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Bau auf der Seniorenwohnanlage II und der Kita St.Vinzenz 

Großkrotzenburg. Die Bürgersonnenkraftwerke auf der Seniorenwohnanlage und der Kindertagesstätte sind dachseitig fertiggestellt. Auch mit den Elektroarbeiten in den Gebäuden wurde schon begonnen.

Bau auf der Unimoghalle und der Salzlagerhalle des Bauhofs Kirchhain 

Kirchhain. Der Bau auf der Unimoghalle des Bauhofs hat diese Woche begonnen. Das Gebäude ist bereits komplett eingerüstet und die Montage der Unterkonstruktion hat begonnen.

Bau auf dem Emsdorfer Dorfgemeinschaftshaus 

Kirchhain-Emsdorf. Auch der Ortsteil Emsdorf bekommt ein Bürgersonnenkraftwerk. Mit dem Bau wurde vor kurzem begonnen.

Bau auf der Markthalle Kirchhain 

Kirchhain. Nachdem in den Ortsteilen Kleinseelheim, Niederwald, Schönbach, Emsdorf und Anzefahr bereits Bürgersonnenkraftwerke entstanden sind, geht es jetzt auch direkt in der Kernstadt Kirchhains los.

Neues vom Solarbau im Frankfurter Westend 

In Frankfurt-Unterlindau entstehen mehrere Bürgersonnenkraftwerke auf Wohngebäuden. Mehr als die Hälfte der Anlage war vor Weihnachten montiert.

Bau auf der Feuerwehr in Anzefahr  

Kirchhain-Anzefahr, Kreis Marburg-Biedenkopf. Das Dach der Feuerwehr wird zukünftig echten klimaneutralen Sonnenstrom produzieren

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Ohne Bürgerinnen und Bürger geht nichts voran

12.03.2015

Wie gestalten wir die Energiewende?

Die „Energiewende“ gab es lange schon vor Fukushima, lange bevor die Politik das Wort vereinnahmt hat. Es war unser Begriff, ein Wort aus der Bürgerbewegung (Bild von der Einweihung des Bürgersonnenkraftwerks Rebstockparkhaus Frankfurt, eröffnet ein halbes Jahr vor Fukushima)

Sonne und Wind ergänzen sich, sie sind die tragenden Säulen der Energiewende

Ein gleichmäßiger Ausbau von PV und Landwind verringert den Speicherbedarf

Immer mehr Bürger setzen auf Solarenergie

Immer mehr Bürger engagieren sich für nachhaltige Energiegewinnung

Deutschland will die Energiewende

Künstlich wurde die Belastung für die Verbraucher erhöht (EEG-Überschuss: 4 Mrd. €), aber ein sinnvolles Energie-Gesamtkonzept gibt es noch nicht

Solarstrom ist dezentral, verbrauchsnah, entlastet die Netze und braucht keine neuen Hochspannungstrassen

Die Sonne schickt uns gratis Energie im Überfluss

Die Energiewende ist kein Selbstläufer, sie muss gestaltet werden. Welche Möglichkeiten haben wir, wie gestalten wir unsere Zukunft?

Derzeit jammern die großen Energiekonzerne über Gewinneinbrüche. Kein Wunder: Sie haben die Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien verschlafen und verkaufen immer weniger Strom. Bürger, Energiegenossenschaften, Stadtwerke – kommunale Akteure sind bei der nachhaltigen Energieproduktion weiter auf dem Vormarsch.

Wir wissen: Die dezentrale Bürgerenergiewende ist den Energieriesen ein Dorn im Auge. Um ihr Monopol zu halten und die Strompreise diktieren zu können, sind sie auf zentrale Großkraftwerke angewiesen. Gerne würden sie viele große Windparks in der Nord- und Ostsee betreiben.

Doch neben technischen Problemen ist dieser Offshore-Windstrom nur teuer zu produzieren und vor allem muss der Bürger davon überzeugt werden, dass riesige neue Höchstspannungstrassen für seine Stromversorgung alternativlos sind.

