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Bau auf der Markthalle Kirchhain 

Kirchhain. Nachdem in den Ortsteilen Kleinseelheim, Niederwald, Schönbach, Emsdorf und Anzefahr bereits Bürgersonnenkraftwerke entstanden sind, geht es jetzt auch direkt in der Kernstadt Kirchhains los.

Bau auf dem Niederwälder Kindergarten Bärenhöhle 

Kirchhain-Niederwald. Unter den staunenden Augen der Kindergartenkinder wurden alle Module sicher auf dem Dach verschraubt. Ebenso wie auf dem Dorfgemeinschaftshaus wird in den nächsten Tagen mit den Elektroarbeiten im Haus begonnen.

Bau auf dem Dorfgemeinschaftshaus in Kleinseelheim 

Kirchhain-Kleinseelheim. Die Bauarbeiten auf dem Kleinseelheimer Dorfgemeinschaftshaus haben diese Woche begonnen. In den letzten Tagen konnte die Unterkonstruktion für die Solarmodule bereits fertig montiert werden.

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Allen Unkenrufen zum Trotz

01.12.2014

Lohnt sich PV noch?

Die PV-Renditeaussichten: beständig sonnig

Diese Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen, woher die Energie kommt

Seit 4,5 Milliarden Jahren kommt die Energie zuverlässig von der Sonne

Statt auf Kohlekraftwerke zu bauen, setzt z.B. die E.on jetzt auf Erneuerbare

Wer hätte gedacht, dass der Kraftwerksleiter von Staudinger so schnell Recht bekommen würde, als er vermutete, dass das scherzhaft „Block 6“ genannte Mitarbeitersonnenkraftwerk auf Staudinger am längsten laufen würde

Auf Schulen, Bürgerhäusern und Sporthallen bauen Bürgerinnen und Bürger die Energieversorgung der Zukunft

Wer glaubt, den PV-Boom verpasst zu haben, irrt. Es gibt noch lange die Möglichkeiten, am Aufbau einer erneuerbaren Energiewirtschaft zu profitieren

Deutschland. Jeder glaubt es zu wissen: Photovoltaik lohnt sich nicht mehr. Doch woher wissen wir das? Haben wir nachgerechnet? Oder hat man es uns immer wieder vorgebetet? Um es vorweg zu nehmen: Photovoltaik lohnt sich heute mehr denn je, nicht nur finanziell. Das weiß auch der Energieriese E.on.

Seit einigen Jahren läuft in der deutschen Medienlandschaft eine Kampagne, gesteuert von der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, einer Lobbyorganisation von RWE und Co. Sie hat den Medien und Politikern erklärt, die Erneuerbaren seien Schuld an den hohen Strompreisen. Und nach der Abschaffung der – medienwirksam „Überförderung“ genannten – Vergütung wird sie nicht müde zu erklären, Photovoltaik lohne sich jetzt nicht mehr.

Wir finden, das sollte lieber jeder für sich selbst beurteilen. Oder Sie orientieren sich am Handeln des größten deutschen Energieversorgers, der E.on SE, der am 1. Dezember 2014 verkündet hat, aus dem fossilen Geschäft ganz auszusteigen, hin zu den Erneuerbaren. Dazu stellen wir kurz die geltenden Spielregeln für die Photovoltaik vor:

Wege des Stromverkaufs

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, gültig seit dem 1. 8. 2014 [EEG 2014], sieht verschiedene Arten des Verkaufs der Sonnenstromernte vor:

  1. Eigenverbrauch

    Die sicher lohnendste Art Sonnenstrom zu verwenden ist der Eigenverbrauch. Mit kleinen Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern erzeugt man Strom für ca. 14-16 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Dafür spart man sich 24-26 Cent/kWh (alle Angaben hier und im Folgenden sind netto, d.h. ohne 19% Umsatzsteuer) für den Strombezug. Der Gesetzgeber bestraft das mit einer „Sonnensteuer“ genannten Abgabe für den selbst verbrauchten Strom in Höhe von 30% (heute) bis 40% (ab 2017) der EEG-Umlage (1,8 bis 2,4 Cent/kWh). Pro selbstgenutzter Kilowattstunde liegt man also um 6 bis 10 Cent günstiger als ohne Photovoltaik. Das spart bei einem durchschnittlichen Haushalt 200 bis 400 Euro im Jahr.
  1. Verkauf vor Ort

    Ebenso lohnend, jedoch für größere Anlagen, ist der Verkauf vor Ort. Dies funktioniert wie der Eigenverbrauch, nur sind Anlagenbetreiber und Stromnutzer nicht die selbe Person. Der Anlagenbetreiber verkauft den Strom also an den Gebäudenutzer. Dadurch wird die volle „Sonnensteuer“, die EEG-Umlage von 6 Cent/kWh, zu 100% fällig. Erreicht man bei größeren Aufdachanlagen Erzeugungskosten von 11 Cent/kWh kann man den Strom also für 17 Cent/kWh abgeben. Erlöst man, was durchaus realistisch ist, z.B. 21 Cent/kWh, so erzielt man wieder Renditen, wie sie noch vor fünf Jahren üblich waren.

