Sonneninitiative
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Deutschland hat sein Solarziel für 2026 vorzeitig erreicht – getragen fast nur von Freiflächenanlagen. Auf den Dächern geht der Zubau dagegen zurück. Warum das ein Problem für die Netze ist und was Bürgerenergie dagegen tun kann.

128 Gigawatt – aber am Netz vorbei geplant

Deutschland hat sein gesetzliches Solarziel für 2026 vorzeitig erreicht. Im August überschritt die installierte Photovoltaik-Leistung die Marke von 128.000 Megawatt, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mitteilte. Eine gute Nachricht – mit einem Haken: Der Ausbau wird immer stärker von großen Freiflächenanlagen getragen, während auf den Dächern immer weniger passiert. Ausgerechnet dort, wo Solarstrom die Netze am wenigsten belastet. Energie und Management

Die Zahl hinter der Zahl

Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 54 Prozent der neu zugebauten Leistung auf Freiflächenanlagen – erstmals liegen sie dauerhaft vor sämtlichen Dachanlagen zusammen. Bei den Gebäuden geht es in die andere Richtung: Im ersten Quartal 2026 sank der Zubau bei privaten Dachanlagen um gut ein Fünftel, bei Gewerbe-Dachanlagen sogar um knapp ein Drittel. Logic EnergyZFK

Die Zielmarke wurde also nicht erreicht, weil wir unsere Dächer gut nutzen – sondern obwohl wir es nicht tun. Dabei ließen sich nach einer Studie im Auftrag von Agora Energiewende rund 409 Gigawatt zubauen, wenn alle technisch geeigneten Dächer ab 50 Quadratmetern belegt würden. Energate-messenger

Das ist kein Argument gegen Freiflächen. Sie werden gebraucht. Es ist ein Argument dafür, Dächer zusätzlich zu erschließen.

Der Strom, der gar nicht erst ins Netz muss

Dachanlagen erzeugen Strom dort, wo er gebraucht wird – und das wird immer wichtiger. 2025 mussten Netzbetreiber an jedem einzelnen Tag ins Netz eingreifen, im Schnitt vier Stunden lang. Die abgeregelte Solarstrommenge hat sich dabei auf 2.704 Gigawattstunden nahezu verdoppelt, und der Anteil der Engpässe im Verteilnetz ist auf 35 Prozent gestiegen. ZFKStrom KnowHow GmbH

Eine Produktionshalle, ein Kühlhaus oder ein Schulzentrum zieht Strom vor allem tagsüber – also dann, wenn die Sonne scheint. Je nach Lastprofil gelten im Gewerbe Eigenverbrauchsquoten von 60 bis 80 Prozent auch ohne Speicher als realistisch. Dieser Strom taucht im Netz nie auf. Er legt nur wenige Meter zurück und senkt zugleich Einspeisespitze und Netzbezug des Gebäudes. Eine Freiflächenanlage kann das prinzipbedingt nicht: Ihre gesamte Leistung muss über den Netzanschluss abfließen, oft in Regionen mit wenig Verbrauch. PEAK.Energy

Warum es jetzt darauf ankommt

„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt", sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Bis 2030 müssten noch rund 87 Gigawatt hinzukommen – dafür müsse das Ausbautempo steigen statt sinken. Zugleich warnt der Verband vor geplanten Änderungen wie der Direktvermarktungspflicht für kleine Anlagen, die gerade Dachprojekte ausbremsen könnten. Deutsche Handwerks-ZeitungPhotovoltaik

Was Bürgerenergie leisten kann

Dächer erschließen sich nicht von selbst. Jedes Projekt braucht jemanden, der mit den Eigentümerinnen und Eigentümern spricht, Statik und Netzanschluss klärt und die Finanzierung organisiert.

Genau das ist die Arbeit der Sonneninitiative e. V. In unseren Bürgersonnenkraftwerken stellen Dachgeberinnen und Dachgeber ihre Fläche bereit, Bürgerinnen und Bürger finanzieren die Anlage gemeinsam, der Strom wird möglichst vor Ort genutzt. So entsteht Leistung, die sonst nicht entstünde – und die Wertschöpfung bleibt in der Region.

128 Gigawatt sind ein Etappenerfolg. Solange Deutschlands Dächer leer bleiben, ist das Ziel nicht erreicht – und das Potenzial vertan.

Sie haben ein geeignetes Dach? Wir prüfen kostenfrei, ob ein Bürgersonnenkraftwerk möglich ist.

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