Deutschland braucht keine zusätzlichen Höchstspannungstrassen um seine Stromversorgung zu sichern. Solche Trassen sind per se ein Risiko, im Sturm beschädigte Masten können zum Blackout für ganze Regionen führen – haben wir alles schon gehabt.

Was Deutschland für seine Energieversorgung braucht ist ein sinnvolles Konzept. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, die es den willigen Akteuren erlauben ihre Energiewende weiterzuführen. Dezentral, verbrauchsnah und sicher.

Auf bundespolitischer Ebene ist ein solches schlüssiges Konzept leider immer noch nicht in Sicht, obwohl die Energiewende zum größten Projekt in der Geschichte der Bundesrepublik ausgerufen wurde. Hört sich gut an, aber auf kommunaler Ebene ist man da schon viel weiter. Nicht neue Riesentrassen sind die Lösung, sondern viele kleine Schritte. Ein paar Fakten und Ideen:

  • Photovoltaik liefert Ende 2014 bereits ca. 6,9% des Netto-Stromverbrauchs (ca. 1,4 Mio. Anlagen mit einer Nennleistung von ca. 38,5 GW), alle Erneuerbaren ca. 31% des Netto-Stromverbrauchs.
  • An sonnigen Werktagen kann PV bis zu 35%, an Sonn- und Feiertagen bis zu 50% des Stromverbrauchs abdecken.
  • Sonne und Wind ergänzen sich sehr gut. Ein ausgewogener Mix aus Sonnen- und Windstrom ist dem einseitigen Ausbau, wie ihn ein Quotenmodell hervorbringen würde, deutlich überlegen. Wenn es gelingt, die installierten Leistungen für PV und Landwind in der bisherigen Größenordnung zu halten, reduziert diese Kombination den Speicherbedarf.
  • Eine verbrauchsnahe, dezentrale PV-Einspeisung in die Verteilnetze reduziert die Kosten für den Netzbetrieb, insbesondere der großen Übertragungsnetze. Dezentrale PV-Einspeisung kann eine lokale Spannungsregelung kostengünstig ermöglichen. Sie eignet sich hervorragend zur Integration in übergeordnete Netzmanagement-Systeme und kann zur Verbesserung der Netzstabilität beitragen.
  • Studien von Fraunhofer IWES und ECOFYS im Auftrag des BSW haben ergeben, dass ein Ausbau der installierten PV-Leistung auf 70 Gigawatt (GW) bis zum Jahr 2020 Netzausbaukosten von ca. 1,1 Mrd. Euro verursachen würde. Die entsprechenden jährlichen Kosten liegen bei ca. 10% der routinemäßigen jährlichen Ausgaben für die Netzertüchtigung. Betrachtet wurde ein Ausbau im Niederspannungsnetz mit PV-Anlagen, die Systemdienstleistungen bereitstellen (z.B. Spannungshaltung durch Blindleistungskompensation) und eine teilweise Ausrüstung von Ortsnetztrafos mit Regeleinrichtungen.
  • Das deutsche Stromnetz ist Teil des europäischen Verbundnetzes. Unsere Nachbarländer betreiben in ihrem fossilen Kraftwerkspark auch regelbare Typen und haben eine hohe Stromnachfrage über die Kernzeit des Tages, wenn Sonnenstrom produziert wird. Eine Verstärkung der grenzüberschreitenden Kuppelkapazität von derzeit ca. 20 GW kann über den europäischen Stromhandel einen wesentlichen Beitrag zum Ausgleich der Nachfrageschwankungen leisten.
  • Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren fahren mit einem äußerst geringen Wirkungsgrad, die meiste Energie verpufft als Wärme im Motor und im Bremssystem. Elektrische Fahrzeuge arbeiten effizient, sie können Bremsenergie zurückgewinnen und ihre Batterien können durch steuerbares Ladeverhalten zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Wenn E-Mobile von Pendlern an netzdienlichen E-Tankstellen beim Arbeitgeber hängen, kann die mittägliche Stromerzeugungsspitze effektiv genutzt und geregelt werden. Bei einer Ladeleistung von ca. 40 kW pro Fahrzeug (solche Ladegeräte sind in der Entwicklung) würden 25.000 Fahrzeuge am Stromnetz bereits ein Gigawatt regelbaren Verbrauch bedeuten.


