Seit Jahren sorgt das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für eine Ankurbelung der Nachfrage in Deutschland und auf diese Weise dauerhaft für eine Kostenreduzierung in der Photovoltaiktechnik. Jetzt hat der Solarvirus endlich auch die Vereinigten Staaten erreicht, die mit dieser Technik ihre Energieprobleme in den Griff bekommen wollen.
Der frisch gewählte Präsident der USA, Barak Obama, macht seine Versprechen wahr und Ernst mit der Förderung erneuerbarer Energien. In dem 789 Milliarden Dollar schweren Konjunkturprogramm sind auch mehrere Milliarden für Photovoltaik enthalten, als direkte Investitionshilfe. Für Betreiber wird es schon in diesem Jahr einen dreißigprozentigen Staatszuschuss für jede gebaute Anlage geben – von der kleinen Aufdachanlage auf dem Wohnhaus bis hin zum Gigawatt-Solarkraftwerk in der Wüste. Auf dieses attraktive Förderprogramm kommt ausdrücklich kein Deckel, so dass Eigenheimbesitzer und Energieversorger Planungssicherheit haben.
Damit werden es die Amerikaner, bei denen die Sonne im Schnitt fast doppelt so viele Kilowattstunden auf jeden Quadratmeter schickt wie in Deutschland, schaffen, ihren Strom schon in den nächsten zwei bis drei Jahren vom eigenen Dach günstiger als aus dem Netz zu beziehen. Die so genannte „Grid-Parity“ wäre erreicht. Dann wäre die Photovoltaik dort auch preislich wettbewerbsfähig zu fossilen Energien und nicht mehr auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Ein Solarboom in Amerika könnte noch in diesem Jahr bevorstehen. So titelt das Fachmagazin Photon in der Ausgabe März 2009: „Modulsenke USA – neues Förderprogramm könnte gigantischen Markt schaffen“. Der Verein Sonneninitiative begrüßt dies ausdrücklich, denn unserer Ansicht nach wird es Zeit, dass sich die Nation mit dem höchsten Pro-Kopf-Energieverbrauch endlich vom Problem, der fossilen Energiewirtschaft, der Lösung, den erneuerbaren Energien, zuwendet.
Der Beginn amerikanischer Solaraktivitäten bedeutet aber ebenfalls einen neuen Absatzmarkt für die Hersteller von Solartechnik. Da besonders der Exportweltmeister Deutschland führend in diesem Geschäft ist, werden unsere Preise auch durch die Absatzmöglichkeiten im Ausland bestimmt. Leider hat der enorme Bedarf in Südeuropa, besonders in Spanien, in den vergangenen Jahren unser Preisniveau hoch gehalten. Nachdem der Markt dort durch Wegfall hoher Einspeisevergütungen inzwischen fast verschwunden ist, sind die Modulpreise hier vor Ort deutlich – teilweise bis zu zwanzig Prozent – gefallen, was wiederum die deutlich gesenkte Einspeisevergütung 2009 kompensiert. Für Anlagenbetreiber ermöglicht dies sogar bessere Renditen als in den vergangenen Jahren.
Sollte allerdings der Solarboom im Land des „Yes, we can“ zu schnell kommen, dürfte diese Phase für neue Preisrunden sorgen. Die Richtung geht dann wahrscheinlich eher nach oben. Man wird als hiesiger Verbraucher den energetischen Umbau der USA dann wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten können ...