere Abhängigkeit, stärkere Preisschwankungen und langfristig höhere Energiekosten.

Die Menschen zahlen damit doppelt. Zuerst über öffentliche Mittel, wenn der Rückzug aus Windenergieprojekten politisch ermöglicht wird. Und später noch einmal über ihre Strom-, Heiz- und Mobilitätskosten, weil günstige erneuerbare Energie fehlt und fossile Abhängigkeiten künstlich verlängert werden. Aus öffentlichem Geld wird so eine Unterstützung für Unternehmen, die der Allgemeinheit anschließend wieder Rechnungen stellen.

Der Vorgang zeigt, worum es in der energiepolitischen Auseinandersetzung wirklich geht. Es geht nicht nur um Kosten, Versorgungssicherheit oder Technologieoffenheit. Es geht auch um alte Geschäftsmodelle, politische Macht und die Frage, wer künftig an Energie verdient.

Wind- und Solarenergie setzen sich nicht deshalb durch, weil sie ideologisch gewollt sind. Sie setzen sich durch, weil sie immer häufiger die wirtschaftlich sinnvollere Lösung sind: dezentral, sauber, langfristig kalkulierbar und unabhängig von fossilen Preisschwankungen.

Gerade deshalb werden sie so heftig bekämpft. Wenn der Staat politische und finanzielle Anreize schafft, um erneuerbare Energieprojekte zu stoppen und Investitionen zurück in fossile Strukturen zu lenken, ist das kein Zeichen der Schwäche der Erneuerbaren. Es ist ein Zeichen ihrer Stärke.

Die Zukunft liegt nicht darin, alte fossile Strukturen künstlich zu verlängern. Die Zukunft liegt in sauberer, bezahlbarer und unabhängiger Energie – aus Sonne, Wind und Bürgerbeteiligung.

Quellen:

- US Department of the Interior: „Interior Announces Two Historic Agreements to Promote Affordable, Reliable Energy“
https://www.doi.gov/pressreleases/interior-announces-two-historic-agreements-promote-affordable-reliable-energy

- Reuters: „US to end more offshore wind leases in exchange for fossil fuel investments“
https://www.reuters.com/business/energy/us-reaches-deal-end-two-more-offshore-wind-leases-2026-04-27/

- Associated Press: „Trump administration to pay 2 more companies to walk away from US offshore wind leases“
https://apnews.com/article/02a1fa04b750809bbe035a70256c734d

- TotalEnergies: „United States: TotalEnergies Signs Agreements with U.S. Department of Interior to End its U.S. Offshore Wind Projects“
https://totalenergies.com/news/press-releases/united-states-totalenergies-signs-agreements-us-department-interior-end-its-us

- Reuters: „TotalEnergies abandons US offshore wind, will invest $1 billion in oil and gas“
https://www.reuters.com/business/energy/ceraweek-us-totalenergies-shift-1-billion-wind-oil-gas-2026-03-23/

- taz: „US-Regierung bezahlt Unternehmen fürs Canceln von Windparks“
https://taz.de/US-Regierung-bezahlt-Unternehmen-fuers-Canceln-von-Windparks/!6174615/

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Energiewende & Klima Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Politik & Recht Veranstaltung

Fachplanertag Erneuerbare Energien: Viel Konsens – und ein genauer Blick aufs Detail

Nach längerer Pause hat die Ingenieurkammer Hessen den Fachplanertag Erneuerbare Energien wiederbelebt – und damit einen wichtigen Treffpunkt für die Branche zurück auf die Bühne gebracht. In der Kongresshalle Gießen kamen Planer, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.

Die Richtung war dabei schnell klar: Erneuerbare Energien sind längst nicht mehr nur ein Baustein der Energiewende, sondern eine tragende Säule für Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Entsprechend deutlich fielen auch die Beiträge aus Politik und Fachwelt aus.

Zwischen Finanzierung, Technik und neuen Geschäftsmodellen

In den Fachvorträgen spannte sich der Bogen von der Projektfinanzierung über neue Simulationsansätze in der Geothermie bis hin zu Fragen der Sektorenkopplung und Versorgungssicherheit. Immer wieder wurde deutlich: Die Technologien sind vorhanden – entscheidend ist, wie sie wirtschaftlich und systemisch sinnvoll zusammengebracht werden.

