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Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Wochen rund um Bürgerenergie, Photovoltaik und aktuelle Gesetzgebung – kompakt und auf den Punkt.

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Christian Quast 3 Min. Lesezeit Energiewende im XXL-Format: Grüne besuchen Solarpark Büttelborn

Energiewende im XXL-Format: Grüne besuchen Solarpark Büttelborn

Wo sich vor wenigen Monaten noch Spargelfelder erstreckten, ziehen sich heute lange Modulreihen durch die Landschaft. Insgesamt entsteht hier ein Solarpark mit einer Leistung von rund 80 MWp – das zurzeit größte Photovoltaikprojekt in Hessen. DIE GRÜNEN Kreistagsfraktion wollte sich das genauer anschauen.

Wie sieht die Energiewende aus, wenn sie nicht in Kilowatt, sondern in Megawatt gedacht wird? Davon machte sich die Kreistagsfraktion DIE GRÜNEN Groß-Gerau jetzt beim Besuch des Solarparks Büttelborn-Worfelden am 7. August 2026 ein Bild. Mit dabei war unter anderem Ann Katrin Korb, Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion.

Und der Blick aus der Luft macht die Dimensionen besonders deutlich: Wo sich vor wenigen Monaten noch weitgehend freie Flächen erstreckten, ziehen sich heute lange Modulreihen durch die Landschaft. Insgesamt entsteht hier ein Solarpark mit einer Leistung von rund 80 MWp – das zurzeit größten Photovoltaikprojekte Hessens.

Beim Rundgang ging es deshalb nicht nur um Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien, sondern ganz konkret darum, wie ein Energieprojekt dieser Größenordnung gebaut, ins Stromnetz integriert und zugleich möglichst umweltverträglich umgesetzt werden kann.

50.000 Module stehen bereits

Erst im Februar wurde mit dem Rammen der Unterkonstruktionen begonnen. Inzwischen ist rund die Hälfte der Bauarbeiten geschafft: Etwa 50.000 der insgesamt rund 120.000 Solarmodule sind bereits montiert.

Eine Besonderheit steckt dabei zum Teil unsichtbar im Boden. Für die Unterkonstruktion werden zinkfreie Rammprofile aus Kunststoff eingesetzt. Auf die üblichen verzinkten Stahlprofile wurde aus Gründen des vorsorgenden Grundwasserschutzes verzichtet. Denn reichen verzinkte Stahlprofile in grundwasserführende Bodenschichten, können sich durch Korrosion Zink-Ionen lösen. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung zeigt sich: Umweltverträglichkeit entscheidet sich auch an Details, die man später überhaupt nicht mehr sieht.

Auch unter der Erde entstehen beeindruckende Dimensionen. 60 Kilometer Kabel sind bereits verlegt, weitere 54 Kilometer folgen noch. Der erzeugte Solarstrom wird schließlich über eine 110-kV-Anbindung an das Netz von Westnetz übergeben.

Im Herbst folgen weitere zentrale Komponenten: die Transformatoren und der geplante Batteriespeicher. Gerade die Kombination aus großer Solarstromerzeugung, leistungsfähigem Netzanschluss und Speicher macht deutlich, wie das Stromsystem der Zukunft aussehen kann.

Ein Teil des Großprojekts wird zum Bürgerprojekt

Für die Sonneninitiative hat Büttelborn noch eine weitere Besonderheit. Bis zu 10 MWp des insgesamt rund 80 MWp großen Solarparks werden über die Sonneninitiative als Bürgersonnenkraftwerk angeboten.

Damit können Bürgerinnen und Bürger nicht nur beobachten, wie eines der größten Solarprojekte Hessens entsteht, sondern selbst Eigentümer einer Photovoltaikanlage innerhalb dieses Kraftwerks werden.

Genau darin liegt eine Stärke des Projekts, die auch beim Besuch der Kreistagsfraktion deutlich wurde: Energiewende braucht große Anlagen, Netze und Speicher – aber ebenso Menschen, die sie unterstützen und an ihr teilhaben können.

Genau solche Menschen gibt es in Büttelborn, besonders in der Politik. Planung und Genehmigung wurden rekordverdächtig schnell und reibungslos von allen Gremien verabschiedet. Da können sich andere Behörden gerne eine Scheibe von abschneiden.

Verknüpftes Projekt

Büttelborn

Freifläche Worfelden

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Christian Quast 4 Min. Lesezeit So sieht die Zukunft aus: Norwegen

So sieht die Zukunft aus: Norwegen

Wer durch Norwegen fährt, sieht zunächst Fjorde, Berge und Wasserfälle. Wer sich beruflich mit Energie beschäftigt, sieht noch etwas anderes: Strom. Überall. Und das so alltäglich, normal und unaufgeregt wie die norwegische Digitalisierung, die besonders durch Unauffälligkeit auffällt.

Stromtrassen ziehen sich durch Täler und über Hochebenen, Wasserkraftwerke nutzen die gewaltigen Höhenunterschiede, an den Straßen stehen große Ladeparks – und selbst die Fähren fahren inzwischen oft elektrisch.

Norwegen ist ein Energieland. Und vor allem ist es ein Stromland.

