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Bau auf der Unimoghalle und der Salzlagerhalle des Bauhofs Kirchhain 

Kirchhain. Der Bau auf der Unimoghalle des Bauhofs hat diese Woche begonnen. Das Gebäude ist bereits komplett eingerüstet und die Montage der Unterkonstruktion hat begonnen.

Bau auf dem Emsdorfer Dorfgemeinschaftshaus 

Kirchhain-Emsdorf. Auch der Ortsteil Emsdorf bekommt ein Bürgersonnenkraftwerk. Mit dem Bau wurde vor kurzem begonnen.

Bau auf der Markthalle Kirchhain 

Kirchhain. Nachdem in den Ortsteilen Kleinseelheim, Niederwald, Schönbach, Emsdorf und Anzefahr bereits Bürgersonnenkraftwerke entstanden sind, geht es jetzt auch direkt in der Kernstadt Kirchhains los.

Neues vom Solarbau im Frankfurter Westend 

In Frankfurt-Unterlindau entstehen mehrere Bürgersonnenkraftwerke auf Wohngebäuden. Mehr als die Hälfte der Anlage war vor Weihnachten montiert.

Bau auf der Feuerwehr in Anzefahr  

Kirchhain-Anzefahr, Kreis Marburg-Biedenkopf. Das Dach der Feuerwehr wird zukünftig echten klimaneutralen Sonnenstrom produzieren

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Region beim Klimaschutz in Hessen weit vorne

Solarenergie boomt im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Der Verein Sonneninitiative e.V. präsentiert erstmals Zahlen zur Solarenergienutzung im Landkreis.

Marburg, 2006. Vor nunmehr drei Jahren hat der Verein sein erstes Bürgersonnenkraftwerk in Halsdorf auf der Mittelpunktschule in Betrieb genommen. Inzwischen produzieren ein Dutzend solcher Anlagen auf den Dächern im Landkreis klimafreundlichen Strom für rund 150 Haushalte. Dafür haben über hundert Sonnenfreunde privates Kapital investiert.

Photovoltaik im Landkreis: Absolut hat Marburg die Nase vorn, bezogen auf die Einwohner ist Lohra Spitze.

Der Verein weist darauf hin, dass im Zuge der Klimadiskussion leider ein wichtiger Aspekt völlig untergeht. „In den nächsten 30 bis 50 Jahren gehen die fossilen Brennstoffe der Erde unweigerlich zu Ende - bei gleich bleibendem Verbrauch“, so Volker Klös, Vorsitzender des Vereins. „Da der weltweite Verbrauch aber stark ansteigt, wird sich dieser Zeitpunkt erheblich nach vorne verlagern. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die drohende Energiekrise unvorstellbare wirtschaftliche und soziale Auswirkungen haben und internationale Konflikte hervorrufen“, prophezeit er. Nur mit eigenen Kraftanstrengungen ließen sich Standortsicherheit und Lebensqualität sichern.

Siegeszug der Sonnenstromproduktion


Das Engagement im Landkreis Marburg-Biedenkopf für die Solarenergienutzung ist hessenweit einmalig. Wurden 2003 noch 62 neue Solarstromanlagen installiert, waren es 2006 schon fast viereinhalb Mal so viele. Die erzeugte Sonnenstrommenge ist in dieser Zeit um das Vierzehnfache gestiegen.

Die installierte Leistung an Solaranlagen im Kreis betrug Ende 2006 circa 6,5 Megawatt (= 6.500 Kilowatt Peak [kWp]), die sich auf 815 Einzelanlagen verteilt. Das entspricht einer Investitionssumme von 33 Millionen Euro. Der Verein selbst war an der Umsetzung von Projekten für über drei Millionen Euro beteiligt. Zur Zeit wird im Kreis Sonnenstrom im Wert von jährlich 2,8 Millionen Euro erzeugt, der für den privaten Verbrauch von 5.000 Durchschnittspersonen ausreicht und die Umwelt von rund 5.300 Tonnen Kohlendioxid entlastet.