Ein Schwerpunkt lag auf neuen Formen der Stromnutzung und -vermarktung. Direktlieferungen, dezentrale Strukturen und flexible Systeme gewinnen an Bedeutung – nicht nur technisch, sondern vor allem wirtschaftlich.

Vom Dach zum Geschäftsmodell

Im Beitrag von Christian Quast „Vom Dach zum Geschäftsmodell“ ging es um die Frage, warum gerade große PV-Aufdachanlagen so oft an scheinbar kleinen Punkten scheitern – oder eben erfolgreich werden.

Die zentrale Erkenntnis:
Es ist nicht die Technik, die über den Erfolg entscheidet.

Vielmehr greifen drei Ebenen ineinander:

  • Netz

  • Recht

  • Wirtschaftlichkeit

Schon kleinste Abweichungen – etwa bei Anlagengrößen, Messkonzepten oder Vermarktungswegen – können erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben. Gleichzeitig eröffnen sich durch Modelle wie dem Stromverkauf vor Ort oder der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung neue Chancen, die gezielt genutzt werden müssen.

Austausch auf Augenhöhe

Neben den Vorträgen war es vor allem der persönliche Austausch, der den Fachplanertag geprägt hat. Hier wurde deutlich, dass viele Akteure vor ähnlichen Herausforderungen stehen: komplexe Rahmenbedingungen, steigende Anforderungen – aber auch ein wachsendes Instrumentarium an Lösungen.

Unser Eindruck

Der Fachplanertag hat gezeigt, dass die Branche fachlich weit ist – und gleichzeitig sensibler denn je für die entscheidenden Stellschrauben geworden ist.

Gerade bei größeren Projekten wird klar:
Erfolg entsteht nicht durch Größe allein, sondern durch das Zusammenspiel vieler Details.

Und genau hier liegt auch die tägliche Arbeit des Vereins: Projekte so zu entwickeln, dass Technik, Recht und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen – und am Ende ein lukratives Geschäftsmodell entsteht.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Bürgersonnenkraftwerk Pressemitteilung Veranstaltung

Gelungene Einweihung des Bürgersonnenkraftwerks auf der Mittelhessentherme Laguna in Aßlar

Die Einweihung des neuen Bürgersonnenkraftwerks auf der Mittelhessentherme Laguna in Aßlar war eine rundum gelungene Veranstaltung. Neben Bürgermeister Christian Schwarz, Volker Klös, Geschäftsführer der Sonneninitiative e.V., sowie Vertretern der Verwaltung nahmen auch rund zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgersonnenkraftwerks an dem Termin teil.

Zu Beginn begrüßte Volker Klös die Anwesenden und zeigte sich sehr erfreut über das erfolgreiche Gelingen des Projekts. In seiner Ansprache betonte er noch einmal, wie wichtig es sei, sich Schritt für Schritt unabhängiger von fossilen Energien zu machen. Bürgersonnenkraftwerke seien dabei ein ganz konkreter und wirksamer Beitrag zum Klimaschutz und zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung vor Ort.

Anschließend richtete Bürgermeister Christian Schwarz das Wort an die Gäste. Er bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit dem Verein Sonneninitiative e.V. und hob hervor, wie erfreulich es sei, dass nun der größte Stromverbraucher der Stadt zu großen Teilen mit Sonnenenergie versorgt werden könne. Zugleich machte er deutlich, dass die Stadt Aßlar beim Ausbau der Photovoltaik bereits weit vorangekommen ist: Alle geeigneten Dächer der Stadt sind inzwischen mit PV-Anlagen belegt – auch dabei habe der Verein die Stadt maßgeblich unterstützt.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde die neue Trafostation besichtigt und ihre Funktion näher erläutert. Danach folgten Posterübergabe mit Daten und Bildern des Projekts sowie der symbolische Netzanschluss, die den offiziellen Abschluss der Realisierung des Bürgersonnenkraftwerks markierten.

Im Anschluss wurde in geselliger Runde noch mit einem Glas Sekt auf das gelungene Projekt angestoßen. So klang die Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre aus.

