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Auch in Freigericht wurde nach Zustimmung der Teilnehmer mit dem Umbau der Anlage auf der Kopernikusschule begonnen.

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Die Dachsanierungsarbeiten auf der Adolf-Reichwein-Schule sind leider noch nicht abgeschlossen. Deshalb können die Solateure noch nicht mit der Montage der neuen Photovoltaikanlage beginnen

Bau auf der Unimoghalle und der Salzlagerhalle des Bauhofs Kirchhain 

Kirchhain. Der Bau auf der Unimoghalle des Bauhofs hat diese Woche begonnen. Das Gebäude ist bereits komplett eingerüstet und die Montage der Unterkonstruktion hat begonnen.

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Erneuerbare kompensieren Atom-Abschaltung

06.05.2011

Erneuerbare kompensieren Atom-Abschaltung

Die Strom-Handelsbilanz zeigt: Wir brauchen mehr Strom im Sommer, ...

... also mehr Sonnenstrom

Solarstrom ist die Energie der Zukunft

Deutsche Bürger investieren in Photovoltaik ...

... und machen dadurch die Energiewende möglich

Deutschlands Bürger wollen Solarstrom

Bisher wurde Jahr für Jahr mehr Sonnenstrom produziert

Der dezentral eingespeiste Solarstrom ist keine Belastung für die Hochspannungsnetze

Netzzusammenbruch, Stromausfälle, dramatisch steigende Strompreise, Energieabhängigkeit von europäischen Nachbarn: Die Szenarien nach dem Abschalten der acht ältesten deutschen Atomkraftwerke in 2011 zeichneten ein düsteres Bild. Doch die Realität sieht anders aus.

Düstere Szenarien wurden entworfen als im März 2011 die acht ältesten Atomkraftwerke Deutschlands dauerhaft vom Netz gingen: Stromausfälle, drastisch steigende Strompreise, Abhängigkeit von französischem Atomstrom! Ein knappes Jahr nach der Abschaltung der Atomkraftwerke hat sich keine dieser Vorhersagen bewahrheitet.

Größere Strom-Blackouts sind bisher nicht aufgetreten. Nicht einmal eine besonders kritische Netzsituation ist seitdem entstanden. Und: Strom ist nur kurzzeitig teurer geworden. Zwar stiegen die Großhandelspreise nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima um etwa 0,5 Cent, doch schon im Sommer setzte ein Strompreisverfall ein. Im November 2011 war Strom erstmals wieder billiger als vor Fukushima und ist seitdem weiter gefallen.

Hat Deutschland den Teilausstieg aus der Atomkraft nur schaffen können, weil die Nachbarländer uns die Erzeugung abnehmen, in Atomkraftwerken? Eine Auswertung im Auftrag der grünen Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn kommt zum Ergebnis, dass das nur zu einem geringen Teil der Fall war. Drei Viertel wurden durch die höhere Produktion der deutschen Kraftwerke kompensiert, vor allem durch Ökostrom. Die Analyse wurde vom grünen Energiefachmann Thiemo Nagel erstellt und basiert auf Daten des europäischen Stromnetzverbandes Entso-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity).

Wer füllt die Atom-Lücke? Zum einen die erneuerbaren Energien. 2011 war ein gutes Windjahr, die Photovoltaik wurde zudem stark ausgebaut. Ökostrom-Kraftwerke konnten einen Großteil der Kernkraft-Drosselung kompensieren. Hinzu kam, dass 2011 der Stromverbrauch leicht zurückging. Allerdings liefen auch die Braunkohlekraftwerke auf Hochtouren. Sie produzierten so viel wie seit 2008 nicht mehr.

Deutschland, so Thiemo Nagel, habe nun eine in etwa ausgeglichene Handelsbilanz für Strom. In 2011 gab es sogar einen leichten Exportüberschuss. Die Grünen-Abgeordnete Höhn sieht die Argumente der Atomlobby nun als „Panikmache entlarvt“. Sie erwartet, dass Deutschland durch das Wachstum der erneuerbaren Energien seine Stellung als Stromexporteur 2012 noch ausbauen könne. „Das sind schlechte Nachrichten für die AKW-Betreiber in Tschechien und Frankreich“, so Höhn.

