Einige Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerken haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt und versuchen dem guten Image der Photovoltaik zu schaden.
Ein Teil der deutschen Presse, die naturgemäß auch gerne schlechte Nachrichten verbreitet („bad news are good news“), hat in letzter Zeit Meldungen in die Welt gesetzt, die aus dem Lager der Atom- und Kohlelobby kommen. Von „Netzkollaps“ war die Rede, und dass der Ausbau der PV-Anlagen zu schnell gehe. Verständlich: Schließlich sind sie daran interessiert, dass ihre umweltschädlichen Kraftwerke so viel Strom wie möglich produzieren können.
Strom aus erneuerbaren Energiequellen hat im Stromnetz Vorfahrt, das ist gesetzlich geregelt. Wenn tagsüber Sonnenstrom ins Netz fließt, wird Atomstrom nicht benötigt und das Kraftwerk steht still, weil sonst zuviel Strom produziert würde. Abends, wenn die Sonnenstromproduktion nachlässt, lassen sich aber die Atomkraftwerke nicht einfach hochfahren, weil dies etwa zwei Tage dauert. Viel Solarstrom im Netz ist also sehr ärgerlich für die Betreiber von Kernkraftwerken.
Wenn sich eine PV-Anlage nach etwa 10 bis 12 Jahren amortisiert hat, produziert sie den klimafreundlichen Sonnenstrom fast zum Nulltarif. Die Sonne schickt keine Rechnung und die geringen Betriebskosten lassen den Strom billiger werden als den angeblich so günstigen Atomstrom. Und der Atomstrom wird für uns immer teurer werden, weil Uranimporte sich verteuern und die ungelöste Endlagerfrage noch viele Milliarden verschlingen wird.
Richtig ist: Je mehr Photovoltaikanlagen in Deutschland ans Netz gehen, desto wichtiger wird der Ausbau der Strominfrastruktur. Die als Brückentechnologie gelobte Kernkraft ist nicht vernünftig mit Photovoltaik zu kombinieren, eine bessere Brückentechnologie wären die relativ emissionsarmen Gasturbinenkraftwerke, die sehr schnell hochgefahren werden können. Langfristig müssen mehr Kraftwerke auf Basis von Biomasse und Geothermie entstehen, und es müssen Lösungen her, wie der von PV-Anlagen produzierte Strom gespeichert werden kann (z.B. Pumpspeicherkraftwerke), um ihn nach Bedarf ins Netz speisen zu können.
Es erinnert etwas an die Geschichte des Automobils. Dieses dezentrale Verkehrsmittel hätte sich nicht durchgesetzt, wenn keine geeigneten Straßen gebaut worden wären. Doch das ist geschehen, weil die Mehrheit der Bürger es wollte und es dadurch auch Wille der Politik wurde. Und die Eisenbahn hatte damals keine ausreichend starke Lobby um das zu verhindern. Heute ist der Ausbau der erneuerbaren Energien Mehrheitswille, besonders auch der dezentral verfügbaren Photovoltaik. Doch Eigeninteressen verfolgende Gegner dieser Technik suchen immer wieder Wege um das zu behindern.