2025 erzeugte Norwegen rund 162 Milliarden Kilowattstunden Strom. Knapp 90 Prozent davon kamen aus Wasserkraft, weitere knapp neun Prozent aus Windkraft. Man sieht vereinzelt sogar PV-Anlagen. Fossile Stromerzeugung spielt praktisch keine Rolle.

Das Land hat dafür natürlich Voraussetzungen, von denen wir in Deutschland nur träumen können: enorme Wassermengen, große Höhenunterschiede und riesige Speicherseen. Wasserkraft ist hier nicht Ergänzung des Stromsystems – sie ist dessen Rückgrat. Bemerkenswert ist auch, wem dieses Rückgrat gehört: Rund 88 Prozent der norwegischen Wasserkraft befinden sich in öffentlicher Hand.

Norwegen ist allerdings kein grünes Märchenland. Im Gegenteil: Öl und Erdgas machten 2025 noch rund 57 Prozent des gesamten norwegischen Exportwertes aus. Das Land verdient also weiterhin sehr viel Geld mit fossiler Energie.

Umso interessanter ist, was Norwegen im eigenen Land mit Strom macht.

Das Elektroauto ist kein Elektroauto mehr

Es ist einfach ein Auto.

Im ersten Halbjahr 2026 waren 97,6 Prozent aller neu zugelassenen Pkw elektrisch. Inzwischen fahren mehr als eine Million elektrische Pkw auf norwegischen Straßen; gut ein Drittel des gesamten Pkw-Bestandes ist bereits elektrisch. Auf der Straße sind es eher zwei Drittel, die alten Verbrenner stehen wohl in der Scheune.

Wer dort mit dem E-Auto unterwegs ist, versteht schnell, was diese Zahlen praktisch bedeuten. Man sucht nicht verzweifelt nach einer einzelnen Ladesäule hinter einem Supermarkt. Entlang der Hauptstrecken findet man große Ladeparks mit vielen Schnellladepunkten. Oft sitzen mehrere Betreiber direkt nebeneinander. Ende Juni 2026 gab es landesweit bereits rund 11.100 Schnellladepunkte.

Norwegen diskutiert nicht mehr darüber, ob das Elektroauto für den Alltag geeignet ist. Diese Diskussion ist dort schlicht vorbei. Fällt mal ein Fahrzeug besonders auf, dann der „Stinker“ den man in einem Tunnel die nächste halbe Stunde vor sich hat. Verbrenner, at its worst …

Selbst die Fähre hängt am Ladekabel

Auch eindrucksvoll: die Elektrifizierung an den Fjorden. Fähren gehören in Norwegen zur normalen Straßeninfrastruktur. Und immer mehr von ihnen fahren elektrisch.

Das Prinzip ist eigentlich ideal: kurze, immer gleiche Strecken, große Batterien und leistungsfähige Ladeanschlüsse an den Anlegern. Anlegen, Batterie einstecken, Autos raus, Autos rein, Batterie ausstecken – weiter.

Was vor wenigen Jahren noch als spektakuläres Pilotprojekt galt, ist inzwischen Teil des normalen Verkehrs. Und das Schönste daran: absolute Ruhe bei der Überfahrt und gesundes Luftholen an Deck.

Und dann verschwinden auch noch die Ärgernisse

Ebenso gelungen wie die Elektrifizierung ist die Digitalisierung.

Mautstation? Man fährt einfach durch. Das Kennzeichen beziehungsweise der AutoPASS-Transponder wird erfasst, die Durchfahrt automatisch abgerechnet.

Fähre? Auffahren, übersetzen, weiterfahren. Die Abrechnung läuft ebenfalls über Fahrzeug und AutoPASS-System.

Beim Parken begegnet einem dasselbe Prinzip: Kennzeichenerkennung mit automatischer Bankabbuchung statt zum Automaten laufen und Parkschein in die Schranke fummeln.

Die dahinter stehende Haltung: Digitalisierung soll einen Vorgang verschwinden lassen – nicht einen neuen zusätzlichen (digitalen) Vorgang erzeugen. (Deutscher Tipp —> Damit wir niemanden diskriminieren oder entlassen müssen, zur Sicherheit noch den alten Vorgang parallel immer weiter laufen lassen …😉)

Ein Blick in unsere Zukunft?

Norwegen lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Das Land hat nur rund 5,6 Millionen Einwohner, enorme Wasserkraftressourcen und wurde durch Öl und Gas sehr reich.

Aber darum geht es auch nicht.

Interessant ist etwas anderes: Man kann dort heute beobachten, was passiert, wenn über Jahre konsequent elektrifiziert wird.

  • Das Elektroauto wird gewöhnlich.

  • Der Ladepark wird Teil der Straßeninfrastruktur.

  • Die Fähre wird zum elektrischen Verkehrsmittel.

  • Maut und Tickets verschwinden in digitalen Systemen.

  • Und Strom wird zum selbstverständlichen Energieträger für immer mehr Bereiche.

Die Energiewende ist erst dann angekommen, wenn wir aufhören, sie ständig „Energiewende“ zu nennen.

Christian Quast 3 Min. Lesezeit Wenn Klimaanlagen auf Atomenergie treffen

Wenn Klimaanlagen auf Atomenergie treffen

Dürre entlarvt den Mythos, alte (fossile) Energie sei wetterfest. Tatsächlich sind alle Dampfmaschinen, also Atom-, Kohle-, Öl- und Gaskraftwerke, auf Kühlung angewiesen. Fehlt diese, ist ganz schnell Schluss mit der Versorgungssicherheit.

