Schnellkontakt

  Ich möchte Teilnehmer werden beim:
 
 Frau      Herr
Nachname *
Telefon
E-Mail *

  Weitere Kontaktmöglichkeiten:

   

 

Bau auf der Markthalle Kirchhain 

Kirchhain. Nachdem in den Ortsteilen Kleinseelheim, Niederwald, Schönbach, Emsdorf und Anzefahr bereits Bürgersonnenkraftwerke entstanden sind, geht es jetzt auch direkt in der Kernstadt Kirchhains los.

Bau auf dem Niederwälder Kindergarten Bärenhöhle 

Kirchhain-Niederwald. Unter den staunenden Augen der Kindergartenkinder wurden alle Module sicher auf dem Dach verschraubt. Ebenso wie auf dem Dorfgemeinschaftshaus wird in den nächsten Tagen mit den Elektroarbeiten im Haus begonnen.

Bau auf dem Dorfgemeinschaftshaus in Kleinseelheim 

Kirchhain-Kleinseelheim. Die Bauarbeiten auf dem Kleinseelheimer Dorfgemeinschaftshaus haben diese Woche begonnen. In den letzten Tagen konnte die Unterkonstruktion für die Solarmodule bereits fertig montiert werden.

Sie sind hier: Home │ Sonnenmagazin │ Artikel des Vereins │ Klimaziel verfehlt: Bund knickt vor der Lobby ein

Gabriel will doch nicht soviel Klimaschutz

21.05.2015

Klimaziel verfehlt: Bund knickt vor der Lobby ein

Die Kohlewirtschaft kann einen weiteren Erfolg verbuchen (© Fotolia.com)

Der Klimaschutz hat keine mächtige Lobby und zieht daher den Kürzeren (© Fotolia.com)

Sonne und Wind sind die Zukunft - die Bürger haben das erkannt und engagieren sich für die Energiewende (© Fotolia.com)

Seit Monaten stemmen sich die Lobbyisten der konventionellen Energiewirtschaft gegen die geplante Kohleabgabe. „Kohleminister“ Gabriel und „die schweigende Kanzlerin“ kommen ihnen nun erwartungsgemäß entgegen. Statt 22 Millionen sollen die Kohleverbrenner nur 16 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Die Strafzahlungen sollten auf den CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken erhoben werden, wenn sie über einer bestimmten Freigrenze schädliche Klimagase produzieren. Die Kohleabgabe sollte der Bundesregierung helfen, das selbst gesteckte Klimaziel zu erreichen: 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß in 2020 im Vergleich zu 1990. Daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Die großen Energiekonzerne hatten zuletzt vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze im Tagebau und in der Energiewirtschaft sowie höheren Strompreisen gewarnt.
Doch wie sieht die Realität aus?

Es gibt in Deutschland eine Institution, auf deren Konto jedes Jahr über 3000 Todesopfer gehen. Über 100.000 Menschen mussten wegen ihr in den letzten Jahrzehnten bereits Haus und Hof verlassen. Ihre Geschäfte kann sie weitgehend ungehindert abwickeln, weil ehemalige Minister und Abgeordnete auf ihrer Gehaltsliste stehen und sie bei der Regierung ein- und ausgeht. Jahr für Jahr verursacht sie Schäden in Höhe von 20 Milliarden Euro.

Die Mafia, Rockerbanden, das organisierte Verbrechen? Nein – die deutsche Kohlewirtschaft!

Im Jahr 2012 blies allein Deutschlands größtes Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg 505 Kilogramm Quecksilber in die Luft. Aufgrund der enormen Quecksilberbelastung bekämen fast alle deutschen Kohlekraftwerke in den USA, die nicht für ihre strengen Umweltauflagen bekannt sind, gar keine Betriebserlaubnis.

Bei den erneuerbaren Energien sind in Deutschland bisher über 380.000 Jobs entstanden, etwa sechsmal so viel wie in der Atom- und Kohleindustrie zusammen. Das kommt uns allen zu Gute: Die Investitionen bleiben im Land als Solaranlagen oder Windparks, die keine Brennstoffkosten verursachen. Die dezentrale, von den Bürgern getragene Energiewende schont die Umwelt und sichert uns einen weltweiten Spitzenplatz beim Export sauberer Technologie.

Braun- und Steinkohle sind für rund 40 Prozent der deutschen Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Klimaschutz und Kohlestromerzeugung schließen sich faktisch aus. Das Umweltbundesamt beziffert die Klimafolgeschäden auf etwa 70 Euro pro Tonne Kohlendioxid.
Zählt man die Schäden der Kohlekraftwerke zusammen, würde der Preis für den vermeintlich günstigen Braunkohlestrom deutlich über zehn Cent pro Kilowattstunde höher liegen. Die angeblich so teure EEG-Umlage ist ein Schnäppchen dagegen. Während die EEG-Umlage aber auf der Stromrechnung deutlich ausgewiesen wird, verstecken sich die Kosten des Kohlestroms. Wir bezahlen sie über Steuern, Krankenkassenbeiträge, Katastrophenhilfen, Deichbaumaßnahmen – und mit tausenden Einzelschicksalen von aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen.

Es geht bei der Braunkohle um rund 22.000 direkte Arbeitsplätze. Die Kumpel und ihre Angehörigen wissen, wo sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuzchen setzen sollen. Aber es wurden in den vergangenen zwei Jahren über 60.000 Jobs in der Photovoltaik vernichtet.

Doch es ist unehrlich den Menschen in der Kohlewirtschaft Zukunftsversprechungen zu machen, die nicht zu halten sind. Ehrlich wäre es, so schnell wie möglich einen sozialverträglichen Ausstiegsplan aus der Kohleverstromung zu entwickeln und den Kumpeln reelle Zukunftsaussichten aufzuzeigen.

Im Strombereich Deutschlands werden jedes Jahr etwa 100 Milliarden Euro umgesetzt – ein riesiger Markt. Viele Milliarden sind in den Beton von Kohlekraftwerken gegossen. Natürlich werden diese Investitionen von den Betreibern nicht kampflos in den Wind geschrieben.

Eine schnelle und gut geplante Energiewende ist aber unabdingbar. Die große Mehrheit der Bürger in Deutschland will genau das: Wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz und eine schnellere Transformation des Energiesystems.

Und sie nehmen es seit Jahren selbst in die Hand: Es gibt inzwischen rund 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland – fast alle dezentral und in Bürgerhand. Jedes weitere Kilowatt Photovoltaik und Windkraft ist ein gutes Kilowatt, denn es verdrängt ein weiteres Stückchen Kohle.

zum Seitenanfang