Traditionell exportiert Deutschland im Winter Strom, im Sommer wird Strom importiert. Dies liegt vor allem am Handel mit Frankreich: Im Sommer erzeugen die Franzosen in ihren Atomkraftwerken Überschüsse, die sie billig ins Ausland verkaufen. Im Winter brauchen die Franzosen ihren Atomstrom um zu heizen, da in Frankreich zu einem Großteil elektrisch geheizt wird, in Deutschland wird nur zu einem geringen Teil elektrisch geheizt.

Im Winter gibt es bei uns viel Wind, im Sommer nicht. Dafür gibt es im Sommer viel Sonne, im Winter aber nicht. Fazit: Wir müssen im Sommer mehr Ökostrom produzieren, damit wir eine noch positivere Stromhandelsbilanz für das gesamte Jahr bekommen. Eine Abhängigkeit vom Ausland würde dann für Deutschland zu keinem Zeitpunkt mehr bestehen, wir könnten mit exportiertem Ökostrom sogar Geld verdienen und dabei das Klima schonen!

Das darf aber nicht zu einer höheren Belastung der Hochspannungsnetze führen. Die Lösung: Mehr Sonnenstrom! Im Sommer haben Photovoltaikanlagen ihr Ertragsmaximum, während es wenig Windstrom gibt. Ein Ausbau der Sonnenstromproduktion würde die sommerliche Stromlücke schließen, ohne dabei die Hochspannungsnetze zu belasten. Denn über 98 Prozent des deutschen Sonnenstroms werden direkt in die Niederspannungsnetze eingespeist und auch dort verbraucht.

Das Problem: Einige Wirtschaftspolitiker, allen voran Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), fordern eine starke Begrenzung des Photovoltaikzubaus. Röslers neuer Gesetzesentwurf sieht neben massiven Einschnitten bei den Vergütungssätzen vor, bis 2020 höchstens 33,3 Gigawatt Photovoltaik-Leistung in Deutschland zu installieren. Bis Ende 2011 waren aber bereits Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 25 Gigawatt am Netz, bei einem Zubau allein in 2011 von 7,5 Gigawatt – und so könnte es weiter gehen.

Würde sich Rösler mit seinem Vorschlag durchsetzen, käme das einem Ausstieg aus der Solarenergie gleich. Doch wie schließen wir dann die sommerliche Stromlücke und erfüllen gleichzeitig die Klimaschutzziele? Wird vom Bundeswirtschaftminister hier versucht, den Wiedereinstieg in die Atomkraft vorzubereiten?

Die Wirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, das bis 2030 komplett auf erneuerbare Energien umsteigen will, warnt vor den Umbauplänen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. Laut Eveline Lemke (Grüne) drohe der „Exitus der deutschen Solarindustrie“. In einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau sagte Lemke: „Herr Rösler will die Energiewende boykottieren. Er vertritt nach wie vor die Interessen der vier Stromriesen und traut den vielen kleinen Akteuren im Energiemarkt die Energiewende nicht zu – obwohl sie es sind, die diese umsetzen.“

Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ist bisher gegen Röslers Plan. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl er als auch der Wille der Bevölkerungsmehrheit sich gegen das Profitstreben der alten Energiekonzerne und Röslers Plan durchsetzt. Das letzte Aufbäumen der Atom- und Kohlelobby gegen die ökologisch und volkswirtschaftlich wichtige Energiewende muss gestoppt werden. Sonst fällt Deutschland in eine energiepolitisch graue Vorzeit zurück und kann dann nicht mehr als Zugpferd einer für die Menschheit existenziell wichtigen ökologischen Energiewende zur Verfügung stehen. Das wäre ein katastrophaler Rückschritt für uns alle.

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