Die Dürre an Rhein und Donau entlarvt einen alten Mythos: fossile Energien sind keineswegs wetterfest. Ausgerechnet in der Hitze, wenn der Stromverbrauch steigt, fehlt das Kühlwasser. Photovoltaik liefert dagegen genau dann besonders viel Strom.

In Rumänien wurde Ende Juli ein Reaktor des Atomkraftwerks Cernavodă abgeschaltet. Ursache war der extrem niedrige Wasserstand der Donau. Um den verbliebenen Reaktor weiter kühlen zu können, wurden Felsen aus einem Seitenarm des Flusses gesprengt und Schiffe versenkt, um Wasser zum Kühlkanal umzuleiten.

In Ungarn brach gleichzeitig die Leistung des Atomkraftwerks Paks massiv ein. Das Kraftwerk liefert normalerweise fast die Hälfte des ungarischen Stroms. Wegen des niedrigen Donaupegels lief zeitweise nur noch eine von vier Turbinen.

Auch Bulgarien ist gefährdet. Das Atomkraftwerk Kosloduj produziert zwar noch planmäßig, doch wegen der anhaltenden Dürre wurde bereits ein Krisenstab eingesetzt.

Fossile Energien sind wetterabhängig

Fossile Kraftwerke, egal ob Atom-, Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerke, sind riesige Dampfmaschinen. Nur etwa ein Drittel der erzeugten Wärme wird zu Strom. Die zwei Drittel Restwärme müssen mithilfe gewaltiger Wassermengen entsorgt werden.

Fehlt das Wasser oder ist es zu warm, müssen die Reaktoren gedrosselt oder abgeschaltet werden. Frankreich kennt dieses Problem seit Jahren. Dort wird die Leistung von Atomkraftwerken reduziert, wenn Rhône, Loire oder Garonne zu warm werden – auch, um die Fische und das übrige Leben in den Flüssen zu schützen.

Denn die niedrigen Wasserstände sind nicht nur ein Problem für Kraftwerksbetreiber, sondern für alles Leben im Fluss. Weniger und wärmeres Wasser enthält weniger Sauerstoff. Das eingeleitete Kühlwasser heizt den Fluss zusätzlich auf. Aquarianer wissen: Schon bei Temperaturen um 30 Grad wird es selbst für viele Tropenfische kritisch. 35 Grad überleben die wenigsten lange. Für die an kühlere Flüsse angepassten Arten in der Donau sind solche Temperaturen ein Todesurteil.

In Ungarn darf das Wasser unterhalb des Atomkraftwerks Paks eigentlich nicht wärmer als 30 Grad werden. Doch statt den Reaktor konsequent herunterzufahren, werden für das Kraftwerk Ausnahmen von den Umweltvorgaben erteilt. In Rumänien darf das Kühlwasser nach der Vermischung sogar Temperaturen von bis zu 35 Grad erreichen.

In Frankreich wird das Atomkraftwerk zum Schutz des Flusses gedrosselt. An der Donau werden die Grenzen notfalls dem Strombedarf angepasst. Die Fische können schließlich keinen Krisenstab einberufen.

Die Sonne liefert, wenn Kühlung gebraucht wird

Natürlich ist auch Photovoltaik wetterabhängig. Doch ihre Wetterabhängigkeit passt im Sommer sehr gut zum Bedarf: Bei sonnigen Hitzelagen erzeugen Solaranlagen besonders viel Strom – genau dann, wenn Klimaanlagen, Kühlhäuser und Kälteanlagen auf Hochtouren laufen müssen.

Photovoltaik benötigt im Betrieb kein Kühlwasser. Sie ist dezentral und schnell zu errichten. Fällt eine Anlage aus, fehlen einige Kilowatt. Fällt ein Atomreaktor aus, fehlen auf einen Schlag hunderte Megawatt.

Die aktuelle Krise zeigt, wie gefährlich es ist, Versorgungssicherheit mit wenigen riesigen Kraftwerken zu verwechseln, auch wenn es in Deutschland Gas- statt Atomkraftwerke sein sollen.

Wir brauchen mehr Photovoltaik, Speicher, flexible Verbraucher und leistungsfähige Netze. Und wir brauchen Millionen Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen, die selbst Strom erzeugen.

Wer Atomkraft als wetterfeste Zukunftstechnologie verkauft und gleichzeitig die Bürgerphotovoltaik ausbremst, betreibt Energiepolitik gegen die Physik.

Wenn Klimaanlagen auf Atomenergie treffen, geht dem Atomkraftwerk das Wasser aus, wenn die Menschen die Kühlung am nötigsten bräuchten. Die Photovoltaikanlage läuft gerade dann am besten.

Christian Quast 3 Min. Lesezeit Reichels Pläne: Bürger raus !!! – aus unserem Energiesystem

Reichels Pläne: Bürger raus !!! – aus unserem Energiesystem

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will das EEG grundlegend umbauen. Was als „Marktintegration“ verkauft wird, soll die Bürgerenergie mit einem gerüttelt Maß Bürokratie ausbremsen, die Gebietsmonopole der Versorger aufleben lassen und den großen Konzernen wieder ordentliche Renditen bescheren.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will das EEG grundlegend umbauen. Was als „Marktintegration“ verkauft wird, soll die Bürgerenergie ausbremsen.

