Sonneninitiative
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Es klingt absurd, ist aber offizielle Regierungspolitik: Die USA zahlen dem Essener Energiekonzern RWE rund 1,22 Milliarden Dollar – umgerechnet etwa eine Milliarde Euro – dafür, dass er seine geplanten Offshore-Windparks vor den amerikanischen Küsten nicht baut. Anfang August wurde die Vereinbarung bekannt. Für die Energiewende in den USA ist das ein herber Rückschlag. Und für uns in Deutschland eine Erinnerung daran, wie wertvoll eine Energiewende ist, die auf vielen Schultern ruht.

Über eine Milliarde Dollar fürs Nicht-Bauen: Was der RWE-Deal in den USA über die Energiewende lehrt

Was ist passiert?

RWE hatte sich Pachtflächen für Windparks vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana gesichert und nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Milliarde Dollar in Pacht und Projektentwicklung investiert. Auf den Flächen hätten Windräder mit einer Leistung von rund sieben Gigawatt entstehen können – genug Strom für mehr als fünf Millionen Haushalte.

Daraus wird nun nichts. Die US-Regierung unter Präsident Trump, der die Windkraft seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 per Dekret bekämpft, kauft dem Konzern die Pachtrechte ab. Es ist nicht der erste Deal dieser Art: Mit ähnlichen Vereinbarungen unter anderem mit TotalEnergies und Invenergy hat die Regierung inzwischen fast vier Milliarden Dollar an Steuergeld dafür aufgewendet, dass Windparks nicht gebaut werden. Innenminister Doug Burgum begründet den Kurs damit, Windkraft sei zu abhängig von Subventionen – während gleichzeitig Milliarden an Entschädigungen fließen.

Die Folgen sind messbar: Das Analysehaus BloombergNEF erwartet für die USA bis 2035 nur noch rund sechs Gigawatt Offshore-Windleistung. Noch 2024 lag die Prognose bei 39 Gigawatt. RWE selbst investiert das Geld nun in Gasinfrastruktur in den USA.

Warum uns das etwas angeht

Man kann diese Nachricht als amerikanische Kuriosität abtun. Sie zeigt aber etwas Grundsätzliches: Große, zentrale Energieprojekte hängen am Wohlwollen der jeweiligen Regierung. Ein einzelner politischer Kurswechsel kann Milliardeninvestitionen stoppen – und mit ihnen den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit und die Strompreise von Millionen Menschen.

Eine Energiewende, die vielen gehört, ist dagegen deutlich robuster. Tausende Photovoltaikanlagen auf Dächern von Schulen, Gewerbehallen und Wohnhäusern lassen sich nicht mit einem Federstrich abschaffen. Sie erzeugen Strom dort, wo er gebraucht wird, die Wertschöpfung bleibt in der Region, und die Anlagen gehören den Bürgerinnen und Bürgern selbst – nicht einem Konzern, der seine Investitionen je nach politischer Großwetterlage umschichtet. Genau das ist die Idee der Bürgersonnenkraftwerke: viele Menschen, viele Dächer, viele kleine Kraftwerke, die zusammen Großes bewirken.

Die Energiewende selbst in die Hand nehmen

Die gute Nachricht lautet deshalb: Niemand muss darauf warten, dass Regierungen oder Konzerne die Energiewende voranbringen. Die Sonneninitiative e.V. entwickelt seit vielen Jahren Bürgersonnenkraftwerke, an denen sich Bürgerinnen und Bürger direkt beteiligen können. Jede einzelne Anlage macht die Stromversorgung ein Stück dezentraler, demokratischer – und unabhängiger von politischen Wendungen, wie sie derzeit in den USA zu besichtigen sind.

Wer sich an einem Bürgersonnenkraftwerk beteiligen oder ein Dach zur Verfügung stellen möchte, findet alle Informationen auf unserer Webseite oder nimmt direkt Kontakt mit uns auf: [bitte ergänzen: Kontaktdaten/Link].


Quellen: Der Spiegel: „USA zahlen über eine Milliarde Dollar, damit RWE keine Windparks baut" (August 2026) Berichte von Handelsblatt, KPBS/AP und Cleanthinking zur Vereinbarung zwischen dem US-Innenministerium und RWE (August 2026)

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