Wer hat noch nicht davon geträumt, seinen Strom selber zu erzeugen? Wer möchte nicht persönlich zur Lösung des Energie- und Klimaproblems beitragen? Manche Nachricht aus Politik und Medien verunsichert den verantwortungsbewussten Bürger. Dabei ist gerade jetzt die beste Zeit, sich für die Energie aus der Sonne zu engagieren.
Gründe gibt es genug, selber sauberen und dezentralen Strom von der Sonne zu ernten. Doch ist jetzt der richtige Zeitpunkt damit zu beginnen? Gerade hat man doch die Einspeisevergütung wieder gekürzt, auf jetzt 28,74 Ct./kWh.
Ja, die immer wiederkehrenden Kürzungen sorgen nicht gerade für Freude in der Branche. Doch sie hat sich darauf eingestellt und die Preise für die Anlagen nach unten angepasst. Die Rendite einer Photovoltaikanlage ist deshalb die selbe wie zum Ausklang des vergangenen Jahres, da die Anschaffungskosten wie die Vergütung gleichermaßen gesunken sind.
Bei Modulen und typischer Solartechnik wie den Wechselrichtern hat die Branche selbst die Fäden für Preissenkungen in der Hand. Nicht jedoch bei den Rohstoffen. Und dort sind die weiteren Aussichten nicht so rosig. Besonders Kupfer (Kabel) und Aluminium (Montagegestelle) werden laufend teurer. Auch schlagen sich die Preissteigerungen für Energie (Öl) auf die gesamte Wertschöpfung nieder.
Allerdings muss beachtet werden, dass Photovoltaikmodule auch einen Markt darstellen. Und hier ist es wie immer: Übersteigt die Nachfrage das Angebot, so steigen die Preise. So geschehen vor der Vergütungsabsenkung zum vergangenen Juli. In den letzten Wochen vor dem Stichtag waren kaum noch Module zu vernünftigen Preisen zu erhalten – echte Torschlusspanik kam auf. Das begann schon Wochen vor dem 1. Juli: Es waren keine Wechselrichter zu bekommen, es kamen andere als die bestellten Module auf die Baustelle, es kam zu Lieferverzögerungen und so weiter. Teilweise echtes Logistik-Chaos, was nur durch den unermüdlichen Einsatz unzähliger Menschen beherrscht werden konnte. Kein Wunder, dass die eine oder andere Anlage nicht mehr pünktlich fertig wurde*.
Wer also sicher gehen will, noch die Vergütung vor der Absenkung zu erhalten, sollte jetzt tätig werden. Nicht nur um der voraussehbaren Knappheit vor dem Stichtag aus dem Wege zu gehen, auch um noch Kabel und Unterkonstruktionen günstig zu bekommen oder noch mit besseren Zinssätzen finanzieren zu können.
*) Bis auf eine Carportanlage betraf dies keine Anlagen die der Verein gebaut hatte.