    Wie man sieht, kommt es hier auf den Abgabepreis an. Stimmt dieser, z.B. weil man an Gemeinden, kleinere Betriebe oder Vereine liefert, erlöst man mit einer solchen Anlage deutlich mehr als mit dem Verkauf über das EEG.
  1. Verkauf per EEG

    Noch bis zum 31.12.2015 können neue Aufdachanlagen bis zu einer Größe von 500 Kilowatt Maximalleistung (kWp) über eine feste Einspeisevergütung abgerechnet werden. Die Vergütung wird für 20 Jahre zuzüglich dem Jahr der Inbetriebnahme gewährt und beträgt je nach Anlagengröße und Inbetriebnahmemonat etwa 10,5 bis 12,5 Cent/kWh. Durch die Gesetzesänderung im August 2014 ist wieder die gesamte Strommenge per EEG mit dem Netzbetreiber abrechenbar, d.h. die Begrenzung auf 90% und somit der Zwang zur Direktvermarktung entfällt.
  1. Direktvermarktung

    Die Direktvermarktung ist der neue Regelfall im EEG. So möchte die Regierung jeden Betreiber einer Photovoltaikanlage dazu bringen am Markt teilzunehmen. Hierbei verkauft der Anlagenbetreiber den Strom an einen Direktvermarkter. Dies können Stadtwerke vor Ort, alternative Stromvertriebe oder die klassischen Stromkonzerne sein. Diese müssen einen sogenannten Bilanzkreis verantworten, das heißt, dafür sorgen, dass im Kreis ihrer Kunden und Lieferanten jederzeit genau so viel Strom verbraucht wie erzeugt wird.

    Der Strompreis wird zwischen Direktvermarkter und Anlagenbetreiber frei ausgehandelt. Dem Verein sind aktuell zwischen 9 und 10 Cent/kWh angeboten worden. Das EEG 2014 ermöglicht einen jederzeitigen Wechsel, auch von Teilen der Anlagenleistung, von der EEG-Vergütung zur Direktvermarktung und zurück.

Diese vier Wege des Stromverkaufs für Betreiber von PV-Anlagen bieten eine hohe Flexibilität und Sicherheit. Während der Eigenverbrauch überwiegend für kleine Anlagen attraktiv ist, bieten sich für größere Anlagen Chancen fernab des EEG. Dennoch ist das EEG heute noch die sicherste Alternative.

Sollten die Strompreise weiter steigen, ist jedoch schon bald die Direktvermarktung die einträglichste Alternative. Langfristig wird sie es auf jeden Fall werden, denn ab dem 21. Jahr, dem Wegfall der EEG-Garantie, produzieren die bis dahin abgeschriebenen PV-Anlagen wertvollen Grünstrom, der von den Grünstromanbieter händeringend beschafft werden muss. Eigentümer bei den Bürgersonnenkraftwerken des Vereines können sich entspannt zurücklehnen. Der Verein wird stets die aktuelle günstigste Form des Verkaufs für sie durchführen.

Chancen

Oft vergessen, aber gerade gegen Ende immer wichtiger, ist die Betrachtung der Laufzeit einer Photovoltaikanlage. Die meisten Rechnungen gehen immer von 20 Jahren Laufzeit aus, weil dies die Abschreibungsdauer einer PV-Anlage ist und die EEG-Vergütung für diesen Zeitraum anfällt. Aber ist das auch das Ende der Anlage? Fängt die „Phantasie“ nicht gerade dann erst an, wenn die Anlage voll abgeschrieben ist?

Hersteller geben durchaus 25 Jahre Leistungsgarantie auf die Module, die übrigen Anlagenteile lassen sich nach Defekt ersetzen. So ist die Lebensdauer einer PV-Anlage nach wie vor unbekannt. Bestehende Anlagen legen den Schluss nahe, dass eine Anlage durchaus vierzig Jahre oder länger Strom erzeugen kann. Bei weiter steigenden Energiepreisen – allein die Inflation wird dafür sorgen – ein gutes Geschäft für den Betreiber, denn aus der komplett abgeschriebenen, finanzierten und amortisierten Anlage kommt der Strom dann nahezu kostenfrei. Die Rendite geht – ohne Kosten – für diese Jahre gegen Unendlich ... . Und ganz am Ende bekommt man sicher noch einen Restwert für Aluminium, Kupfer und Glas.