Im Landkreis wurden 2006 insgesamt 254 Photovoltaikanlagen gebaut. Mit 38 Anlagen liegt die Stadt Marburg bei den Gemeinden im Kreis vorn, was auf Grund ihrer Größe nicht verwunderlich ist, gefolgt von Gladenbach (29), und Steffenberg (19). Berücksichtigt man die Einwohnerzahl, führt die Gemeinde Lohra bei der Sonnenstromerzeugung. Dort wurden pro Einwohner 107 Kilowattstunden (kWh) produziert, mehr als 10% des privaten Stromverbrauchs konnten dort 2006 durch die Sonne erzeugt werden. In Steffenberg waren es 78 kWh und in Wohratal 60 kWh pro Einwohner, wobei im gesamten Landkreis rund 21 kWh pro Einwohner von der Sonne kamen.

Ebenso spannend wie dynamisch ist die Entwicklung der letzten Jahre. Wurden in Neustadt 2005 nur zwei Photovoltaikanlagen gebaut, waren es 2006 schon siebzehn. In Steffenberg stieg diese Zahl von drei auf neunzehn. Doch nicht überall geht die Entwicklung so dynamisch voran. In Wetter wurden 2005 sechs Anlagen in Betrieb genommen, 2006 waren es nur noch vier.

Dynamische Entwicklung bei Sonnenwärme

Auch die Wärme von der Sonne zur Beheizung und Wassererwärmung wird im Kreis schon gut genutzt. 1648 dieser klassischen Solaranlagen liegen überwiegend auf den Dächern von Einfamilienhäusern, die im Durchschnitt 7,72 Quadratmeter groß sind. Zusammen sind dies rund 15.000 Quadratmeter Kollektoren, die dem geschundenen Klima zusätzlich zur Sonnenstromproduktion jährlich noch einmal 3.500 Tonnen Kohlendioxid ersparen - und den Besitzern der Solaranlagen den Kauf von 680.000 Litern Heizöl, was knapp eine halbe Millionen Euro gekostet hätte.

Bei der Solarwärme würde sich der Verein mehr Engagement von den Besitzern von Mietshäusern, allen voran den Wohnungsbaugesellschaften, wünschen. Denn hier ist die Nutzung von Sonnenwärme bisher nur selten zu sehen und die Mieter sind in der Preisspirale der fossilen Energien gefangen.

In 50 Jahren kommt die Hälfte der Energie von der Sonne

Zur Ermittlung der noch nicht genutzten Potenziale der Sonnenenergie hat der Verein zusammen mit allen Schornsteinfegern im Landkreis ein Solargewinnspiel gestartet, um herauszufinden, wie viele Dächer tatsächlich zur Energiegewinnung geeignet sind. Erste Ergebnisse werden hierzu Mitte 2008 erwartet. Das dies eine gewaltige Menge sein wird, davon ist der Verein überzeugt. Er glaubt, dass in der kurzen Zeit bis zum Jahr 2010 rund 10 Prozent aller Dächer mit einer Solarwärmeanlage ausgestattet werden können, so dass die Kollektorfläche auf über 40.000 Quadratmeter ansteigt. Die Photovoltaik, wünscht sich der Verein, soll bis dahin auf 30.000 kWp ausgebaut werden, so dass knapp 10 Prozent des Privatstroms aus Sonnenlicht gewonnen werden. Regionen in Süddeutschland, wie zum Beispiel das Berchtesgadener Land, haben bereits bewiesen, dass es geht. „Langfristig, das heißt wenn die fossilen Brennstoffe verbraucht sind, wird mindestens die Hälfte der gesamten Energie von der Sonne kommen, wobei der Mix mit Bio-, Wind- und Geoenergie entscheidend ist. Dann kann endlich das Klima wieder aufatmen“, so Klös.

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