Sonneninitiative
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Die Fortschreibung des Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzepts des Regionalverbands FrankfurtRheinMain läuft auf vollen Touren. Energie- und Klimaschutzexperten aus Kommunen und Unternehmen tragen ihre Ideen zusammen, strukturieren und bewerten sie. Der Verein arbeitet in mehreren Strategiegruppen mit.

Vom Auftakt zur Arbeit: Jetzt wird es konkret im Rhein-Main-Gebiet

Nach der Auftaktveranstaltung vor wenigen Wochen wurde nun in die Phase eingestiegen, in der Ideen gesammelt, priorisiert und in erste umsetzbare Ansätze überführt werden. Gemeinsam mit Akteuren aus Kommunen, Energieversorgung, Planung und Wirtschaft ging es in den Strategiegruppen zur Sache: Wo stehen wir wirklich, wo liegen die größten Hebel – und vor allem: was ist überhaupt machbar?

Der Verein arbeitet in zwei von vier Strategiegruppen mit: Die Strategiegruppe „Energie & Infrastruktur“ erarbeitet Vorschläge, wie der Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Energieeffizienz und -einsparung sowie das Kommunale Energiemanagement befördert werden kann. Am Donnerstag, 19. März 2026 fand die erste Sitzung statt, zu der sich überraschend rund 50 Personen eingefunden hatten. In drei Gruppen wurden unzählige Vorschläge und Ideen zusammengetragen. Christian Quast war vom Verein dabei.

Die Strategiegruppe „Wirtschaft und Wertschöpfung“ lotet die Chancen aus, die mit dem Umstieg auf eine nachhaltige Energieerzeugung verbunden sind. Es sollen Wege gefunden werden, Kommunen, Unternehmen, Energiegemeinschaften und andere Initiativen besser zu vernetzen, Kooperationen zu stärken und Wertschöpfung in der Region zu halten. Sie fand am Donnerstag, 26. März, statt. Jan Simon, der für den Verein für den Kontakt zu den Verbänden hält, hat sich dort eingebracht.

Diskutiert wurden unter anderem Ansätze, die der Verein aus seiner täglichen Praxis gut kennt: stärkere Aktivierung kommunaler Liegenschaften, systematische Ansprache großer Dachbesitzer, neue Kooperationsmodelle zwischen öffentlichen und privaten Akteuren und die Frage, wie lokale Stromnutzung wirtschaftlich attraktiver gestaltet werden kann als die reine Einspeisung.

Gerade im Rhein-Main-Gebiet mit seiner hohen Dichte an Verbrauch und Infrastruktur liegt hier ein enormer Hebel. Wenn es gelingt, Erzeugung und Verbrauch besser zusammenzubringen – etwa über Mieterstrommodelle, die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, andere Direktlieferungen oder neue Partnerschaften mit großen Stromabnehmern – entsteht nicht nur mehr Klimaschutz, sondern auch ein wirtschaftlich tragfähiges System, dass die Attraktivität der Region weiter erhöht.

Gleichzeitig wurde aber auch klar, wo es noch hakt. Komplexe regulatorische Rahmenbedingungen, langwierige Abstimmungsprozesse und fehlende Standardisierung bremsen weiterhin. Hier hat die Region leider wenig Einflussmöglichkeiten, die Regeln werden fast ausschließlich in Berlin gemacht.

Unser Fazit nach den ersten Arbeitsgruppen: Die Richtung stimmt, das Engagement erst recht. Jetzt kommt es darauf an, die identifizierten Maßnahmen konsequent zu schärfen, Verantwortlichkeiten zu klären und ins Machen zu kommen.

Der Verein bleibt dran – und bringt gerne seine Erfahrungen aus der Praxis in den weiteren Prozess ein. Ein besonderer Dank geht an den Regionalverband für die Initiative, besonders an Michael Voll, der die Projektleitung für die Fortschreibung des Regionalen Energie- und Klimaschutzprozess im Regionalverband übernommen hat.

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