Zum Ende wurde noch einmal der Dank für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen. Ein besonderer Dank galt dabei Herrn Oliver Krämer, der das Projekt in besonderer Weise begleitet und unterstützt hat.

Die Einweihung machte deutlich, wie erfolgreich Projekte der Bürgerenergie dann sind, wenn Kommune, Verein, Verwaltung und engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam an einem Strang ziehen. Das neue Bürgersonnenkraftwerk auf der Mittelhessentherme Laguna ist dafür ein sichtbares und starkes Zeichen.

Christian Quast 3 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Technik & Wissen Energiewende & Klima

Wenn die Einspeisevergütung auf sich warten lässt

Warum Verzögerungen aktuell häufiger sind – und warum nicht immer sofort Handlungsbedarf besteht

In den vergangenen Wochen erreichen uns vermehrt Rückfragen zu verspäteten Zahlungen der Einspeisevergütung. Damit sind Sie nicht allein: Bundesweit berichten Anlagenbetreiber über ähnliche Erfahrungen – unabhängig von Größe oder Standort der Anlage.

Die gute Nachricht vorweg: Der Anspruch auf Vergütung ist gesetzlich gesichert. Es geht in der Regel nicht um das „Ob“, sondern um das „Wann“.

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Was aktuell passiert

Die Ursachen für Verzögerungen sind meist banal – und gleichzeitig strukturell:

• hohe Zahl neuer Anlagen

• fluktuierende Rechtslage

• Umstellungen von IT-Systemen

• Personalmangel bei Netzbetreibern

Selbst große Netzbetreiber sind betroffen, und in Einzelfällen laufen bereits Aufsichtsverfahren oder Gerichtsverfahren.

Wichtig ist dabei: In den meisten Fällen erkennen die Netzbetreiber die Forderungen an – sie zahlen nur verspätet.

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Was viele überrascht: Die Rechtslage

Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs bringt zusätzliche Klarheit – und sorgt gleichzeitig für Ernüchterung:

Netzbetreiber sind nicht verpflichtet, die Einspeisevergütung monatlich abzurechnen und auszuzahlen. Der vollständige Zahlungsanspruch wird erst nach Ablauf des Kalenderjahres fällig.

Das bedeutet:

Die unterjährigen Zahlungen sind rechtlich gesehen Abschläge – nicht die endgültige Vergütung.

Oder anders formuliert:

Was viele als „Verspätung“ empfinden, bewegt sich oft noch im Rahmen der gesetzlichen Systematik.

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Welche Rechte Anlagenbetreiber haben

Ganz rechtlos ist man natürlich nicht:

• Anspruch bleibt bestehen – die Vergütung muss vollständig gezahlt werden

• Abschläge müssen angemessen sein (nicht willkürlich zu niedrig)

Erster Ansprechpartner ist immer der Netzbetreiber selbst. Wenn keine Klärung möglich ist, können auch die Bundesnetzagentur oder die Clearingstelle EEG eingeschaltet werden.

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Und was heißt das für die Praxis?

So unbefriedigend es ist:

Ein sofortiges „Tätigwerden“ ist in vielen Fällen weder notwendig noch sinnvoll.

Denn:

• Die Zahlungen erfolgen häufig verzögert, aber in der Regel korrekt

• Rechtlich ist die jährliche Endabrechnung der maßgebliche Zeitpunkt

• Ein frühzeitiger Konflikt bringt selten Vorteile – aber zusätzlichen Aufwand

• Oft bringen Interventionen genau das Gegenteil des Erwünschten – der Vorgang wird bei den Netzbetreibern ausgesondert und wandert in die Rechtsabteilung

Unser Eindruck aus der Praxis:

In den meisten Fällen lösen sich die offenen Posten im Rahmen der Jahresabrechnung – auch wenn es inzwischen Sommer ist.

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Unser Fazit

Die aktuelle Situation ist unerquicklich – aber kein Systemversagen. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines stark gewachsenen Marktes, der organisatorisch hinterherhinkt.