Die Bürgerinnen und Bürger haben die Energiewende groß gemacht. Sie haben eigene Dächer genutzt, Ersparnisse investiert und Millionen Solaranlagen gebaut. Nicht die großen Energiekonzerne haben die Photovoltaik in Deutschland durchgesetzt – es waren private Haushalte, Landwirte, Kommunen, Vereine und mittelständische Unternehmen.

Genau diese Akteure sollen nun aus dem Markt gedrängt werden.

Der vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf für das neue EEG sieht vor, die verlässliche Einspeisevergütung für neue Anlagen schrittweise abzuschaffen. Stattdessen sollen selbst kleine Anlagen ihren Strom direkt vermarkten. Bürger, die einfach nur sauberen Strom erzeugen wollen, sollen sich künftig mit Direktvermarktern, Messstellenbetreibern, Steuerungstechnik und neuen Abrechnungsverfahren auseinandersetzen. Bürokratie pur!

Aus Stromerzeugern sollen Stromhändler werden.

Wer keinen Direktvermarkter findet oder sich den zusätzlichen Aufwand nicht leisten kann, darf seinen Strom dem Netzbetreiber überlassen – gerne unentgeltlich. So sieht Bürgerbeteiligung nach den Plänen der Bundesregierung aus:

Investieren: ja

Strom liefern: ja

Geld dafür erhalten: nein.

Das Netz ist voll – also wird die Solaranlage gedrosselt

Neue Dachanlagen unter 100 Kilowatt sollen künftig grundsätzlich nur noch 50 Prozent ihrer installierten Leistung ins Netz einspeisen dürfen. Das gilt sogar dann, wenn die Anlage intelligent gesteuert wird und ihr Strom direkt vermarktet wird. Da müssen schon sehr ausgefeilte Konzepte greifen, für die einem Privatmenschen Erfahrung und Wissen fehlen, um solche Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können.

Das ist nichts anderes als die Kapitulation vor einem (bewusst) verschleppten Netzausbau.

Jahrelang wurde versäumt, Netze, Speicher und flexible Verbraucher ausreichend auszubauen. Die Rechnung dafür sollen nun ausgerechnet diejenigen bezahlen, die eine Solaranlage errichten. Der Bürger finanziert die Anlage – und der Staat bestimmt anschließend, dass er ihre Leistung nur eingeschränkt nutzen darf.

Bei größeren Solar- und Windprojekten geht die Risikoverlagerung noch weiter. In sogenannten kapazitätslimitierten Netzgebieten sollen Betreiber bei Abregelungen auf einen Teil ihrer Entschädigung verzichten. Damit wird das wirtschaftliche Risiko eines unzureichenden Netzes vom Netzbetreiber auf den Anlagenbetreiber verschoben.

Die Zugeständnisse ändern nichts am Angriff

Nach massiver Kritik wurde der ursprüngliche Entwurf etwas entschärft. Für kleine Anlagen soll es längere Übergangsfristen geben. Die Belastung in Engpassgebieten wurde begrenzt. Einige besonders harte Regelungen wurden abgemildert.

Doch der Kern bleibt:

·         Die feste Einspeisevergütung soll verschwinden.

·         Kleine Betreiber werden in die Direktvermarktung gedrängt.

·         Die Einspeiseleistung neuer Dachanlagen wird halbiert.

·         Bürgerenergieprojekte sollen Netzrisiken übernehmen.

·         Die technische und bürokratische Belastung steigt.

Das ist keine behutsame Reform des EEG. Es ist ein Systemwechsel zulasten der Bürgerenergie.

Die Pläne lesen sich wie ein Wunschzettel der großen Energie- und Netzkonzerne:

·         Weniger dezentrale Konkurrenz.

·         Mehr Kontrolle über Strommengen und Vermarktung.

·         Mehr Risiken bei den Anlagenbetreibern und

·         weniger Verantwortung für den eigenen Netzausbau.

Ob dieser Kurs auf erfolgreichen Lobbydruck zurückgeht, lässt sich ohne Belege nicht behaupten. Wem er wirtschaftlich nutzt, ist allerdings kaum zu übersehen. Ebensowenig wie die Vita von Frau Reiche mit den verschiedenen illusteren Arbeitgebern (mehr in der Wikipedia).

Die Bürger sind nicht das Problem

Natürlich müssen Photovoltaikanlagen stärker mit Speichern, Wärmepumpen, Elektroautos und flexiblen Stromtarifen zusammenspielen. Aber das erreicht man durch attraktive Angebote und einfache Regeln – nicht durch Zwang, Bürokratie und die Abschaffung von Investitionssicherheit.

Wer eigenes Geld investiert und sauberen Strom erzeugt, ist kein Störfaktor des Energiesystems.

Die Bürgerinnen und Bürger sind die tragende Säule der Energiewende. Wer sie verdrängt, macht die Energiewende nicht effizienter. Er macht sie kleiner, teurer und abhängiger von wenigen großen Konzernen.

Der Bundestag muss diese Pläne stoppen. Die feste Einspeisevergütung muss für kleine und mittlere Anlagen erhalten bleiben. Direktvermarktung darf eine Möglichkeit sein, aber kein Zwang. Und die Kosten eines verschleppten Netzausbaus dürfen nicht auf diejenigen abgewälzt werden, die in erneuerbare Energien investieren.

