Sonneninitiative
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Die Energy-Charts des Fraunhofer ISE zeigen, wann besonders viel erneuerbarer Strom im Netz ist. Wer Stromverbrauch flexibel steuert, kann Solar- und Windstrom besser nutzen – etwa mit Wärmepumpen, Speichern oder Ladeinfrastruktur. Das macht die Energiewende effizienter und bringt den Nutzen erneuerbarer Energien direkt in Gebäude und Alltag.

Strom nutzen, wenn die Sonne scheint und der Wind weht

Die Energiewende verändert nicht nur die Art, wie Strom erzeugt wird. Sie verändert auch die Frage, wann wir Strom am besten verbrauchen.

Früher kam Strom überwiegend aus großen Kraftwerken, die möglichst gleichmäßig liefen. Heute wächst der Anteil von Solar- und Windstrom stetig. Das ist gut für Klima, Unabhängigkeit und langfristig stabile Energiepreise. Gleichzeitig schwankt die Erzeugung stärker: Mittags liefern Photovoltaikanlagen besonders viel Strom, an windreichen Tagen tragen Windkraftanlagen große Teile zur Versorgung bei.

Genau hier setzt die Stromampel der Energy-Charts des Fraunhofer ISE an. Sie zeigt, zu welchen Zeiten besonders viel erneuerbarer Strom im Netz verfügbar ist. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird damit sichtbar: Es gibt Zeiten, in denen Strom besonders klimafreundlich genutzt werden kann. Die Energy-Charts stellen solche Daten öffentlich bereit und bieten neben Stromerzeugung auch Informationen zu Börsenstrompreisen, Emissionen und weiteren Energiedaten.

Das ist mehr als eine Spielerei. Wer flexible Verbraucher hat, kann seinen Stromverbrauch gezielt verschieben. Waschmaschine, Spülmaschine, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder E-Auto müssen nicht immer sofort laufen. Oft reicht es, sie dann einzuschalten, wenn viel erneuerbarer Strom vorhanden ist.

Besonders deutlich wird das beim Laden von Elektroautos. Ein Auto steht häufig viele Stunden am Tag oder über Nacht. Es muss nicht in jeder Minute mit voller Leistung laden. Wird der Ladevorgang in Zeiten mit hohem Solar- oder Windstromanteil verschoben, wird das Stromnetz entlastet und erneuerbare Energie besser genutzt. Ähnliches gilt für Wärmepumpen und Speicher: Sie können helfen, Strom dann aufzunehmen, wenn er reichlich vorhanden ist.

Für Gebäude mit eigener Photovoltaikanlage ist dieser Gedanke schon heute Alltag. Je mehr Solarstrom direkt vor Ort verbraucht wird, desto wirtschaftlicher arbeitet die Anlage. Batteriespeicher können diesen Effekt verstärken, indem sie Sonnenstrom vom Tag in den Abend verschieben. Ladeinfrastruktur für E-Autos eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, den Eigenverbrauch weiter zu erhöhen.

Die Stromampel macht damit sichtbar, was für die Energiewende immer wichtiger wird: Nicht nur die Erzeugung muss erneuerbar werden, auch der Verbrauch muss flexibler werden. Jede Kilowattstunde, die gezielt zu Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung genutzt wird, hilft dabei, fossile Kraftwerke zu verdrängen und das Stromsystem effizienter zu machen.

Die gute Nachricht: Viele Lösungen dafür sind längst verfügbar. Intelligente Wallboxen, Wärmepumpensteuerungen, Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme können den Verbrauch automatisch anpassen. Was früher nur ein Thema für Netzbetreiber und Energieversorger war, kommt damit direkt in Haushalten, Unternehmen und kommunalen Gebäuden an.

Die Energiewende besteht also nicht nur aus neuen Solar- und Windkraftanlagen. Sie besteht auch aus einem neuen Bewusstsein: Strom ist dann besonders wertvoll, wenn er sauber erzeugt wird. Und je besser wir unseren Verbrauch daran anpassen, desto mehr erneuerbare Energie können wir nutzen.

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