Für Anlagenbetreiber gilt daher:

• Ruhe bewahren

• Forderungen im Blick behalten

• erst bei echten Auffälligkeiten aktiv werden

Und für uns als Betreiber vieler Anlagen im Auftrag der Teilnehmer:

• Der Verein hat die Zahlungsströme im Blick und meldet sich, wenn tatsächlich Handlungsbedarf entsteht. Die aktuelle Situation ist nicht zufriedenstellend –

aber sie ist kein Ausnahmezustand, der sofortiges Eingreifen erfordert.

Ein frühzeitiges Eskalieren (Mahnungen, Rechtsanwalt, Beschwerden bei BnetzA, etc.) ändert daran erfahrungsgemäß wenig, verursacht aber auf beiden Seiten teils erheblichen zusätzlichen Aufwand. Es ist auch schon vorgekommen, dass erst durch das Intervenieren des Vereins der Vorgang komplett aus dem Ruder gelaufen ist.

Links:

https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101203176/einspeiseverguetung-tausende-menschen-warten-auf-ihr-geld-vom-netzbetreiber.html

https://www.solarserver.de/2026/04/08/bgh-jaehrliche-zahlung-der-eeg-verguetung-durch-netzbetreiber-rechtens/

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Bürgersonnenkraftwerk Investment & Rendite Kommunale Zusammenarbeit

Musterprojekt in Büttelborn: Freiflächen-PV mit Bürgerbeteiligung

Beim Ortstermin in Büttelborn-Worfelden wurde deutlich, wie viel gemeinsames Handeln vor Ort bewirken kann: Kommune, Kreis, Flächeneigentümer und Projektpartner ziehen bei diesem Freiflächen-Photovoltaikprojekt an einem Strang – und schaffen so ein Bürgerprojekt mit regionaler Wertschöpfung und Vorteilen für die Menschen vor Ort. Die Baubegehung fand im Rahmen der Veranstaltung zur Freiflächen-Photovoltaik und Direktversorgung in Büttelborn-Worfelden statt.

Noch vor der Baubegehung hat sich Volker Klös von der Sonneninitiative mit Büttelborns Bürgermeister Marcus Merkel getroffen, um sich das Projekt vor Ort anzuschauen und den aktuellen Baufortschritt zu begutachten.

Dabei wurde einmal mehr deutlich, welche Bedeutung dieses Vorhaben für die Gemeinde hat. Bürgermeister Marcus Merkel ist bei diesem Projekt besonders wichtig, dass die allgemeine Wertschöpfung in der Kommune gestärkt wird. Zugleich hebt er hervor, dass mit dem Projekt auch ein Solartarif verbunden ist, von dem ansässige Bürgerinnen und Bürger profitieren können. Für ihn ist die Anlage deshalb ein echtes Musterprojekt für die Verbindung von Klimaschutz, kommunalem Nutzen und konkretem Mehrwert vor Ort.

Besonders erfreulich ist aus Sicht aller Beteiligten auch, dass die Abläufe zwischen Bauherr, Kommune und Kreis so hervorragend funktioniert haben. Dass das Projekt so gut vorangekommen ist, liegt nicht zuletzt auch an der engagierten Unterstützung vor Ort: Der Landwirt, der die Flächen verpachtet, hat die Umsetzung aktiv begleitet und den Bauträger stark unterstützt.

Volker Klös von der Sonneninitiative freut sich darüber, dass aus dem Vorhaben ein Bürgerprojekt werden konnte. Genau darin liegt die besondere Stärke solcher Projekte: Die Energiewende wird nicht nur sichtbar, sondern auch für die Menschen vor Ort greifbar und mitgestaltbar.

Mit dem Projekt in Büttelborn entsteht damit weit mehr als nur eine neue Photovoltaikanlage. Es entsteht ein Beispiel dafür, wie die Energiewende vor Ort gelingen kann, wenn alle Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten – von der Kommune über die Genehmigungsstellen bis hin zu den Flächeneigentümern und Projektpartnern.

Ab sofort ist auch eine Beteiligung an dem Projekt möglich. Wer sich für das Bürgerprojekt interessiert oder Fragen zum Projekt hat, kann sich gerne an die Sonneninitiative wenden.