Wer die Bürger aus der Energiewende drängt, gefährdet die Energiewende selbst.

Jan Simon 3 Min. Lesezeit Investment & Rendite Technik & Wissen Energiewende & Klima

Halbjahresbilanz 2026: Guter Sonnenertrag – trotz trübem Februar

Die Erträge unserer Bürgersonnenkraftwerke lagen im ersten Halbjahr 2026 leicht unter dem Rekordwert des Vorjahres. Warum das kein Grund zur Sorge ist – und welcher Monat die Bilanz gedrückt hat.

Nach dem Rekordjahr 2025 zeigen die Ertragszahlen unserer Bürgersonnenkraftwerke für das erste Halbjahr 2026 einen leichten Rückgang: Je nach Standort lagen die spezifischen Erträge zwischen 4 und 10 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Ein Blick auf die Monatsdaten und die Wetterbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt jedoch: Das Ergebnis ist besser, als es auf den ersten Blick wirkt.

Das zweitbeste erste Halbjahr seit vier Jahren

Mit durchschnittlich rund 533 kWh/kWp erzielten unsere drei Referenzanlagen in Babenhausen, Hainburg-Hainstadt und Kirchhain-Kleinseelheim das zweitbeste erste Halbjahr im Vergleichszeitraum seit 2023. Gegenüber dem schwachen Jahr 2024 bedeutet das ein Plus von rund 14 Prozent. Nur das außergewöhnliche Jahr 2025 – mit dem sonnigsten Frühjahr seit Messbeginn – lag darüber. Wer an einem Rekord gemessen wird, kann eben nur „verlieren".

Der Februar war der Ausreißer

Die Ursache für den Rückgang lässt sich präzise eingrenzen: Der Februar 2026 war laut DWD verbreitet trüb und nass. Mit nur rund 57 Sonnenstunden erreichte er lediglich etwa drei Viertel des klimatologischen Mittels – während wiederholte Tiefdrucksysteme vor allem der Südhälfte Deutschlands reichlich Niederschlag brachten. Entsprechend brachen die Februar-Erträge unserer Anlagen um 22 bis 37 Prozent gegenüber dem sonnigen Februar 2025 ein. Auch der Januar blieb etwas hinter dem Vorjahr zurück. Allein diese beiden Wintermonate erklären den Großteil des Halbjahresrückstands.

Ab März drehte die Sonne auf

Umso erfreulicher verlief das Frühjahr: Mit knapp 690 Sonnenstunden von März bis Mai war das Frühjahr 2026 erneut eines der sonnigsten seit Messbeginn – rund 32 Prozent über dem vieljährigen Mittel. Der April übertraf an unseren Standorten sogar den Vorjahresmonat, und das zweite Quartal insgesamt erreichte fast wieder das Rekordniveau von 2025. Der Juni setzte den Trend mit überdurchschnittlichem Sonnenschein fort.

Was bedeutet das für die Beteiligten?

Die Zahlen bestätigen zwei Dinge: Erstens bleibt das Ertragsniveau unserer Anlagen auch nach einem trüben Wintermonat auf einem sehr guten Niveau – deutlich über den Jahren 2023 und 2024. Zweitens zeigt sich einmal mehr, dass einzelne Wettermonate schwanken, sich über das Jahr und erst recht über die Laufzeit einer Anlage aber verlässlich ausgleichen. Für die wirtschaftliche Kalkulation unserer Bürgersonnenkraftwerke sind solche Schwankungen von Anfang an eingeplant.

Fazit

Das erste Halbjahr 2026 war kein Rekord – aber ein starkes Sonnenhalbjahr. Ein einzelner trüber Februar hat die Bilanz gedrückt, das sonnige Frühjahr hat vieles davon wieder aufgeholt. Die detaillierten Verläufe zeigen unsere interaktiven Grafiken zu Halbjahres-, Quartals- und Monatserträgen.

Quellen:

Deutscher Wetterdienst: Deutschlandwetter im Februar 2026 (Pressemitteilung vom 28.02.2026)

Deutscher Wetterdienst: Deutschlandwetter im Frühjahr 2026 (Pressemitteilung vom 29.05.2026)

Ertragsdaten: Sonnenportal der Sonneninitiative e.V., Stand 17.07.2026

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Vereinsarbeit Technik & Wissen

Das neue Sonnenportal ist erfolgreich gestartet

Das neue Sonnenportal der Sonneninitiative ist online. Alle Teilnehmenden des Vereins können sich ab sofort registrieren und erhalten anschließend einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu ihren Projekten, Dokumenten, Rechnungen und weiteren Informationen rund um ihre Beteiligung.

Jetzt für das Sonnenportal registrieren

Die Anmeldung erfolgt über folgenden Link:

https://sonnenportal.sonneninitiative.de/registrierung

Für die Registrierung benötigen Sie Ihre Kundennummer. Diese finden Sie beispielsweise auf Ihren bisherigen Gutschriften. Nach der Anmeldung führt Sie ein kurzes Onboarding durch die wichtigsten Funktionen des Portals.

