Energie aus flüssiger Luft

Die Speicherung von erneuerbaren Energien ist eine der größten Herausforderungen für die Energiewende. Doch es gibt ein neues innovatives Konzept.

Mit ihrem Speichersystem Aurora will das Startup phelas aus München das Problem lösen. Grundlage ist ein Verfahren zur Luftverflüssigung, damit Solar- und Windstrom auch dann genutzt werden können, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht und keine Atom- oder fossilen Kraftwerke zur Verfügung stehen.

Außer Haus- oder Gewerbespeichern sind größere Energiespeicher derzeit noch nicht ausreichend verfügbar. Laut Jahresbericht der Bundesnetzagentur wurden allein 2019 6.482 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien abgeregelt, d.h. die eigentlich zur Verfügung stehende Energie konnte wegen fehlender Speicher nicht genutzt werden. Dazu kamen Kosten für Entschädigungen der Netzbetreiber an die Betreiber erneuerbarer Energien für entgangene Einnahmen von 709 Millionen Euro sowie Kosten für fossile Kraftwerke, die auf Reserve gehalten werden.

Aurora verwendet Luft als Speichermedium. Sie wird verflüssigt und die Energie dabei gespeichert. Dazu verdichtet ein Kompressor im ersten Schritt die Luft. Dabei entsteht Wärme, die in einem speziellen Speicher für den Rückverstromungsprozess vorgehalten wird. Im flüssigen Zustand kann die Luft bis zu mehrere Wochen gespeichert werden. Wird der Strom dann gebraucht, wird die Luft erwärmt und verdampft. Hierfür wird ihr Wärme aus dem internen Wärmespeicher zugeführt. Bei der Verdampfung der Luft entsteht ein starker Druck, der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Die bei der Verdampfung entstehende Kälte wird in einem eigenen Kältespeicher eingespeist und kann dann für den nächsten Einspeicherungszyklus zur Verflüssigung der Luft genutzt werden.

Die Technologie bietet ist günstig bei großen zu speichernden Energiemengen, hat gleichzeitig hohe Zyklenfestigkeit und eine hervorragende Umweltverträglichkeit. Da der Speicher auf bereits erprobten Technologien wie Kompressoren, Kryotanks und Turbinentechnik basiert, kann das gesamte System sehr zuverlässig und wartungsarm betrieben werden.

Thomas Bodmer, Investor aus dem BayStartUP Investorennetzwerk: „Die internationalen Wachstumsaussichten für das Energiespeichersystem von phelas sind phänomenal. Bloomberg NEF prognostiziert im Zuge der Dekarbonisierung des Energiesektors einen 537-Milliarden-Euro-Markt für stationäre Energiespeicher bis 2040.“

Leon Haupt, Co-Founder von phelas: „Die Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien fallen aktuell unter 1 EURct/kWh. Somit liegt in Zukunft die Herausforderung mehr in der kostengünstigen Bereitstellung von Energie als in deren effizienter Speicherung.“


Quelle:
baystartup.de/energiewende-dank-fluessiger-luft