Neues Förderprogramm: Ladeinfrastruktur im Mehrparteienhaus
Für Wohnungseigentümergemeinschaften, Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften und große Vermieter eröffnet sich damit erstmals die Möglichkeit, größere Ladeinfrastruktur systematisch und wirtschaftlich umzusetzen.
Förderung: Substanziell – aber an klare Bedingungen geknüpft
Gefördert wird nicht nur die Wallbox selbst, sondern der gesamte infrastrukturelle Unterbau:
1.300 € je Stellplatz für die reine Vorbereitung
1.500 € je Stellplatz inkl. Ladepunkt
2.000 € je Ladepunkt bei bidirektionaler Technik
Förderfähig sind:
Ladepunkte bis 22 kW
Netzanschluss und Gebäudeelektrik
Tiefbau und Installation
Lastmanagement (zentrale Voraussetzung)
Damit rückt erstmals das in den Fokus, worauf es wirklich ankommt: die Infrastruktur hinter der Steckdose.
Die entscheidenden Hürden: Denken in Systemen
Das Programm setzt bewusst auf klare Mindestanforderungen:
Mindestens 6 Stellplätze pro Objekt
Mindestens 20 % der Stellplätze müssen eingebunden werden
100 % Strom aus erneuerbaren Energien
Diese „Und“-Logik ist politisch gewollt. Sie verhindert Insellösungen – und zwingt dazu, Ladeinfrastruktur von Anfang an als Gesamtsystem zu planen.
Für kleine Einzelmaßnahmen ist dieses Programm nicht gedacht.
Gefördert wird der strukturierte Ausbau ganzer Gebäude.
Lastmanagement: Der eigentliche Schlüssel
In der Praxis entscheidet nicht die Wallbox über den Erfolg – sondern das Lastmanagement:
Vermeidung von Netzüberlastung
Skalierbarkeit für zukünftige Nutzer
Reduzierung von Anschlusskosten
Gerade in Bestandsgebäuden ist das der zentrale Hebel, um aus begrenzter Anschlussleistung maximale Ladefähigkeit herauszuholen.
Umsetzung: Mehr als nur Technik
Die eigentliche Herausforderung liegt selten in der Hardware, sondern im Projekt selbst:
Beschlüsse in der WEG bzw. Baugenossenschaft
Abstimmung mit Netzbetreibern
Integration in die Gebäudetechnik
zukunftsfähige Dimensionierung
Erfolgreiche Projekte entstehen nicht „nebenbei“.
Sie erfordern Planung – und Liebe zum Detail.
Strom mitdenken: Der wirtschaftliche Hebel
Besonders interessant wird das Thema, wenn Ladeinfrastruktur mit lokaler Stromerzeugung kombiniert wird:
Photovoltaik auf dem Dach
Stromverkauf vor Ort
Nutzung im Gebäude und für Mobilität
Hier entstehen Modelle, die weit über das reine Laden hinausgehen – wirtschaftlich wie energetisch.
Timing: Wer vorbereitet ist, gewinnt
Die Förderung wird – wie so oft – nach dem Windhundprinzip vergeben. Startschuss: 15.4.2026:
begrenztes Budget
hohe Nachfrage zu erwarten
Antragstellung über ein zentrales Portal
Entscheidend ist nicht nur die Idee, sondern die Vorbereitung:
abgestimmte Beschlüsse
technische Planung
belastbare Kostenschätzung
Fazit: Vom Einzelanschluss zum System
Das neue Programm markiert einen Wendepunkt:
Weg von der einzelnen Wallbox, hin zur strategischen Ladeinfrastruktur im Gebäude
Für Kommunen, WEGs, Baugenossenschaften, Wohnungsbaugesellschaften und größere Bestände gilt:
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Projekte vorzubereiten.
Denn wenn die Förderung greift, zählt vor allem eines: Geschwindigkeit.
Mehr Infos und Beantragung: https://www.laden-im-mehrparteienhaus.de/