Sonneninitiative
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Die Bundesnetzagentur (BNA) geht gegen den ersten Netzbetreiber vor. Sie hat am 1. August ein Aufsichtsverfahren gegen die Westnetz GmbH wegen verspäteter Zahlung der EEG-Vergütung eröffnet. Anlagenbetreiber warten teils Monate auf ihre Vergütung. Ist Photovoltaik etwas für Reiche?

Verspäteter Vergütungszahlungen der Netzbetreiber – Absicht oder Versehen?

Westnetz ist der größte Verteilnetzbetreiber in Deutschland. Er gehört der Westenergie AG, einer E.ON-Tochter. Die Bundesnetzagentur hat ein Aufsichtsverfahren gegen Westnetz eröffnet. Anlass ist der Verdacht, dass Westnetz systematisch gegen § 19 Abs. 1 EEG verstoßen hat, indem EEG-Vergütungen nicht fristgerecht ausgezahlt wurden.

Westnetz entschuldigt sich: IT-Umstellungsprobleme und die gestiegene Zahl der Netzanfragen seien schuld. Beschwerden über den Zahlungsverzug gab es in letzter Zeit häufiger, besonders in Rheinland-Pfalz, aber auch in Thüringen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hessen und dem Saarland.1
 

Die Konsequenzen

Der Verein leidet sehr unter den verspäteten Abrechnungen, die er besonders bei Netzbetreibern des E.ON Konzerns spürt. Nicht nur werden die internen Abläufe, z.B. die Personalplanung, gestört, sondern die zahlreichen Anfragen der Eigentümerinnen und Eigentümer und die folgenden Anfrage bei den Netzbetreibern sorgen für Sand im Getriebe.

Ein Netzbetreiber hatte z.B. einfach alle Anlagen (ca. 20-30 Jahresabrechnungen) mit den Vorjahreswerten abgerechnet, obwohl der Verein rechtzeitig alle Zählerwerte übermittelt hatte. Natürlich widerspricht der Verein solchen Abrechnungen – was dann leider wieder für Verzögerungen, meist 2-3 Monaten, sorgt.

Woran liegt es?

Wo liegen die Ursachen? Von IT-Umstellungsproblemen kann der Verein ein Lied singen. Mit seinem einen festangestellten Entwickler hat er aber auch sehr begrenzte Ressourcen. Das sollte bei Westnetz mit seinen 7.000 Mitarbeitenden anders sein. Die ins Feld geführten Netzanfragen werden hingegen bei Netzbetreibern von ganz anderen Menschen bearbeitet als die Abrechnungen – klingt eher wie eine Ausrede.

Wie dem auch sei: „Schuld“ ist immer das Management, das dieser Aufgabe nicht genug Ressourcen zuweist. Ob „Absicht“ oder „billigend in Kauf genommen“ ist dabei reine Haarspalterei.

Stellt sich die Frage: Ist Photovoltaik etwas für Reiche?

Nein, nicht, weil nur Reiche es sich leisten könnten, auf ihr Geld zu warten.

Sondern, weil unsere neue Wirtschaftsministerin Katharina Reiche bis zu ihrer Ernennung Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, der Mutter von Westnetz, war. Sicher ist sie nicht operativ für die verspäteten EEG-Zahlungen verantwortlich. Aber sie hat die strategischen Entscheidungen mit getroffen, die zu den fehlenden Ressourcen geführt haben, die jetzt die EEG-Vergütungszahlung behindern. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Antwort: Nein, Photovoltaik ist nichts für Katharina Reiche. Sie setzt lieber auf fossiles Gas –  „Klimaschutz kann nicht das einzige Ziel sein“. Oder, wie neulich (27.6.25) auf dem BDI-Industrietag: „Der Satz ‚die Sonne schickt keine Rechnung‘ – so bekloppt wie simpel – konnte sich wirklich nur jemand ausdenken, der von Energie nichts versteht.

Ja, ich erinnere mich noch sehr gut an die Kampagne „Ihrer Stromversorger“ von 1993: „Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als vier Prozent unseres Strombedarfs decken.“ Wir sind heute bei 60%. Dies zeigt, wie wichtig es ist, nicht auf die zu hören, die von Energie „wirklich etwas verstehen“.

Salamitaktik

Niemand wird in Deutschland sagen „Pfeif auf dem Klimaschutz, lass doch die Welt den Bach ´runter gehen“. Niemand – fast niemand – wird fordern, Solaranlagen abzubauen und Windräder umzureißen. Nein, es sind Kleinigkeiten, mit denen Menschen davon abgehalten werden sollen, ihre Energie selbst zu erzeugen: Hier ein bisschen später auszahlen, dort eine neue Messtechnik vorschreiben. Warum nicht die PV-Anlagen die Netze zahlen lassen? Und da kommt in den nächsten Jahren sicher noch vieles mehr von unserer Energieexpertin Reiche.

Der Verein macht es Menschen einfach, selbst Energie zu produzieren. Er nimmt ihnen die Komplexität der Materie und die meisten Aufgaben ab. Wollen Sie noch zu den geltenden, noch attraktiven Konditionen mitmachen, können Sie hier die Liste der aktuellen Projekte anschauen.

1)  https://www.handelsblatt.com/dpa/einspeiseverguetung-solaranlagenbesitzer-warten-teils-monatelang-auf-ihr-geld/30419424.htmlhttps://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einspeiseverguetung-solaranlagenbesitzer-warten-teils-lange-auf-ihr-geld-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250730-930-854883 oder https://www.neueenergie.net/artikel/dpa-artikel?id=7424

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