Verknüpftes Projekt

Büttelborn

Freifläche Worfelden

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Christian Quast 3 Min. Lesezeit Investment & Rendite

Wenn die Einspeisevergütung auf sich warten lässt

Warum Verzögerungen aktuell häufiger sind – und warum nicht immer sofort Handlungsbedarf besteht

In den vergangenen Wochen erreichen uns vermehrt Rückfragen zu verspäteten Zahlungen der Einspeisevergütung. Damit sind Sie nicht allein: Bundesweit berichten Anlagenbetreiber über ähnliche Erfahrungen – unabhängig von Größe oder Standort der Anlage.

Die gute Nachricht vorweg: Der Anspruch auf Vergütung ist gesetzlich gesichert. Es geht in der Regel nicht um das „Ob“, sondern um das „Wann“.


Was aktuell passiert

Die Ursachen für Verzögerungen sind meist banal – und gleichzeitig strukturell:

  • hohe Zahl neuer Anlagen

  • fluktuierende Rechtslage

  • Umstellungen von IT-Systemen

  • Personalmangel bei Netzbetreibern

Selbst große Netzbetreiber sind betroffen, und in Einzelfällen laufen bereits Aufsichtsverfahren oder Gerichtsverfahren.

Wichtig ist dabei: In den meisten Fällen erkennen die Netzbetreiber die Forderungen an – sie zahlen nur verspätet.


Was viele überrascht: Die Rechtslage

Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs bringt zusätzliche Klarheit – und sorgt gleichzeitig für Ernüchterung:

Netzbetreiber sind nicht verpflichtet, die Einspeisevergütung monatlich abzurechnen und auszuzahlen. Der vollständige Zahlungsanspruch wird erst nach Ablauf des Kalenderjahres fällig.

Das bedeutet:
Die unterjährigen Zahlungen sind rechtlich gesehen Abschläge – nicht die endgültige Vergütung.

Oder anders formuliert:
Was viele als „Verspätung“ empfinden, bewegt sich oft noch im Rahmen der gesetzlichen Systematik.


Welche Rechte Anlagenbetreiber haben

Ganz rechtlos ist man natürlich nicht:

  • Anspruch bleibt bestehen – die Vergütung muss vollständig gezahlt werden

  • Abschläge müssen angemessen sein (nicht willkürlich zu niedrig)

Erster Ansprechpartner ist immer der Netzbetreiber selbst. Wenn keine Klärung möglich ist, können auch die Bundesnetzagentur oder die Clearingstelle EEG eingeschaltet werden.


Und was heißt das für die Praxis?

So unbefriedigend es ist: Ein sofortiges „Tätigwerden“ ist in vielen Fällen weder notwendig noch sinnvoll.

Denn:

  • Die Zahlungen erfolgen häufig verzögert, aber in der Regel korrekt

  • Rechtlich ist die jährliche Endabrechnung der maßgebliche Zeitpunkt

  • Ein frühzeitiger Konflikt bringt selten Vorteile – aber zusätzlichen Aufwand

  • Oft bringen Interventionen genau das Gegenteil des Erwünschten – der Vorgang wird bei den Netzbetreibern ausgesondert und wandert in die Rechtsabteilung

Unser Eindruck aus der Praxis:
In den meisten Fällen lösen sich die offenen Posten im Rahmen der Jahresabrechnung – auch wenn es inzwischen Sommer ist.


Unser Fazit

Die aktuelle Situation ist unerquicklich – aber kein Systemversagen. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines stark gewachsenen Marktes, der organisatorisch hinterherhinkt.

Für Anlagenbetreiber gilt daher:

  • Ruhe bewahren

  • Forderungen im Blick behalten

  • erst bei echten Auffälligkeiten aktiv werden

Und für uns als Betreiber vieler Anlagen im Auftrag der Teilnehmer:

  • Der Verein hat die Zahlungsströme im Blick und meldet sich, wenn tatsächlich Handlungsbedarf entsteht. Die aktuelle Situation ist nicht zufriedenstellend – aber sie ist kein Ausnahmezustand, der sofortiges Eingreifen erfordert.

Ein frühzeitiges Eskalieren (Mahnungen, Rechtsanwalt, Beschwerden bei BnetzA, etc.) ändert daran erfahrungsgemäß wenig, verursacht aber auf beiden Seiten teils erheblichen zusätzlichen Aufwand. Es ist auch schon vorgekommen, dass erst durch das Intervenieren des Vereins der Vorgang beim Netzbetreiber komplett aus dem Ruder gelaufen ist.