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

Auf der Startseite finden Sie wichtige Mitteilungen der Sonneninitiative, eine Übersicht Ihrer Beteiligungen sowie aktuelle Informationen zu Ihren Projekten. Bei Bürgersonnenkraftwerken, die sich noch im Bau befinden, können Sie dort auch die aktuellen Baufortschritte verfolgen.

Darüber hinaus werden Ihre letzten Rechnungen und Gutschriften direkt auf der Startseite angezeigt und können heruntergeladen werden.

Projekte und Erträge übersichtlich dargestellt

Im Bereich „Meine Projekte“ finden Sie alle Bürgersonnenkraftwerke, an denen Sie beteiligt sind. Mit einem Klick gelangen Sie zur jeweiligen Projektseite mit den wichtigsten Stammdaten, den zugehörigen Dokumenten und der Anlagenüberwachung.

Dort können Sie aktuelle und historische Ertragsdaten einsehen. Zusätzlich stehen Ihnen Prognosen und verschiedene Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung, mit denen sich ausgewählte Zeiträume gegenüberstellen lassen.

Dokumente und Rechnungen jederzeit abrufen

Jahresumsatzlisten, Gutschriften und weitere Unterlagen sind im Sonnenportal zentral hinterlegt. Die Dokumente können nach Projekt, Zeitraum oder Dokumententyp sortiert und als PDF heruntergeladen werden. Über das Rechnungsarchiv lassen sich mehrere Unterlagen auch gesammelt herunterladen.

Direkter Kontakt zur Sonneninitiative

Über das Portal können Sie außerdem verschiedene Anliegen direkt an uns übermitteln. Dazu gehören beispielsweise der Verkauf einer Anlage, die Übertragung einer Beteiligung oder das Interesse an weiteren Bestandsanlagen.

Das Sonnenportal wird auch künftig weiterentwickelt und um zusätzliche Funktionen ergänzt. Anregungen, Wünsche und Rückmeldungen helfen uns dabei, das Angebot noch besser auf die Bedürfnisse unserer Teilnehmenden abzustimmen.

Einen Überblick über die wichtigsten Funktionen erhalten Sie in unserem Video:

https://youtu.be/oZkNBSunK68?si=FqBlU-BqnNGB4hUv

Gerne nehmen wir Anregungen, Wünsche und Rückmeldungen zum Sonnenportal entgegen. So können wir das Portal gemeinsam weiter verbessern.

Christian Quast 3 Min. Lesezeit Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Technik & Wissen Energiewende & Klima

Wenn die Einspeisevergütung auf sich warten lässt

Warum Verzögerungen aktuell häufiger sind – und warum nicht immer sofort Handlungsbedarf besteht

In den vergangenen Wochen erreichen uns vermehrt Rückfragen zu verspäteten Zahlungen der Einspeisevergütung. Damit sind Sie nicht allein: Bundesweit berichten Anlagenbetreiber über ähnliche Erfahrungen – unabhängig von Größe oder Standort der Anlage.

Die gute Nachricht vorweg: Der Anspruch auf Vergütung ist gesetzlich gesichert. Es geht in der Regel nicht um das „Ob“, sondern um das „Wann“.

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Was aktuell passiert

Die Ursachen für Verzögerungen sind meist banal – und gleichzeitig strukturell:

• hohe Zahl neuer Anlagen

• fluktuierende Rechtslage

• Umstellungen von IT-Systemen

• Personalmangel bei Netzbetreibern

Selbst große Netzbetreiber sind betroffen, und in Einzelfällen laufen bereits Aufsichtsverfahren oder Gerichtsverfahren.

Wichtig ist dabei: In den meisten Fällen erkennen die Netzbetreiber die Forderungen an – sie zahlen nur verspätet.

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Was viele überrascht: Die Rechtslage

Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs bringt zusätzliche Klarheit – und sorgt gleichzeitig für Ernüchterung:

Netzbetreiber sind nicht verpflichtet, die Einspeisevergütung monatlich abzurechnen und auszuzahlen. Der vollständige Zahlungsanspruch wird erst nach Ablauf des Kalenderjahres fällig.

Das bedeutet:

Die unterjährigen Zahlungen sind rechtlich gesehen Abschläge – nicht die endgültige Vergütung.

Oder anders formuliert:

Was viele als „Verspätung“ empfinden, bewegt sich oft noch im Rahmen der gesetzlichen Systematik.

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Welche Rechte Anlagenbetreiber haben

Ganz rechtlos ist man natürlich nicht:

• Anspruch bleibt bestehen – die Vergütung muss vollständig gezahlt werden

• Abschläge müssen angemessen sein (nicht willkürlich zu niedrig)

Erster Ansprechpartner ist immer der Netzbetreiber selbst. Wenn keine Klärung möglich ist, können auch die Bundesnetzagentur oder die Clearingstelle EEG eingeschaltet werden.

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Und was heißt das für die Praxis?

So unbefriedigend es ist:

Ein sofortiges „Tätigwerden“ ist in vielen Fällen weder notwendig noch sinnvoll.

Denn:

• Die Zahlungen erfolgen häufig verzögert, aber in der Regel korrekt

• Rechtlich ist die jährliche Endabrechnung der maßgebliche Zeitpunkt

• Ein frühzeitiger Konflikt bringt selten Vorteile – aber zusätzlichen Aufwand

• Oft bringen Interventionen genau das Gegenteil des Erwünschten – der Vorgang wird bei den Netzbetreibern ausgesondert und wandert in die Rechtsabteilung

Unser Eindruck aus der Praxis:

In den meisten Fällen lösen sich die offenen Posten im Rahmen der Jahresabrechnung – auch wenn es inzwischen Sommer ist.

