Sonneninitiative
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Die Schlagzeilen sind immer gleich: Ölpreis steigt, Krisenherde eskalieren, Sprit wird teurer. An der Tankstelle entscheidet sich dann, wie ernst es ist – 2,00 € … 2,50 €, vielleicht sehen wir bald die 3 vorne? Und jedes Mal die gleiche Frage: Wie lange noch?

Der Liter kostet 0,36 € – aber keiner merkt’s

Dabei gibt es die Antwort längst.

Sie steht nur nicht an der Zapf-, sondern an der Ladesäule.

Denn wer heute elektrisch fährt, tankt nicht mehr in Litern, sondern in Kilowattstunden – und genau das verschleiert, wie drastisch der Unterschied inzwischen ist. Rechnet man ehrlich um*, ergibt sich ein verblüffendes Bild:

  • AC-Laden (z. B. zu Hause): rund 1,26 € pro „Liter“

  • DC-Schnellladen: etwa 1,65 € pro „Liter“

  • Mit eigener PV-Anlage: unglaubliche 0,36 € pro „Liter“

0,36 €. Für „Sprit“.

Das ist kein Zukunftsszenario, das ist Realität.

Und während sich die öffentliche Debatte weiter um exorbitante Dieselpreise dreht, fahren viele Menschen lächelnd an der Tankstelle vorbei – sie haben aus dem Ukrainekrieg für den Irankrieg gelernt.


Jeder Vierte hat es verstanden – und der Rest?

Die hohen Spritpreise haben für eine Boom bei E-Fahrzeugen gesorgt. In Deutschland ist inzwischen jedes vierte neu zugelassene Auto elektrisch. 25 %.

Das ist kein Nischentrend mehr. Das ist eine Richtungsentscheidung.

Doch man muss sich schon fragen:
Was haben sich die anderen 75 % eigentlich gedacht?

·         Weiter abhängig bleiben von globalen Krisen?

·         Weiter Preise akzeptieren, die man nicht beeinflussen kann?

·         Weiter hoffen, dass „es schon nicht so schlimm wird“?

Oder ist es die German Reichweitenangst?


Der günstigste Sprit kommt vom eigenen Dach

Die eigentliche Pointe liegt nämlich woanders:
Das erste Mal in der Geschichte kann man seinen „Sprit“ selbst produzieren.

Keine Tankstelle. Keine Preissprünge. Keine geopolitischen Risiken.

Nur Sonne.

Und ein Preis, der sich nicht verdoppelt, nur weil irgendwo auf der Welt ein Konflikt eskaliert.


Fazit: Die Debatte läuft in die falsche Richtung

Wir diskutieren über Spritpreise, als wären wir ihnen ausgeliefert.
Sind wir aber längst nicht mehr!

Die Frage ist nicht, wie teuer Diesel wird.

Die Frage ist, warum wir ihn überhaupt noch tanken.

Die Frage ist, wann wir in die Erzeugung investieren.


Am Rande: Die 400 Bürgersonnenkraftwerke des Vereins produzieren so viel Strom, dass man damit eine Strecke bis zum Mond, rd. 380.000 km, mit dem Auto fahren könnte – jeden Tag einmal und am nächsten Tag wieder zurück.


*) Für die Umrechnung haben wir zwei Fahrzeuge gewählt, mit realistischen Verbrauchswerten: einen Kleinwagen, der als Verbrenner 5 l Diesel oder als E-Fahrzeug 18 kWh pro 100 km verbraucht und ein SUV/Limousine mit 7 l Diesel bzw. 25 kWh pro 100 km. Die Preise pro kWh betragen 35 ct/kWh bei Strom von den Stadtwerken (zu Hause oder an einer AC-Ladesäule), 46 ct/kWh bei DC-Laden unterwegs (mit 5-€-Monatsabo) oder 10 ct/kWh beim Einsatz einer eigenen PV-Anlage.

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