Marburg-Biedenkopf. Der Parkplatz hinter dem Kreishaus in Marburg-Cappel bekommt ein Dach mit Photovoltaikanlagen. Erstmalig im Kreisgebiet werden bei diesem Projekt Verkehrsflächen zur Stromerzeugung genutzt.
Parkplätze sind wie Gebäudedächer versiegelte Flächen. Warum sollten Parkplätze nicht auch Strom erzeugen? Das sich das mit einer speziellen Unterkonstruktion realisieren lässt, zeigt der Verein bei seinem neuesten Bürgersonnenkraftwerk in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Bald werden die Mitarbeiter des Kreishauses ihre Fahrzeuge unter einer Photovoltaikanlage, einem Solar-Carport, abstellen können. Der Landkreis hat dafür dem Verein das Parkplatzgelände zur Verfügung gestellt, und somit auch allen Bürgern, die sich mit einer eigenen Photovoltaikanlage an diesem Bürgersonnenkraftwerk beteiligen wollen.
Das Sonnenkraftwerk wird mit einer Spitzenleistung von 162 kWp und einer Solarmodulfläche von über 1.100 Quadratmetern eines der größten der Universitätsstadt sein. Es könnte den Strombedarf von 50 privaten Haushalten liefern und so die Umwelt um jährlich etwa 113 Tonnen CO2 entlasten - bei einer Betriebsdauer von 30 bis 40 Jahren ein schöner Beitrag zum Klimaschutz.
Gleichzeitig soll dieses Vorzeigeprojekt zeigen, dass die elektrische Mobilität möglich und vorallem CO2-neutral ist. Denn nur beim Einsatz von erneuerbaren Energien ist elektrisches Fahren wirklich umweltfreundlich. Für neuartige Elektrofahrzeuge könnte die Sonne vom Parkplatz jährlich Strom für über 1 Millionen Fahrkilometer liefern.
Planung und Bau dieses Bürgersonnenkraftwerks sind eine echte Herausforderung für alle daran Beteiligten. Im Gegensatz zu anderen Projekten des Vereins werden hier nicht nur Solarmodule auf ein fertiges Dach gebaut, sondern es entsteht ein eigenständiges Bauwerk. Neue technische und baurechtliche Herausforderungen sind zu meistern, weshalb die Fertigstellung dieses Projekts länger dauert als bei anderen Sonnenkraftwerken. Spätestens im September wird der Solar-Carport ans Stromnetz gehen und Marburg um eine Attraktion bereichern.