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Unser Fazit

Die aktuelle Situation ist unerquicklich – aber kein Systemversagen. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines stark gewachsenen Marktes, der organisatorisch hinterherhinkt.

Für Anlagenbetreiber gilt daher:

• Ruhe bewahren

• Forderungen im Blick behalten

• erst bei echten Auffälligkeiten aktiv werden

Und für uns als Betreiber vieler Anlagen im Auftrag der Teilnehmer:

• Der Verein hat die Zahlungsströme im Blick und meldet sich, wenn tatsächlich Handlungsbedarf entsteht. Die aktuelle Situation ist nicht zufriedenstellend –

aber sie ist kein Ausnahmezustand, der sofortiges Eingreifen erfordert.

Ein frühzeitiges Eskalieren (Mahnungen, Rechtsanwalt, Beschwerden bei BnetzA, etc.) ändert daran erfahrungsgemäß wenig, verursacht aber auf beiden Seiten teils erheblichen zusätzlichen Aufwand. Es ist auch schon vorgekommen, dass erst durch das Intervenieren des Vereins der Vorgang komplett aus dem Ruder gelaufen ist.

Links:

https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101203176/einspeiseverguetung-tausende-menschen-warten-auf-ihr-geld-vom-netzbetreiber.html

https://www.solarserver.de/2026/04/08/bgh-jaehrliche-zahlung-der-eeg-verguetung-durch-netzbetreiber-rechtens/

Christian Quast 2 Min. Lesezeit Sommer, Sonne, Urlaubszeit

Sommer, Sonne, Urlaubszeit

Während Sie Sonne tanken, arbeiten Ihre PV-Anlagen weiter. Bei uns im Büro wird es vom 20. Juli bis 31. Juli etwas ruhiger. Ihre PV-Anlagen laufen in der Haupt-Produktionszeit natürlich weiter — und unser Technik-Team behält sie im Blick.

Die Sonne steht hoch, die Tage sind lang — und für viele beginnt jetzt die schönste Zeit des Jahres: ein paar Tage Abstand vom Alltag, durchatmen, unterwegs sein oder einfach die Seele baumeln lassen.

Auch bei uns im Büro wird in dieser Zeit Ferienstimmung eingekehren. Vom 20. Juli bis einschließlich 31. Juli arbeiten wir deshalb urlaubsbedingt nur mit einer Kernbesetzung.

Ihre Photovoltaikanlagen machen natürlich keinen Urlaub. Im Gegenteil: Gerade jetzt ist Haupt-Produktionszeit. Während viele Menschen die Sonne genießen, arbeiten Ihre Anlagen zuverlässig weiter, fangen Sonnenstrahlen ein und produzieren saubere Energie. Auch unserem Technik-Team ist deshalb keine echte Sommerpause vergönnt — es behält die Anlagen im Blick und kümmert sich darum, dass die Sonnenzeit bestmöglich genutzt wird.

Im Büro wird es in diesen Tagen allerdings etwas ruhiger. Unsere Telefonbereitschaft ist eingeschränkt. Ihre E-Mails lesen wir selbstverständlich weiterhin; viele Anliegen können wir jedoch erst nach der Urlaubszeit vollständig bearbeiten und beantworten.

Für wichtige Nachrichten erreichen Sie uns weiterhin über unsere zentrale Adresse: info@sonneninitiative.de.

Wir bitten Sie herzlich um Verständnis, wenn eine Antwort in diesen Sommertagen etwas länger dauert. Ihnen und Ihren Familien wünschen wir eine erholsame, sonnige Urlaubszeit — mit vielen schönen Momenten zum Auftanken, Durchatmen und Seele-baumeln-Lassen.

Nach dem Urlaub sind wir wieder mit voller Energie für Sie da.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Technik & Wissen Vereinsarbeit Veranstaltung

The smarter E 2026: Die Technik ist bereit – die Regeln müssen folgen

Vertreter der Sonneninitiative e.V. haben auch in diesem Jahr die Intersolar Europe im Rahmen der The smarter E Europe 2026 in München besucht. Der Eindruck vor Ort war klar: Die Branche blickt optimistisch nach vorn. Eine Energieversorgung ohne fossile Energieträger ist technisch längst keine ferne Vision mehr, sondern wird auf vielen Ebenen konkret vorbereitet.

Die Messe zeigte deutlich, wie dynamisch sich Photovoltaik, Speichertechnik, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement weiterentwickeln. Besonders auffällig war die starke internationale Prägung. Viele Anbieter, insbesondere aus Asien, präsentierten Lösungen, die zeigen, wie weit die Verbindung von Solarstrom, Batteriespeichern, intelligenter Steuerung und Elektromobilität bereits gedacht wird.

Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele dafür, wie erneuerbare Energie besser genutzt werden kann: durch große und kleine Speicherlösungen, durch flexible Verbraucher, durch intelligente Steuerungstechnik und durch Systeme, die Erzeugung und Verbrauch enger zusammenbringen. Gerade in einigen asiatischen Märkten ist dabei spürbar, dass technische Innovationen schneller in die praktische Anwendung kommen als in Deutschland und Europa.