Steuervorteile

Der Eigentümer einer Photovoltaikanlage ist Unternehmer im Sinne des Steuerrechts. Als Unternehmer hat er verschiedene steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Zum Beispiel kann er Anlagen erwerben und in den Folgejahren abschreiben, steuerlich „Absetzung für Abnutzung“ (AfA) genannt. Diese Abschreibungen verringern das zu versteuernde Einkommen und lassen sich mit anderen Einkünften (z.B. aus „Nichtselbständiger Tätigkeit“ oder „Selbständiger Tätigkeit“) verrechnen.

Über den sogenannten Investitionsabzugsbetrag (ehemals Ansparabschreibung) lassen sich 40% einer Photovoltaikanlage im ersten Jahr absetzten. Bis zu 20% Sonderabschreibungen können hinzugenommen werden, zuzüglich der regulären Abschreibung von 5%. Alles kombiniert können also über 60% der Photovoltaikanlage zu Beginn steuerlich geltend gemacht werden. Bitte sprechen Sie dazu Ihren Steuerberater an.

Besonders geeignet ist diese Steuergestaltung bei Einkommensspitzen, die bei außergewöhnlich guten Geschäftsjahren, Abfindungen, Geschäftsveräußerungen etc. auftreten.

Beispiel:

Hans-Herbert K. aus F. bekommt eine Abfindung von seinem ehemaligen Arbeitgeber in Höhe von 60.000 Euro. Gemäß seines Steuersatzes sind darauf 40% Steuern, also 24.000 Euro, an das Finanzamt zu zahlen.

Statt dessen bittet K. seine Hausbank um einen Kredit über 100.000 Euro für eine PV-Anlage. Über Investitionsabzugsbetrag, Sonderabschreibung und reguläre Abschreibung erhält er 60% Abschreibungen, also eine Verringerung seines zu versteuernden Einkommens um 60.000 Euro. Das Finanzamt geht leer aus. Die Tilgung und Verzinsung des Kredits bedient K. aus den Erträgen der PV-Anlage. Die 24.000 Euro kann K. frei verwenden oder zusätzlich zur vorzeitigen Tilgung des Kredits einsetzen.

Neben dem Liquiditätsvorteil von 24.000 Euro freut sich K. noch über die Erträge der Anlage. Spätestens wenn der Bankkredit getilgt ist, erzeugt die Anlage noch viele Jahre und Jahrzehnte Erträge.


Und was ist mit dem CO2 ?

Stimmt! Machen wir die Energiewende nicht eigentlich wegen des Klimas?

Ja, die wirklich wichtigen „Erträge“ stellen wir viel zu oft hinten an. Jedes Kilowatt (kWp) installierter Photovoltaikleistung erspart unserem Klima jährlich 600 Kilogramm Kohlendioxid und entspricht dem privaten Stromverbrauch eines durchschnittlichen Deutschen. Doch auch die Waren, der Verkehr, Reisen und Infrastruktur kosten CO2. Der deutsche Durchschnitt liegt hier bei 11 Tonnen pro Jahr. Mit einer PV-Anlage von 18 kWp könnte der CO2-Fußabdruck für einen Deutschen kompensiert werden.

Hans-Herbert K. aus unserem Beispiel hat für seine 100.000 Euro bei einem Bürgersonnenkraftwerk 80 kWp gekauft. Dafür kann er den CO2-Abdruck von sich, seiner Frau und seinen beiden Enkeln kompensieren. Würde das jeder Vierte in Deutschland genauso machen, hätten wir bereits heute alle Klimaschutzverpflichtungen erfüllt!

Fazit:

Lassen Sie sich – wörtlich genommen – nicht hinter das Licht führen. Photovoltaik lohnt sich nach wie vor. Zwischen 5 und 8 sichere Prozent Rendite lassen sich heute für neue Photovoltaikanlagen über 30 Jahre errechnen. Das liegt nicht an einer wie auch immer gearteten „Förderung“, sondern schlicht daran, dass die Energie von der Sonne im Gegensatz zu Kohle, Öl und Gas nichts kostet. Die übrigen Verkaufsmöglichkeiten im EEG 2014 eröffnen zusätzliche langfristige Chancen. Steuerlich kann sich das im Einzelfall noch viel mehr lohnen.

Für die Welt, das Klima und auch die Menschen lohnt sich jede Art der nachhaltigen Energieerzeugung. Unzähligen Pflanzen, Tierarten und Völker sind von der Natur, wie sie heute existiert, abhängig. Jedes Kilogramm, jede Tonne vermiedenes Kohlendioxid sind ein Schritt in die richtige Richtung. Wer seinen CO2-Fußabdruck und den seiner Familie verkleinert, geht mit gutem Beispiel und erhobenem Kopf voran!


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