Sonneninitiative
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Die ersten Anlagen des Vereins stammen aus dem Jahr 2004, sind also heute 21 Jahre alt. Die private Anlage unseres Geschäftsführers Volker Klös ist sogar schon 30 Jahre alt. Allen gemein: Sie produzieren fast wie am ersten Tag. Wie lange „halten“ PV-Anlagen also wirklich?

PV für die Ewigkeit ?!

Ja, PV-Anlagen sind bewegliche Wirtschaftsgüter, keine Immobilien. Aber ähnlich wie Immobilien, lassen sich auch PV-Anlagen fast ewig betreiben, wenn man von Zeit zu Zeit renoviert. Warum ist das so?
 

Wechselrichter gehen kaputt

Wir wissen alle, dass Wechselrichter nicht ewig halten. Nach 10-20 Jahren, manchmal später, in seltenen Fällen auch schon vorher, müssen sie ausgewechselt werden. Gewinnt man damit einige Prozentpunkte an Wirkungsgrad, trägt sich die Maßnahme manchmal sogar allein durch die Mehrerträge.

Module degradieren

Auch Module „degradieren“, nehmen also mit der Zeit an Leistung ab. Das sind typischerweise zwischen 0,2 und 0,5% im Jahr, also zwischen 4 und 10% nach 20 Jahren. Diese Degradation haben wir auf den Dächern bei Auswertung der Erträge leider nie feststellen können. Wir vermuten, dies liegt an der stetigen Zunahme der Globalstrahlung durch den Klimawandel. Bei den meisten „alten“ Anlagen stellen wir deshalb heute noch fest: Läuft wie am ersten Tag.

Doch warum ist PV für die Ewigkeit, wenn doch die Komponenten altern und ausgewechselt werden müssen?

Das Projekt bleibt

Ähnlich wie bei Immobilien, ist das Projekt an sich der größte Teil des Wertes. Auch bei Gebäuden müssen von Zeit zu Zeit Ersatzinvestitionen getätigt werden: Neue Fenster, neue Heizung, ggf. Dämmung etc.. Dennoch ist ein Gebäude auch dann etwas wert, wenn alle diese Dinge gerade vor der Türe stehen. Denn der Standort, die Genehmigungen, die Erschließung oder die Mietverträge – also das Projekt an sich – bleiben als Wert.

Neue Technik für 300 €

Bei PV-Anlagen macht heute die Projektierung den eigentlichen Wert aus: Dachmietverträge, Stromlieferverträge, Statik, AC-Einbindung oder Netzanschluss (ggf. mit Trafo) bleiben als werthaltige Faktoren sogar für den Fall, dass die gesamte Technik auf dem Dach ausgewechselt werden muss. Dabei können Kabel und Unterkonstruktion fast immer weiterverwendet werden. Unter solchen Bedingungen kommt man mit dem Austausch von Modulen und Wechselrichtern oft schon mit 250 – 350 €/kWp hin.

Bestandsanlage so wertvoll wie Neuanlage

Der Preis einer Bestandsanlage wird beim Weiterverkauf üblicherweise mit dem Ertragswertverfahren ermittelt. Es kommt also nicht darauf an, was die Anlage einmal gekostet hat, sondern darauf, welche Erträge bzw. Einsparungen sie dem neuen Eigentümer erbringt. Solche „Alt-“Anlagen werden deshalb ähnlich bewertet, wie eine heute errichtete Neuanlage. Auf Dächern mit ordentlicher Eigenverbrauchsquote lassen sich so auch nach 20 Jahren noch rd. 1.000 € pro kWp beim Verkauf der Anlage erlösen.

Ergebnis: Fast unendliche Lebensdauer

Fazit: Eine Anlage kann praktisch unendlich lange Strom produzieren, wenn man die technischen Komponenten Stück für Stück bei Bedarf austauscht. Dies ist immer günstiger, als eine neue Anlage auf einem neuen Dach zu errichten. Und wenn die Anlage an den Gebäudenutzer verkauft wird, ist sie fast noch genau so viel Wert, wie eine Neuanlage. Voraussetzung: Der Strom kann direkt an das Gebäude verkauft werden, ohne durch das öffentliche Netz zu fließen. Denn nur so lassen sich ordentliche Strompreise bzw. Einsparungen realisieren.

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