Bis etwa 2020 könnte Folgendes umgesetzt werden:

  • Die Photovoltaikleistung wird auf 60 bis 70 GW ausgebaut. Verbrauchsnah und auch in Ost/West-Ausrichtung oder mit Nachführung, um die Stromproduktion über den Tagesverlauf zu verstetigen. Mit netzgestützten Wechselrichtern kommen wir dabei auf eine Produktion von ca. 50 Terawattstunden im Jahr (TWh/a) Solarstrom (ca. 13% des Stromverbrauchs).
  • Teile des Stromverbrauchs werden durch Nachfragesteuerung an die Verfügbarkeit von PV- und Windstrom angepasst (Steuersignale von lokalen PV-Anlagen oder aus dem Netz, schaltbare Lasten in der Industrie).
  • PV-Anlagen werden mit netzdienlichen Batteriespeichern versehen. Sie sind der große Trend der Zukunft, Deutschland ist weltweit führend in dieser Technologie. Diese wirtschaftliche Chance darf nicht verspielt werden, wie es durch falsche politische Weichenstellungen mit der Solarmodulproduktion leider geschehen ist.
  • Die Energieeffizienz von Stromverbrauchern in Haushalten und in der Industrie wird gesteigert, mit besonderem Fokus auf den nächtlichen Verbrauch.
  • Kraftwerke mit speicherbaren erneuerbaren Energieträgern (Laufwasser, Biomasse) werden für den komplementären Betrieb optimiert (Rückhaltebecken, Speicher). Die Pumpspeicherkapazität wird um mindestens 30% ausgebaut.
  • Kraftwerke zur flexiblen Stromproduktion werden errichtet – mit Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmespeichern, die auch elektrisch über Wärmepumpen und Heizstäbe geladen werden können. Die Bandbreite reicht dabei vom Großkraftwerk zur Fernwärmeversorgung bis hin zum kleinen Blockheizkraftwerk im Einfamilienhaus.
  • Moderne Gaskraftwerke sorgen für einen flexiblen Komplementärbetrieb, Atom- und alte Braunkohlekraftwerke werden stillgelegt.
  • Die Netzverbindungen zu unseren Nachbarländern werden verstärkt.
  • Anreize für die Rentabilität einiger Maßnahmen werden geschaffen: Ein stabiles EEG, Investitionsanreize für Energieeffizienzmaßnahmen und flexible Kraftwerke und Pumpspeicher, Preis- und Investitionsanreize für angebotsorientierten Stromverbrauch, Vergütungsanreize für nachfrageorientierte Stromeinspeisung.
  • Kürzung der Subventionen für Kohlekraftwerke durch eine Verknappung der CO2-Zertifikate (europäische Ebene) oder durch eine CO2-Steuer (staatliche Ebene).


Danach wird die Energiewende vollendet (Zeithorizont: etwa 2040):

  • PV-Leistung wird auf die möglichen ca. 200 bis 275 GW ausgebaut.
  • Der Verkehrssektor wird vollständig auf Ökostrom und Biogas umgestellt.
  • Massiver Ausbau von Wandlung und Speicherung von Ökostrom über Batterien und erneuerbar gewonnenes Gas.
  • Fossile Brennstoffe werden nicht mehr benötigt.


Energiewende braucht die Verknüpfung von Strom, Wärme und Verkehr

Wind- und Solarstrom müssen zur tragenden Säule der Energieversorgung ausgebaut werden. Dies wird zu einer starken Elektrifizierung des gesamten Energiesystems führen. Eine starke Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr ist notwendig, ebenso die Einführung intelligenter Netze, Speicher und Kraftwerke.

Um die Energiewende vernünftig umzusetzen brauchen wir weder teuren Offshore-Strom noch riesige Stromtrassen. Das sind Dinge, die uns von den aussterbenden Energieriesen eingeredet werden, doch das führt in die Irre.

Die Zukunft steht vor unserer Tür. Deutschland ist wirtschaftlich stark, wir sind technologisch gut aufgestellt, unsere Ingenieure sind innovativ. Die Chance ist da – jetzt müssen wir sie nutzen.

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