Links:

https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101203176/einspeiseverguetung-tausende-menschen-warten-auf-ihr-geld-vom-netzbetreiber.html

https://www.solarserver.de/2026/04/08/bgh-jaehrliche-zahlung-der-eeg-verguetung-durch-netzbetreiber-rechtens/

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Veranstaltung

Sonnenstrom für das Lagunabad Aßlar – Bürgersonnenkraftwerk wird eingeweiht

Das Freizeitbad, seit Jahren ein zentraler Treffpunkt der Region, ist zum Energieerzeuger und Klimaschützer geworden. Es erntet rund die Hälfte des für den Betrieb benötigten Stroms von eigenen Dächern, schont damit das Klima und die städtischen Kassen. Das Ganze gemeinschaftlich finanziert und getragen von Bürgerinnen und Bürgern. Ein echtes Win-Win-Projekt.

Auf den Dächern ist das komplexe Projekt schon seit Sommer 2024 fertig. Doch die elektrische Integration der 430-kWp-Anlage in die Gebäudeelektrik und das Stromnetz haben fast zwei Jahre benötigt, bevor am 16. März 2026 der erste Sonnenstrom in die Pumpen und Saunen fließen konnte. Zeitaufwändig war besonders die Planung, Genehmigung, Beschaffung und Errichtung der notwendigen Trafostation.

Die über 1.000 Module liefern über 400.000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Davon werden künftig über die Hälfte direkt im Gebäude verbraucht, der Rest wird ins Stromnetz eingespeist. Das freut sowohl die Stadt, die den Strom vom eigenen Dach deutlich günstiger bekommt als aus dem Netz, aber auch die Eigentümerinnen und Eigentümer der Anlage, die für den Stromverkauf an das Bad deutlich mehr erhalten als für die Netzeinspeisung.

Ein besonderer Dank gilt deshalb diesen Bürgerinnen und Bürgern, die als Teilnehmer an diesem Bürgersonnenkraftwerk eine eigene Anlage haben. Ihr Engagement zeigt, dass die Energiewende vor Ort nicht nur gewollt, sondern aktiv getragen wird – wirtschaftlich wie ideell. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil des Stroms, der direkt vor Ort genutzt und verkauft werden kann: Mit 55 % Stromverkauf vor Ort erreicht das Projekt eine Qualität, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugt.

Das Projekt konnte nur durch die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Aßlar realisiert werden. Unser besonderer Dank gilt Bürgermeister Christian Schwarz sowie Herrn Krämer als Geschäftsführer des Lagunabads, die das Vorhaben von Beginn an offen begleitet und aktiv unterstützt haben. Dieses Zusammenspiel aus kommunaler Seite und bürgerschaftlichem Engagement zeigt, wie lokale Energiewende konkret gelingen kann.

Die Einweihung findet statt

Wann: Mittwoch, 22.04.2026, um 17:00 Uhr
Wo: Am Lagunabad, Europastraße 1, 35614 Aßlar

👉 https://maps.app.goo.gl/xMTJCEzSdWr52oW27

Sonnenfreunde und alle, die es werden wollen, sind herzlich eingeladen!

Christian Quast 3 Min. Lesezeit Investment & Rendite

Günstig gekauft ist noch lange nicht gut verdient

Photovoltaik-Investments werden gerne in einer Kennzahl verpackt: Euro pro Kilowatt Nennleistung (kWp). 900 €/kWp? Klingt nach Schnäppchen. 1.200 €/kWp? Schon fast zu teuer.

Doch diese Denkweise greift zu kurz — und kann im Zweifel richtig Geld kosten.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht:
„Was kostet die Anlage?“
sondern:
„Was verdient sie?“

Der Denkfehler: Investoren kaufen Leistung statt Erlöse

Die Nennleistung einer Anlage (kWp) ist eine technische Größe. Der Ertrag hingegen ist eine wirtschaftliche.

