PV-Anlagen für 2.000 € pro kWp?
Was ist da dran? Wie wird sich der Markt entwickeln? Was sollte ein PV-Investor jetzt beachten?
Schauen wir uns erst einmal die erste These „Preise von 20 ct/kWh“ an. Erst vor wenigen Jahren war der Energiemarkt durch den Ukrainekrieg aus dem Tritt gekommen. Daraus lässt sich lernen: Nach Beginn des Ukrainekrieges am 24.2.2022 stieg der Marktwert Solar von normalerweise 5-10 ct/kWh auf bis zu knapp 40 ct/kWh im Juli. Allerdings war der Strommarkt schon vorher angespannt, tatsächlich kamen die Preise bereits im Herbst 2021 in Bewegung (s. Grafik Marktwerte Solar 1-2021 bis 12-2024).
Anders heute: Noch ist der Kriegsbeginn am 28. Februar nicht auf den Spotmarkt durchgeschlagen. Obwohl der Markt schon seit dem Herbst 2025 volatiler geworden ist, liegen die Strompreise im üblichen Rahmen. Ein Ausreißen nach oben, wie unmittelbar nach Beginn des Ukrainekrieges ist bisher nicht zu beobachten (s. Grafik Spotmarktpreise 4-2025 bis 3-2026, bitte Skala links beachten!).
Fazit: Der Krieg im Mittleren Osten rechtfertigt nicht die Auffassung, auf die Lebensdauer einer PV-Anlage, also für 20 bis 40 Jahre, 20 ct/kWh auf dem Strommarkt zu erlösen. Zumal der Ukrainekrieg zeigt, dass sich die Märkte schon nach einigen Monaten wieder beruhigen und die Preise auf ihr ursprüngliches Niveau zurückkehren. Damit ist auch die Behauptung, PV-Anlagen würden bald 2.000 €/kWp kosten, nicht mehr haltbar.
Lösung: Tatsächlich ist der Strommarkt die schlechteste aller Möglichkeiten, seinen Solarstrom zu verkaufen. Viel ertragreicher: der Verkauf direkt vor Ort. Da hierbei die kompletten Netzentgelte von typischerweise rd. 10 ct/kWh sowie andere Umlagen (ca. 4 ct/kWh) für den Käufer entfallen, lassen sich Stromlieferverträge von 14-20 ct/kWh realisieren – allerdings nur für den vor Ort verkauften Anteil (die sog. Eigenverbrauchsquote).
Der Verein bietet fast alle Anlagen mit einer starken Eigenverbrauchsquote an, die über eine aufwändige Simulation ermittelt wird. Über das Mieterstrommodell oder die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung wird der Verkauf des Stroms vor Ort noch weiter optimiert. Handelt es sich dann noch um solvente Stromkäufer, z.B. Kommunen oder alteingesessene Unternehmen, kann man von einer Investition sprechen, die bis zu 40 Jahre lang ordentliche Erträge erwirtschaftet. Mithilfe von Preisgleitklauseln können diese in Zukunft sogar in die Nähe von 20 ct/kWh kommen.
Die Projektierung solcher Anlagen ist allerdings deutlich aufwändiger als reine Netzeinspeiseanlagen: Mehr Administration, mehr Verträge, mehr Abrechnungen, mehr Zähler, mehr Technik. Das kostet natürlich – bringt aber die Sicherheit einer dauerhaft lukrativen Anlage, statt eines 20-Cent-Strohfeuers zu Beginn.