Ein Beispiel dafür ist das bidirektionale Laden. Elektrofahrzeuge können künftig nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch wieder abgeben – etwa zur Unterstützung des Gebäudes, zur Optimierung des Eigenverbrauchs oder perspektivisch zur Entlastung des Netzes. Die Technik dafür ist vorhanden. Damit solche Lösungen im Alltag wirklich nutzbar werden, braucht es jedoch klare gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen.

Auch bei den Photovoltaikmodulen geht die Entwicklung weiter. Die Leistungssteigerungen fallen zwar nicht mehr so sprunghaft aus wie in früheren Jahren, dennoch werden Module robuster, vielseitiger und für neue Einsatzbereiche interessanter. Glas-Glas-Module setzen sich zunehmend als Standard durch. Besonders spannend sind Lösungen mit Zulassungen für Überkopf-Anwendungen, etwa für Carports, Fassaden oder andere baulich integrierte Anlagen.

Für die Sonneninitiative lag ein besonderer Schwerpunkt auf Energiemanagementlösungen mit Batteriespeichern. Für Bürgersonnenkraftwerke wird dieses Thema immer wichtiger. Wenn Solarstrom intelligent gespeichert, gesteuert oder vor Ort genutzt werden kann, lassen sich Netzengpässe besser vermeiden. Ziel ist es, Anlagen so zu betreiben, dass möglichst wenig erneuerbarer Strom abgeregelt werden muss.

Denn eine zentrale Erkenntnis der Messe lautet: Technisch ist heute sehr vieles möglich. Die eigentlichen Bremsen liegen häufig nicht mehr in der Hardware, sondern in den Rahmenbedingungen. Komplexe Vorgaben, uneinheitliche Anforderungen der Netzbetreiber und langwierige Abstimmungsprozesse erschweren oft die Umsetzung sinnvoller Lösungen.

Für die Energiewende ist das eine entscheidende Frage. Wenn Photovoltaikanlagen, Speicher, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement zusammenarbeiten, kann erneuerbarer Strom deutlich effizienter genutzt werden. Genau hier liegt auch eine große Chance für Bürgersonnenkraftwerke: Sie können nicht nur sauberen Strom erzeugen, sondern künftig noch stärker zur Netzstabilität, zur regionalen Versorgung und zur intelligenten Nutzung erneuerbarer Energie beitragen.

Der Besuch in München hat gezeigt: Die Branche ist bereit. Die Technik ist vorhanden. Jetzt müssen Gesetzgeber, Behörden und Netzbetreiber dafür sorgen, dass gute Lösungen schneller in die Praxis kommen.

Jan Simon 2 Min. Lesezeit Vereinsarbeit Technik & Wissen

Das neue Sonnenportal startet in wenigen Tagen

In wenigen Tagen geht das neue Sonnenportal der Sonneninitiative an den Start. Damit erhalten unsere Teilnehmenden künftig einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu ihren Projekten, Dokumenten, Rechnungen und weiteren Informationen rund um ihre Beteiligung.

Das Sonnenportal wird die digitale Kommunikation zwischen der Sonneninitiative und den Teilnehmenden weiter vereinfachen. Nach dem Einloggen sehen Nutzerinnen und Nutzer auf der Startseite wichtige Nachrichten, eine Übersicht ihrer Beteiligungen sowie aktuelle Informationen zu Projekten, die sich noch im Bau befinden. Auch die letzten Rechnungen und Gutschriften können dort direkt eingesehen und heruntergeladen werden.

Ein zentraler Bereich ist die Projektübersicht. Dort finden Teilnehmende ihre jeweiligen Bürgersonnenkraftwerke mit den wichtigsten Stammdaten, zugehörigen Dokumenten und der Anlagenüberwachung. In der Überwachung lassen sich aktuelle und historische Ertragsdaten einsehen. Zusätzlich bietet das Portal Prognosen und die Möglichkeit, verschiedene Zeiträume miteinander zu vergleichen.

Auch Dokumente und Rechnungen werden künftig komfortabler zugänglich sein. Jahresumsatzlisten, Gutschriften und weitere Unterlagen können nach Projekt, Zeitraum oder Typ sortiert und als PDF heruntergeladen werden. Über ein Rechnungsarchiv lassen sich Dokumente zudem gebündelt herunterladen.

Darüber hinaus bietet das Sonnenportal neue Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme. Teilnehmende können zum Beispiel Anfragen stellen, wenn sie eine Anlage verkaufen, eine Beteiligung übertragen oder Interesse an weiteren Bestandsanlagen bekunden möchten.

Das Portal wird laufend weiterentwickelt und Schritt für Schritt um zusätzliche Funktionen ergänzt. Ziel ist es, den Teilnehmenden der Sonneninitiative einen noch besseren digitalen Service zu bieten – übersichtlich, einfach erreichbar und auf die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger zugeschnitten.

Einen ersten Einblick in das neue Sonnenportal gibt unser Video:

https://www.youtube.com/embed/oZkNBSunK68?si=jDrjhmPdwIqbXAQS

Wir freuen uns auf den Start in wenigen Wochen und nehmen Anregungen, Wünsche und Rückmeldungen zum Sonnenportal gerne entgegen. So können wir das Portal gemeinsam weiter verbessern.

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