Zwei Anlagen mit identischem Preis pro kWp können wirtschaftlich Welten trennen:

  • Anlage A: 900 €/kWp, Einspeisung für 7 ct/kWh

  • Anlage B: 1.200 €/kWp, aber 60 % Stromverkauf vor Ort zu 16 ct/kWh

Was auf dem Papier teurer wirkt, ist in der Realität oft die deutlich bessere Investition.

Denn:
Kilowattpeak zahlt keine Rendite — Kilowattstunden tun es.


Stromverkauf vor Ort: Der unterschätzte Renditetreiber

Beim Stromverkauf vor Ort wird der Solarstrom direkt in das Gebäude geliefert — dort, wo sonst Strom teuer eingekauft werden müsste.

Das verändert die Wirtschaftlichkeit grundlegend:

  • Eingesparte bzw. ersetzte Strombezugskosten statt niedriger Einspeisevergütung.

  • Stabilere Erlöse, weniger Abhängigkeit von Marktpreisen.

  • Höhere Wertschöpfung am gleichen Standort.

  • Lukrativer Weiterbetrieb nach Ablauf der EEG-Vergütung

Oder einfacher gesagt:
Jede Kilowattstunde vor Ort ist oft zwei- bis dreimal so viel wert wie eine eingespeiste.


Warum „billig“ schnell teuer wird

Eine Anlage ohne nennenswerten Stromverkauf vor Ort ist heute oft ein reines Volumengeschäft:

  • niedrige Margen

  • hohe Abhängigkeit von Marktpreisen

  • lange Amortisationszeiten

Wer hier nur auf den Einkaufspreis schaut, optimiert am falschen Ende.

Denn selbst der beste Einkaufspreis kann schlechte Erlösstrukturen nicht kompensieren.


Der Unterschied liegt im Detail

Projekte mit Stromverkauf vor Ort entstehen nicht „von der Stange“.
Sie erfordern deutlich mehr Planungstiefe, Abstimmung und ein Verständnis für die reale Nutzung vor Ort:

  • Lastgänge müssen analysiert und verstanden werden

  • Erzeugung und Verbrauch müssen zueinander passen

  • Verträge und Lieferstrukturen müssen sauber aufgesetzt sein

  • Mess- und Optimierungskonzepte müssen umgesetzt werden

Kurz:
Diese Projekte brauchen deutlich mehr Liebe zum Detail.


Praxis: Starker Partner auf der Verbrauchsseite

Entscheidend ist dabei nicht nur die Technik, sondern vor allem die Abnehmerstruktur.

In der Praxis bewähren sich vor allem Projekte mit:

  • Solventen, langfristig planbaren Stromkunden,

  • etwa Kommunen oder alteingesessenen Gewerbebetrieben,

  • mit stabilem Verbrauch über den Tag hinweg.

Diese Kombination macht aus einer PV-Anlage ein belastbares Geschäftsmodell.

Der Trend ist klar:
Weg vom anonymen Einspeisemodell — hin zur konkreten Energiepartnerschaft vor Ort.


Erfahrung aus der Praxis

Genau deshalb verschiebt sich auch der Fokus in der Umsetzung:
Der Großteil der neuen Projekte entsteht heute rund um den Stromverkauf vor Ort.

Nicht, weil es einfacher wäre — sondern weil es wirtschaftlich sinnvoller ist.


Fazit: Rendite entsteht hinter dem Zähler

Der größte Teil der Wertschöpfung liegt nicht im Netz, sondern im Gebäude.

Wer das ignoriert, kauft günstig — und verdient mittelmäßig (wenn überhaupt).

Wer es versteht, investiert durchdachter — und wird mit höheren und langfristigeren Erlösen belohnt.

Oder zugespitzt:
Nicht die günstigste Leistung gewinnt. Sondern der bestverkaufte Strom.


Beim Verein Standard: Qualität vor Quantität

Der Verein hat die ersten Anlagen mit Einspeisung ins Hausnetz bereits 2008 errichtet. Seit 15 Jahren werden systematisch alle neuen Projekte auf die Möglichkeit der Stromlieferung vor Ort geprüft, bei den meisten wird sie auch realisiert.

Der Verein rechnet dann mit dem Stromnutzer vor Ort ab und gibt die Erträge 1:1 an die Teilnehmer weiter.

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