Sonneninitiative
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Wegen des Klimawandels werden Hitzeereignisse in Deutschland immer häufiger und intensiver. Städte können sich darauf vorbereiten.

Klima-Anpassung für Städte

Besonders dort, wo viele Menschen auf engem Raum leben, Straßenbeläge die Wärme speichern, hohe Gebäude die Luftzirkulation erschweren und Grünanlagen fehlen, können sich ganze Stadtteile so aufheizen, dass sich auch nachts kaum Abkühlung ergibt: urbane Hitzeinseln. Das belastet die Menschen ebenso wie die Infrastruktur.

Fortschrittliche Kommunen nutzen PALM-4U. Mit diesem digitalen Stadtklima-Modell erhalten Städte ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Anpassung an den Klimawandel.

Damit können sie berechnen, wie stark Stadtteile bei Hitze belastet werden und welchen Effekt Klimaanpassungsmaßnahmen haben. Das Modell ermöglicht es zu prüfen, wie sich konkrete Bauvorhaben auf Überwärmung und Kaltluftströmungen auswirken. So lassen sich Planungsvarianten simulieren und es können konkrete Empfehlungen zur Optimierung gegeben werden. Die Wirkung von Klimaanpassung kann quantitativ bestimmt werden, ein deutlicher Fortschritt zu den bisherigen qualitativen Aussagen in Planungsverfahren.

Das Stadtklima-Modell bildet auch Schadstoffe in der Luft ab, um an besonders belasteten Stellen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Diese Orte liegen häufig an Hitze-Hotspots, wo es viel Verkehr gibt. Wenn es im Sommer dort noch heißer wird, werden mehr Menschen nachts ihre Fenster öffnen, um schlafen zu können. Bei hoher Schadstoffbelastung in der Luft kann das vor allem für gesundheitlich beeinträchtigte Menschen problematisch sein.

PALM-4U dient somit ganz konkret dazu, die Hitze- und Schadstoffbelastungen lokal zu prognostizieren sowie Klimaanpassungsmaßnahmen zu konzipieren und zu bewerten. Damit lassen sich laufende Planungsverfahren überprüfen oder die Wirksamkeit verschiedener Klimaanpassungsmaßnahmen abschätzen, z.B. weiße Außenwände, Entsiegelung von Plätzen oder Begrünung von Fassaden und Dächern.

Mit der Umsetzung der Fördermaßnahme hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung den DLR Projektträger beauftragt. Vor Beginn der Fördermaßnahme „Stadtklima im Wandel“ existierte bisher eine fragmentierte Forschungslandschaft, die in kleinem Umfang Ansätze und Methoden für die Stadtklimamodellierung entwickelte. Die Vision für ein ganzheitliches Stadtklimamodell entstand in Gesprächen mit Forschenden, die der DLR Projektträger initiiert und für seinen Auftraggeber begleitet und analysiert hat.


Mehr dazu:

projekttraeger.dlr.de/anpassung-hitze-wie-sich-staedte-auf-heisses-klima-vorbereiten-koennen
dwd.de/palm4u/palm4u

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