8.000 Delegierte aus 195 Ländern beraten seit Ende November im südafrikanischen Durban über das internationale Vorgehen gegen den Klimawandel. Doch die Lösung des Problems findet anderswo statt.
Zwar sind schon jetzt einige Folgen des Klimawandels zu spüren, doch viele Prognosen gelten für eine aus heutiger Sicht weit entfernte Zukunft. Und so stehen, wie schon bei den letzten 16 Klimakonferenzen, kurzfristige nationale Interessen langfristigen Klimazielen im Weg. Man muss kein Prophet sein um zu erkennen, dass am Ende wieder keine durchgreifende Lösung gefunden wird. Doch dass die Politik auf internationaler Ebene keine Lösung findet, heißt nicht, dass die Menschheit die Entwicklung verschläft.
Die Erfolgsgeschichte der Photovoltaik in Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür. Noch vor wenigen Jahren wurde sie belächelt, heute wächst keine andere erneuerbare Energie hierzulande so schnell wie die Photovoltaik – über eine Million PV-Anlagen sind bereits am Netz. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft, Deponie- und Grubengas, Geothermie und Offshore-Wind hat sie hinter sich gelassen – nicht nur jede einzelne für sich, sondern alle zusammengenommen. Ohne das Wachstum des Solarstroms würde die Energiewende stagnieren.
Und das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Die Fachhochschule Frankfurt am Main hat in einer Potenzialanalyse (Erneuerbar komm!, März 2011) berechnet, dass beispielsweise die Gemeinde Karben in Hessen bei Ausnutzung ihrer Potenziale allein durch Photovoltaik 178 Prozent des privaten Stromverbrauchs seiner Einwohner decken könnte. Der Atmosphäre würde Karben dabei über 40.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ersparen.
Noch einige Zahlen zur Photovoltaik in Deutschland im Jahr 2010 (Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V., BSW-Solar):
- Vollzeitarbeitsplätze in der Photovoltaikindustrie: rund 130.000
- Wertschöpfung: rund 10 Milliarden Euro
- Steueraufkommen durch Photovoltaik:
1,5 Milliarden Euro
- Jährliche Stromerzeugung:
rund 11.683 Gigawattstunden
Rund 8 Mio. Tonnen CO2 werden derzeit jährlich durch deutsche PV-Anlagen eingespart. Deutschland geht mit gutem Beispiel voran, andere, auch Schwellenländer, versuchen diese Entwicklung durch Anreizprogramme zu kopieren. In einigen Jahren wird Photovoltaik ein zentraler Bestandteil der globalen Energieversorgung und des Klimaschutzes sein.
Und der Verantwortliche für diese Erfolgsgeschichte ist: Der Bürger. Er produziert mit seiner PV-Anlage Strom und schützt dabei das Klima. Er ist, zumindest in Deutschland, zur treibenden Kraft der Energiewende geworden, über alle Parteigrenzen hinweg und mit festem Blick auf seine Zukunft. Jeder, der eine PV-Anlage besitzt oder sein Dach für eine PV-Anlage zur Verfügung stellt, ist Klimaschützer und zeigt anderen, dass Klimaschutz auch ohne internationale Beschlüsse funktioniert.